Nov
28
2010
Der Mensch will nur,
dass man versteht,
was in ihm drin
so vor sich geht.
Er will das freilich
ohne Mühe,
mag nicht reden,
sich erklären,
will nicht
aus dem Häuschen kommen,
zu viel Welt
macht ihn beklommen;
öffnet keinem
seine Pforte,
zäunt sich ein,
verliert kaum Worte;
und klopft doch mal einer an,
verschließt er sich,
so gut er kann,
dann brüllt er:
Keiner soll es wagen,
durch ein Fenster reinzuspähn! -
und jammert stets
tagein, tagaus:
Ach, wenn es da nur jemand’ gäbe,
der versucht’,
mich zu verstehn.
(2010)
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Nov
5
2010
Man stirbt nicht
irgendwann einmal,
man lebt so viele Tode
und übersteht all deren Qual,
der Akt des Sterbens wird banal,
man geht halt mit der Mode.
Mein Herz zu Füßen
trug ich dir,
der Grund zu leben
warst du mir,
doch dir war’s recht
und recht egal -
heut’ sterbe ich
ein weitres Mal;
die Agonie
lässt grüßen.
(2010)
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Sep
19
2010
Wenn ich dich frage,
ob wir etwas unternehmen wollen,
dann frage ich nicht jemanden,
ich frage dich.
Ich hoffe,
du verstehst mich.
(2010)
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Aug
2
2010
In ausgedorrten Herzen können,
sagst du mit gesenktem Blick,
die Emotionen nie mehr sprießen.
Wenn Liebe dir wie Wasser ist,
was die Metapher unterstellt,
warum verwehrst du dich dem Gießen?
(2010)
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Jul
25
2010
„Ob ich heut’ wohl von dir höre?“
weckt mich zeitig in der Früh
schon diese größte meiner Sorgen.
Abends trägt mich in den Schlaf:
„Vielleicht ja hör ich von dir
- morgen.“
(2010)
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