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	<title>Pala &#187; Arbeit</title>
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		<title>Zugweisheiten: Arbeit, Arbeit über alles</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 13:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Zug: Teenagerin zu ihrer Freundin: Ey, meine Mutter meint, ich soll nicht mehr mit meinen Freunden rumhängen, weil dann hab ich zu wenig Zeit für die Ausbildung. Und sie hat voll Recht eigentlich. Weil Freunde findet man immer voll leicht, aber Ausbildung ist viel wichtiger. Etwas später: Tätowierter Surferboy: Sie studiert jetzt Pädagogik. Hast [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zug:</p>
<blockquote><p>Teenagerin zu ihrer Freundin: Ey, meine Mutter meint, ich soll nicht mehr mit meinen Freunden rumhängen, weil dann hab ich zu wenig Zeit für die Ausbildung. Und sie hat voll Recht eigentlich. Weil Freunde findet man immer voll leicht, aber Ausbildung ist viel wichtiger.</p></blockquote>
<p>Etwas später:</p>
<blockquote><p>Tätowierter Surferboy: Sie studiert jetzt Pädagogik. Hast du das mitbekommen?</p>
<p>Perlenkettenmädchen: Ja. Ich frage mich immer, warum jemand so etwas studiert. Was will man denn <em>damit</em> später mal werden? So was studieren alle, die nicht wissen, was sie wollen!</p>
<p>TS: Na ja. Soll sie es doch durchziehen. Es gibt ja auch Wirtschaftspädagogik, das ist dann wenigstens was halbwegs Sinnvolles.</p></blockquote>
<p>Was für eine traurige Welt.</p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Arbeit verhöhnt Freiheit</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 09:12:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Arbeit verhöhnt die Freiheit. Offiziell können wir uns glücklich schätzen, von Rechtsstaat und Demokratie umgeben zu sein. Andere arme Unglückliche, die nicht so frei sind wie wir, müssen in Polizeistaaten leben. Diese Opfer folgen Befehlen, egal wie willkürlich sie sind. Die Behörden halten sie unter dauernder Aufsicht. Staatsbeamte kontrollieren sogar kleinste Details ihres Alltagslebens. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Arbeit verhöhnt die Freiheit. Offiziell können wir uns glücklich schätzen, von Rechtsstaat und Demokratie umgeben zu sein. Andere arme Unglückliche, die nicht so frei sind wie wir, müssen in Polizeistaaten leben. Diese Opfer folgen Befehlen, egal wie willkürlich sie sind. Die Behörden halten sie unter dauernder Aufsicht. Staatsbeamte kontrollieren sogar kleinste Details ihres Alltagslebens. Die Bürokraten, die sie herumschubsen, müssen sich nur nach oben verantworten, in öffentlichen wie in Privat-Angelegenheiten. So und so werden Abweichung und Auflehnung bestraft. Regelmäßig leiten Informanten Berichte an die Behörden weiter. Das alles gilt als sehr schlecht.<br />
Und das ist es auch, obwohl es nichts weiter darstellt als eine Beschreibung eines modernen Arbeitsplatzes. Die Liberalen und Konservativen und Freiheitlichen, die sich über Totalitarismus beschweren, sind Schwindler und Heuchler. (&#8230;) In einem Büro oder einer Fabrik herrscht dieselbe Art von Hierarchie und Disziplin wie in einem Kloster oder einem Gefängnis. Tatsächlich haben Foucault und andere gezeigt, daß Gefängnisse und Fabriken etwa zur gleichen Zeit aufkamen, und ihre Betreiber entliehen sich bewußt Kontrolltechniken voneinander. Ein Arbeiter ist ein Teilzeitsklave. Der Chef sagt, wann es losgeht, wann gegangen werden kann und was in der Zwischenzeit getan wird. Er schreibt vor, wieviel Arbeit zu erledigen ist und mit welchem Tempo. Es