Arschloch

Ganz überraschend, heimlich, still
kam, wie der Teufel es wohl will,
ein Arschloch plötzlich so daher
- und seitdem freu’ ich mich nicht mehr.

Ich weiß nicht, was das Arschloch ritt,
doch kam es an und nahm sich mit
aus meinem Leben hier ein Stück
- und seitdem misse ich das Glück.

Warum ein Arschloch dann und wann
so etwas einfach machen kann,
ist mir ein Rätsel, geht zu weit
- und seitdem zähl’ ich hier Zeit.

Das Arschloch ist, ich weiß genug,
nicht gerade hübsch und auch nicht klug,
und dennoch ging sie mit ihm fort
- und seitdem hass’ ich diesen Ort.

Versprech’ dem Arschloch größten Schmerz,
bricht’s nur im Ansatz mal ihr Herz;
ich bin ein Mensch, stets friedlich, gut
- doch seitdem treibt mich diese Wut.

Die Freunde raten stetig an
“Verfolg doch den Gedankengang:
Er nahm sie weg, es ist vorbei,
statt einem Arschloch sind’s halt zwei”.

Ein Arschloch jedoch ist sie nicht,
sonst schrieb ich ihr nun dies’ Gedicht;
sie steht auf eins, wer weiß, warum
- und seitdem halt’ ich sie für dumm.

(Mischa Mandl // 2009)


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