Von wandelnden Lexika und anderen Unsinnigkeiten
Es geht hier nicht ums Auswendiglernen, sondern ums Verstehen.
Ach so. Das ist sympathisch. Dann darf ich doch sicherlich die Bücher mit in die Prüfungen nehmen, wo es doch tatsächlich vernünftigerweise ums Verstehen geht, und muss mein Denkvermögen nicht unter einem Berg von unnützen Informationen begraben, die als information overkill den Blick auf alles Restliche versperren, denn das macht irgendwann blöd im Kopf.
Was? Ach: Darf ich nicht? Huch. Geht es also doch ums Auswendiglernen. Verstehe. Nicht mehr sympathisch. Ich dachte, solchen Sinnloskram hätte ich mit dem Abitur hinter mir gelassen. Man wird aber auch überall enttäuscht.
Mir dünkt, es handelt sich dabei um grobes Unverständnis gegenüber Büchern. Das Schöne an Büchern ist schließlich, dass sie sich durchaus einige Tage halten. Häufig länger als einzelne Menschen. Man muss also nicht aus großer Angst, das Buch könnte sich über Nacht heimlich auflösen und spurlos verschwinden, den Inhalt völlig stupide auswendiglernen und das dann idiotischerweise als “Verstehen” verkaufen, sondern kann – eine wahrlich große Errungenschaft der Menschheit – darin nachschlagen, wann immer und so oft man möchte. Weltoffene Menschen werden den Begriff “Nachschlagewerk” vielleicht schon einmal kennengelernt haben.
Ein Prinzip, das so einfach ist, dass es jeder verstehen dürfte: Was gebraucht wird, was tatsächlich konkrete Anwendung findet, das wird sich auch gemerkt. Ganz automatisch, denn so funktioniert das Gehirn nun einmal. Was nicht, das nicht. Simpel.