steht ihm frei, seine Kontrolle bis in demütigende Extreme auszuweiten, indem er festlegt (wenn ihm danach ist), welche Kleidung vorgeschrieben wird und wie oft die Toilette aufgesucht werden darf. Mit wenigen Ausnahmen kann er jeden aus jedem Grund feuern, oder auch ohne Grund. Er läßt bespitzeln und nachschnüffeln, er legt Akten über jeden Angestellten an. Widersprechen heißt „Unbotmäßigsein“, als wäre der Arbeiter ein ungezogenes Kind, und es sorgt nicht nur für sofortige Entlassung, es verringert auch die Chancen auf Arbeitslosenunterstützung. Ohne es unbedingt gutzuheißen, ist es wichtig anzumerken, daß Kinder zu Hause und in der Schule die gleiche Behandlung erfahren, bei ihnen durch die angenommene Unreife gerechtfertigt. Was sagt uns das über ihre Eltern und Lehrer, die arbeiten?<br />
<small>(Bob Black &#8211; Die Abschaffung der Arbeit; im Original: The Abolition of Work)</small></p></blockquote>
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		<title>Warum Freizeit nicht Freiheit ist</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 12:30:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Gegenteil von Arbeit ist nicht bloß Faulheit. (&#8230;) So sehr ich das Vergnügen der Trägheit schätze, ist sie doch wohl am lohnendsten, wenn sie anderen Genuß und Zeitvertreib unterbricht. Genausowenig werbe ich für das gelenkte und zeitlich festgelegte Notventil namens „Freizeit“; nichts läge mir ferner. Freizeit ist Nicht-Arbeit zum Nutzen der Arbeit. Freizeit ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das Gegenteil von Arbeit ist nicht bloß Faulheit. (&#8230;) So sehr ich das Vergnügen der Trägheit schätze, ist sie doch wohl am lohnendsten, wenn sie anderen Genuß und Zeitvertreib unterbricht. Genausowenig werbe ich für das gelenkte und zeitlich festgelegte Notventil namens „Freizeit“; nichts läge mir ferner. Freizeit ist Nicht-Arbeit zum Nutzen der Arbeit. Freizeit ist die Zeit, die man damit verbringt, sich von der Arbeit zu erholen und verzweifelt zu versuchen, die Arbeit zu vergessen. Viele Leute kommen aus den Ferien so zerschlagen wieder, daß sie sich darauf freuen, wieder arbeiten zu gehen. Der wesentliche Unterschied zwischen Arbeit und Freizeit besteht darin, daß man bei der Arbeit wenigstens für die Entfremdung und Entnervung bezahlt wird. (&#8230;)<br />
Tun wir mal für einen Moment so, als würde Arbeit aus Leuten keine verblödeten Untertanen machen. Tun wir auch so, entgegen jeder nachvollziehbaren Psychologie und der Ideologie ihrer Förderer, daß sie keinen Effekt auf die Charakterbildung hat. Und tun wir so, als wäre Arbeit nicht so langweilig und ermüdend und entwürdigend, wie sie es ist. Auch dann würde sie alle humanistischen und demokratischen Bemühungen verspotten, einfach weil sie so viel Zeit beansprucht. Sokrates beharrte, daß Handarbeiter schlechte Freunde und schlechte Staatsbürger abgäben, da ihnen die Zeit mangele, die Verantwortlichkeiten einer Freundschaft und ihrer Staatsbürgerschaft auszufüllen. Er hatte Recht. Wegen der Arbeit schauen wir dauernd auf die Uhr. Das einzig „freie“ an der sogenannten Freizeit ist, daß sie den Boss von der Lohnfortzahlung befreit. Die Freizeit wird hauptsächlich genutzt, um sich auf die Arbeit vorzubereiten, zur Arbeit zu gehen, von der Arbeit zu kommen und sich von ihr zu erholen. Freizeit ist ein Euphemismus für die besondere Art, mit der die Arbeitskraft als ein Produktionsfaktor nicht nur sich selbst zum und vom Arbeitsplatz transportiert, sondern auch die Hauptverantwortung für die eigene Versorgung und Wiederherstellung übernimmt.<br />
