Sep 15 2011

Zugweisheiten: Arbeit, Arbeit ĂŒber alles

Im Zug:

Teenagerin zu ihrer Freundin: Ey, meine Mutter meint, ich soll nicht mehr mit meinen Freunden rumhĂ€ngen, weil dann hab ich zu wenig Zeit fĂŒr die Ausbildung. Und sie hat voll Recht eigentlich. Weil Freunde findet man immer voll leicht, aber Ausbildung ist viel wichtiger.

Etwas spÀter:

TĂ€towierter Surferboy: Sie studiert jetzt PĂ€dagogik. Hast du das mitbekommen?

PerlenkettenmÀdchen: Ja. Ich frage mich immer, warum jemand so etwas studiert. Was will man denn damit spÀter mal werden? So was studieren alle, die nicht wissen, was sie wollen!

TS: Na ja. Soll sie es doch durchziehen. Es gibt ja auch WirtschaftspÀdagogik, das ist dann wenigstens was halbwegs Sinnvolles.

Was fĂŒr eine traurige Welt.


Nov 6 2008

Die Doppelstockwagen-Gesellschaft

In der Regionalbahn, eine wahre Begebenheit. Zwei Àltere Herren betreten den Doppelstockwagen und suchen sich einen Sitzplatz im oberen Bereich:

#1: Das sind doch schöne PlÀtze. Ich mag es hier oben.

#2: Aber du weißt: Wenn man erst einmal oben ist…

#1: … will man nicht wieder runter?

#2: Das auch. Vor allem aber will man immer höher. Wie Schiller schon sagte: »Streben wir nicht allzu hoch hinauf, daß wir zu tief nicht fallen mögen«.

#1: Nun, das ist eben Risiko. Ich glaube, risikobewusste Menschen sitzen oben, anstatt unten in der Masse unterzugehen.

#2: Aber man braucht die da unten, um sich hier oben besser fĂŒhlen zu können.

PAUSE

#1: Ich mag die Aussicht hier oben. Man sieht so weit. Unten sieht man nur BĂŒsche.

#2: Man sieht vielleicht mehr, aber sieht man auch besser?

#1: Ich denke schon. Man kann anderen besser helfen, wenn man oben ist. Man hat mehr Möglichkeiten und einen besseren Überblick.

#2: Da habe ich andere Erfahrungen: Oben sieht man ĂŒber alles hinweg. Solange die von unten nicht nach oben kommen, nimmt man sie nicht wahr.

#1: Da hast du Recht. Aber es scheint, die haben sich mit ihrem Platz da unten abgefunden.

#2: Vielleicht weil sie noch nie oben waren.

#1: Das kann sein.

Fazit: So einfach kann man die Gesellschaft grob zusammenfassen. WÀhrend gestern noch vom so genannten Fahrstuhleffekt gesprochen wurde, kommt es nun durch Auflösung der Mittelschicht zur Doppelstockwagen-Gesellschaft.


Apr 23 2008

Zugweisheiten: Innere Werte

Im Zug:

MĂ€del1 so: Dein bester Freund ist ja voll hĂ€sslich! Meiner sieht wenigstens noch ganz gut aus… Ich hĂ€tt’ mir da an deiner Stelle ‘nen Gutaussehenden gesucht.

MÀdel2: Aber das ist doch nicht mein Freund - der muss gut aussehen! Bei einem besten Freund zÀhlen die inneren Werte.

MĂ€del1 wieder: Das stimmt, die inneren Werte. *Pause* Aber bei meinem Freund zĂ€hlen auch die inneren Werte! Ich bin nich’ nur mit dem zusammen, weil er gut aussieht.

MĂ€del2 dann so: Neee. FĂŒr so ne Beziehung mit inneren Werten bin ich noch nich’ alt genug…


Jan 20 2006

Zugweisheiten #1

Zugweisheiten – Gesammeltes aus dem ÖPNV. ReprĂ€sentative Zitate, die die gesamte Gesellschaft widerspiegeln.

Moderne Kommunikationsmittel:

Du bist ja im ICQ auch immer away

- Jo klar, ich bin auch so ein Away-Faker. Nur ‘online’ ist irgendwie Scheiße. Das macht so einen Noob-Eindruck, die kennen nur ‘ein’ und ‘aus’.

Siehe da, die Situation am Lohnsklavenmarkt scheint sich deutlich verÀndert zu haben:

Ich hab’ jetzt eine Bewerbung abgeschickt. Wenn die mich nich’ nehmen, bin ich voll im Arsch, dann reicht die Zeit nich’ mehr fĂŒr noch ‘ne Bewerbung


Oder ist das Gegenteil der Fall und der Kampf um ArbeitsplÀtze wird immer hÀrter?

Ich wĂŒrde ja echt gerne mal mit ‘ner Walther PPK bei uns durch die Abteilung gehen

- Ja, ja, das sind so Allmachtsphantasien

Nein, das wÀre eine gute Methode zur Effizienzsteigerung der Firma.

In dieser Frage wird weitere empirische Forschung nötig sein.