<small>(Bob Black &#8211; Die Abschaffung der Arbeit; im Original: The Abolition of Work)</small></p></blockquote>
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		<title>Die Abschaffung der Arbeit</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 09:20:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Niemand sollte jemals arbeiten. Arbeit ist die Ursache nahezu allen Elends in der Welt. Fast jedes erdenkliche Übel geht aufs Arbeiten oder auf eine fürs Arbeiten eingerichtete Welt zurück. Um das Leiden zu beenden, müssen wir aufhören zu arbeiten. Das bedeutet nicht, daß wir aufhören sollten, Dinge zu tun. Vielmehr sollten wir eine neue Lebensweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Niemand sollte jemals arbeiten.<br />
Arbeit ist die Ursache nahezu allen Elends in der Welt. Fast jedes erdenkliche Übel geht aufs Arbeiten oder auf eine fürs Arbeiten eingerichtete Welt zurück. Um das Leiden zu beenden, müssen wir aufhören zu arbeiten.<br />
Das bedeutet nicht, daß wir aufhören sollten, Dinge zu tun. Vielmehr sollten wir eine neue Lebensweise schaffen, der das Spielen zugrundeliegt; sozusagen eine spielerische Revolution.<br />
Spielerisches Leben ist völlig inkompatibel zur bestehenden Wirklichkeit. Das sagt alles über die „Wirklichkeit“, das Schwerkraftloch, das dem Wenigen im Leben, das es noch vom bloßen Überleben unterscheidet, die Lebenskraft absaugt. Seltsamerweise &#8211; oder vielleicht auch nicht &#8211; sind alle alten Ideologien konservativ, weil sie an die Arbeit glauben.<br />
Die Liberalen fordern ein Ende der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Ich fordere ein Ende des Arbeitsmarktes. Die Konservativen unterstützen das Recht auf Arbeit. Mit Karl Marx‘ eigensinnigem Schwiegersohn Paul Lafargue unterstütze ich das „Recht auf Faulheit“. So wie die Surrealisten &#8211; abgesehen davon, daß ich es ernst meine &#8211; fordere ich volle Arbeitslosigkeit. Die Trotzkisten agitieren für die permanente Revolution. Ich agitiere für permanentes Feiern. Aber wenn alle Ideologen die Arbeit verteidigen, was sie ja tun, und das nicht nur, weil sie andere dazu bringen wollen, ihren Teil mitzumachen, geben sie es doch ungern zu. Sie führen endlose Debatten über Löhne, Arbeitsstunden, Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, Produktivität und Gewinnchancen. Sie reden gern über alles &#8211; außer über die Arbeit selbst. Diese Experten, die sich anbieten, uns das Denken abzunehmen, teilen selten ihre Erkenntnisse über die Arbeit mit uns, trotz der Bedeutung für unser aller Leben. Untereinander streiten sie sich ein bißchen über die Einzelheiten. (&#8230;) All diese Ideologen haben ernste Differenzen über die Verteilung der Macht. Genauso klar ist, daß sie der Macht als solcher nicht widersprechen und daß sie uns alle am Arbeiten halten wollen.<br />
Die Entwürdigung, die die meisten Arbeitenden bei ihren Jobs erleben, entspringt der Summe der verschiedensten Demütigungen, die unter dem Begriff „Disziplin“ zusammengefaßt werden können. Foucault hat dieses Phänomen komplexer dargestellt, aber es ist eigentlich ganz einfach. Disziplin besteht aus der Absolutheit der totalitären Kontrolle am Arbeitsplatz &#8211; Überwachung, Fließband, vorgegebenes Arbeitstempo, Produktionsziffern, Stechuhr usw. Disziplin ist das, was Fabrik, Büro und Geschäft mit dem Gefängnis, der Schule und dem Irrenhaus gemein haben. Es ist etwas historisch Einzigartiges und Furchtbares. Es überstieg die Fähigkeiten solch teuflischer Diktatoren wie weiland Nero oder Dschingis Khan oder Iwan des Schrecklichen. So schlecht ihre Absichten auch gewesen sein mögen, ihnen fehlte die Maschinerie, um ihre Untertanen so gründlich zu kontrollieren, wie es moderne Despoten vermögen. Disziplin ist die charakteristisch moderne Funktionsweise der gesellschaftlichen Kontrolle, es ist ein innovatives Eintrichtern, gegen das bei der ersten sich bietenden Gelegenheit eingeschritten werden muß.<br />
So steht es mit der Arbeit. Spielen ist das gerade Gegenteil. Spielen ist immer freiwillig. Was ansonsten Spiel wäre, wird zur Arbeit, sobald es erzwungen wird.<br />
Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Arbeit abzuschaffen und den notwendigen Anteil Arbeit durch eine Vielfalt an neuen freien Aktivitäten zu ersetzen. Die Abschaffung der Arbeit erfordert eine Annährung von zwei Seiten, einer quantitativen und einer qualitativen. Auf der einen, der quantitativen Seite, müssen wir die Menge geleisteter Arbeit massiv reduzieren. Gegenwärtig ist die meiste Arbeit einfach nutzlos und wir sollten sie loswerden. Auf der anderen Seite &#8211; und ich denke, diese qualitative Annäherung ist der Knackpunkt und der wirklich revolutionäre Aufbruch &#8211; müssen wir die wenige nutzbringende Arbeit in verschiedenste spielerische und handwerkliche Freuden verwandeln, nicht unterscheidbar von anderen freudvollen Tätigkeiten, außer dadurch, daß sie nebenbei nützliche Endprodukte hervorbringen. Das sollte sie aber keinesfalls weniger verlockend machen. In der Folge könnten alle künstlichen Schranken von Macht und Besitz fallen. Schöpfung wäre nicht mehr Erschöpfung. Und wir könnten alle aufhören, voreinander Angst zu haben.<br />
Ich unterstelle nicht, daß diese Verwandlung bei jeder Art von Arbeit möglich ist. Aber dann ist die meiste Arbeit auch nicht wert, erhalten zu werden. Nur ein kleiner und sich noch verkleinernder Ausschnitt der Arbeitswelt dient letztlich einem Zweck, den nicht erst die Verteidigung und Reproduktion des Arbeitssystems und seiner politischen und rechtlichen Anhängsel nötig machen (&#8230;): die meiste Arbeit dient direkt oder indirekt der wirtschaftlichen oder sozialen Kontrolle. Es wäre also einfach so möglich, Millionen von Verkäufern, Soldaten, Managern, Polizisten, Börsianern, Priestern, Bankiers, Anwälten, Lehrern, Vermietern, Wachen und Werbeleuten von der Arbeit zu befreien, nebst allen, die für sie arbeiten.<br />
<small>(Bob Black &#8211; Die Abschaffung der Arbeit; im Original: The Abolition of Work)</small></p></blockquote>
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		<title>Arbeitgeberfilter</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Feb 2008 22:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viel liest man über die negativen Auswirkungen, die es haben kann, füttert man soziale Netzwerke, die eigene Homepage oder Blogs mit persönlichen Informationen. Wenngleich vieles davon auch zutreffend ist und die optimierte Selbstinszenierung oder Öffentlichmachung intimster Details bisweilen ins Pathologische abdriftet, so ist ein immer wieder erwähnter Punkt doch unter Umständen auch nützlich: Schnüffelei durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viel liest man über die negativen Auswirkungen, die es haben kann, füttert man soziale Netzwerke, die eigene Homepage oder Blogs mit persönlichen Informationen. Wenngleich vieles davon auch zutreffend ist und die optimierte Selbstinszenierung oder Öffentlichmachung intimster Details bisweilen ins Pathologische abdriftet, so ist ein immer wieder erwähnter Punkt doch unter Umständen auch nützlich: Schnüffelei durch den aktuellen oder einen potentiellen Arbeitgeber.</p>
<p>Das Profil in sozialen Netzwerken, die eigene Homepage und Aussagen in Blogs werden <a href="http://pala.mischamandl.de/macht-das-gluecklich/">mit der Schere im Kopf verfasst oder in vorauseilendem Gehorsam zensiert</a>, um der Angst zu begegnen, der tatsächliche oder potentielle Arbeitgeber könnte Details über Privatleben, politische oder sexuelle Orientierung, Vorlieben und Abneigungen oder persönliche Meinungen erfahren und als &#8211; natürlich inoffizielle &#8211; Grundlage für negative Konsequenzen heranziehen, sei es das Ablehnen einer Bewerbung und Nichteinstellung, das Übergehen bei einer Beförderung oder in Extremfällen die Kündigung. Warum?</p>
<p>Genauso, wie diese dreiste Schnüffelei durch wenig Vertrauen verdienende Unternehmen, denen das Privatleben ihrer Mitarbeiter, solange es die Arbeit selbst nicht beeinträchtigt, nicht Grund für negative Sanktionen sein darf, soll und muss, in die eine Richtung funktioniert, wirkt sie auch in die andere, nämlich als vorzüglicher Arbeitgeberfilter. Möchte man für eine Firma arbeiten, die herumschnüffelt und einen Menschen nicht einstellt, weil er persönliche, vielleicht sogar peinliche Partyfotos in ein soziales Netzwerk geladen hat? Möchte man für eine Firma arbeiten, die eine politische Meinung jenseits der eigens propagierten als Knock-Out-Kriterium betrachtet? Wenn man nicht eingestellt wird, weil man sich in dieser oder jener Organisation engagiert, ist das dann, abseits vom Ökonomischen, wirklich ein Grund zur Trauer oder nicht eher zur Freude darüber, dass man nicht Teil eines Unternehmen mit solchen Praktiken geworden ist? Was für ein Zustand ist das, wenn man vorsichtig sein muss, welche politischen oder persönlichen Aussagen man trifft?</p>
<p>„Selbst schuld“ hört man süffisant von denjenigen, die sich entsprechend solcher an sie gestellten Erwartungen zensieren und die eigene Persönlichkeit demütig verstecken. „Selbst schuld“ kann man ihnen eigentlich nur antworten.</p>
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		</item>
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		<title>Zugweisheiten #1</title>
		<link>http://pala.mischamandl.de/zugweisheiten-1/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2006 21:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zugweisheiten &#8211; Gesammeltes aus dem ÖPNV. Repräsentative Zitate, die die gesamte Gesellschaft widerspiegeln. Moderne Kommunikationsmittel: Du bist ja im ICQ auch immer away… - Jo klar, ich bin auch so ein Away-Faker. Nur ‘online’ ist irgendwie Scheiße. Das macht so einen Noob-Eindruck, die kennen nur ‘ein’ und ‘aus’. Siehe da, die Situation am Lohnsklavenmarkt scheint [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Zugweisheiten &#8211; Gesammeltes aus dem ÖPNV. Repräsentative Zitate, die die gesamte Gesellschaft widerspiegeln.</strong></p>
<p>Moderne Kommunikationsmittel:</p>
<blockquote><p>Du bist ja im ICQ auch immer away…<br />
- Jo klar, ich bin auch so ein Away-Faker. Nur ‘online’ ist irgendwie Scheiße. Das macht so einen Noob-Eindruck, die kennen nur ‘ein’ und ‘aus’.</p></blockquote>
<p>Siehe da, die Situation am Lohnsklavenmarkt scheint sich deutlich verändert zu haben:</p>
<blockquote><p>Ich hab’ jetzt eine Bewerbung abgeschickt. Wenn die mich nich’ nehmen, bin ich voll im Arsch, dann reicht die Zeit nich’ mehr für noch ‘ne Bewerbung…</p></blockquote>
<p>Oder ist das Gegenteil der Fall und der Kampf um Arbeitsplätze wird immer härter?</p>
<blockquote><p>Ich würde ja echt gerne mal mit ‘ner Walther PPK bei uns durch die Abteilung gehen…<br />
- Ja, ja, das sind so Allmachtsphantasien…<br />
Nein, das wäre eine gute Methode zur Effizienzsteigerung der Firma.</p></blockquote>
<p>In dieser Frage wird weitere empirische Forschung nötig sein.</p>
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<li><a href='http://pala.mischamandl.de/arbeitgeberfilter/' rel='bookmark' title='Arbeitgeberfilter'>Arbeitgeberfilter</a></li>
<li><a href='http://pala.mischamandl.de/warum-freizeit-nicht-freiheit-ist/' rel='bookmark' title='Warum Freizeit nicht Freiheit ist'>Warum Freizeit nicht Freiheit ist</a></li>
<li><a href='http://pala.mischamandl.de/wenn-jeder-taete-was-er-fuer-wichtig-hielte/' rel='bookmark' title='Wenn jeder täte, was er für wichtig hielte'>Wenn jeder täte, was er für wichtig hielte</a></li>
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			<wfw:commentRss>http://pala.mischamandl.de/zugweisheiten-1/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
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		<title>Arbeit ist Scheiße!</title>
		<link>http://pala.mischamandl.de/arbeit-ist-scheisse/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Sep 2005 13:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Arbeit ist Scheiße! Bei dieser Aussage handelt es sich um eine selbstverständliche Tatsache, und wäre speziell die deutsche Gesellschaft nicht so verblödet, müßte man sich schämen, eine solche Banalität zu Papier zu bringen. Wie fortgeschritten diese Verblödung ist, zeigt sich daran, daß die Aussage »Arbeit ist Scheiße!« bei den meisten Zeitgenossen eben kein allgemeines Gähnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Arbeit ist Scheiße! Bei dieser Aussage handelt es sich um eine selbstverständliche Tatsache, und wäre speziell die deutsche Gesellschaft nicht so verblödet, müßte man sich schämen, eine solche Banalität zu Papier zu bringen.</p>
<p>Wie fortgeschritten diese Verblödung ist, zeigt sich daran, daß die Aussage »Arbeit ist Scheiße!« bei den meisten Zeitgenossen eben kein allgemeines Gähnen hervorruft, sondern komischerweise als Tabu-Bruch aufgefaßt wird. Dieser Tabu-Bruch spaltet die Meinungen. »Arbeit ist Scheiße« ruft bei vielen Zeitgenossen die wütende Frage hervor: »Und wovon willst Du leben?« &#8211; als wenn das eine mit dem anderen auch nur das geringste zu tun hätte!</p>
<p>Wenn Ideologen von der »Selbstverwirklichung des Menschen durch Arbeit« faseln, dann lügen sie. Zwar gibt es nicht wenige, für die Arbeit das größte Vergnügen ist, genauso wie es ja immer wieder Idioten gibt, die sich nichts Erregenderes vorstellen können als für Volk und Vaterland den Heldentod zu sterben. Solche Leistungen setzen allerdings jede Menge Erziehung und Moral voraus.</p>
<p>Lohnarbeit unterscheidet sich durch eine wesentliche Eigenschaft von Sklavenarbeit: Die Arbeitskräfte verkaufen sich selber.</p>
<p>Von all diesen Menschenfreunden betreut, kann sich die Arbeitskraft etwas darauf einbilden, die Arbeit auszuhalten. Die jüngeren Exemplare protzen mit ihrer immer wieder steigerungsfähigen Arbeitsgeschwindigkeit, die alten mit ihrer Zuverlässigkeit. Viele trachten danach, sich zum Arbeitsaufseher hochzuschleimen, labern davon, daß es »woanders noch schlimmer sei«, glotzen in ihrer Bildzeitung herum, kotzen sich über den Trainer »ihres« Fußballvereins aus und sind stolz darauf, Arbeiter zu sein.<br />
<small>(<a href="http://www.appd-berlin.de/download/pogodog.pdf">Prinzipien und Doktrin des Wissenschaftlichen Pogo-Dogmatismus</a>)</small></p></blockquote>
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