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	<title>Pala &#187; Hoffnung</title>
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	<description>»Only one thing a man can do: find something that&#039;s his, make an island for himself«</description>
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		<title>Das große Glück</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 11:23:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Thomas Roessler Jedes Mal, wenn sich ein Jahr seinem Ende entgegenneigt, machen sich unzählige Menschen gut gemeinte Gedanken zum Ablauf des bald darauf anbrechenden Jahres und nennen ihre Pläne, die daraus hervorgehen, gute Vorsätze. Raucher wollen Nichtraucher werden, Sportmuffel zu Freizeitathleten, Faulenzer zu Arbeitstieren. Diese guten Vorsätze sind in der Regel noch vor Februar wieder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1460" title="Book under water" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2011/01/254826703_739a1802c6.jpg" alt="" width="500" height="333" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/roessler/254826703/"><span>Thomas Roessler</span></a></p>
</div>
<p>Jedes Mal, wenn sich ein Jahr seinem Ende entgegenneigt, machen sich unzählige Menschen gut gemeinte Gedanken zum Ablauf des bald darauf anbrechenden Jahres und nennen ihre Pläne, die daraus hervorgehen, gute Vorsätze. Raucher wollen Nichtraucher werden, Sportmuffel zu Freizeitathleten, Faulenzer zu Arbeitstieren. Diese guten Vorsätze sind in der Regel noch vor Februar wieder vergessen.<br />
Wenn es etwas gab, das sie in dieser Zeit des Jahres am meisten hasste, dann waren es die guten Vorsätze anderer Menschen und deren aufdringliche Art, diese Vorsätze jedem Interessierten und Desinteressierten gleichermaßen unter die Nase zu reiben. Auch sie hatte sich Gedanken zum Ablauf des kommenden Jahres gemacht, war dabei allerdings auf eine andere Idee gekommen, die ihr wesentlich sympathischer erschien. Sie hatte sich vorgenommen, ab Neujahr täglich in einem kleinen schwarzen Büchlein zu notieren, was ihr an jedem einzelnen Tag Schönes widerfahren würde. Es musste nichts Großes sein, nichts Überwältigendes, einfach etwas Schönes, etwas Gutes, etwas Positives, das ihr den Tag und damit auch das Leben ein wenig aufgeheitert oder erhellt, das ihr vielleicht sogar einen Blick auf dieses so genannte Glück ermöglicht hatte.<br />
Das alles begann vor einem Jahr. Nun, dreihundertzweiundsechzig Tage später, saß sie bei Nacht in ihrem Zimmer und blätterte durch das Notizbuch, das sie mit ihren Erlebnissen gefüttert hatte, um sich so kurz vor Silvester die vergangenen zwölf Monate noch einmal Tag für Tag durch den Kopf gehen zu lassen, die angenehmen wie die bedrückenden Zeiten. Sie hatte ein gutes Gefühl dabei, denn das letzte Jahr war schnell vergangen, fast schon zu schnell, und wenn etwas schnell vergeht, ja zu schnell gar, dann ist das in der Regel doch ein Zeichen dafür, dass man eine gute Zeit verbracht hatte. Die guten Zeiten vergehen immer wie im Flug, das ist das Traurige an ihnen und der Grund, weshalb sie so selten das Gewicht der schweren Zeiten aufwiegen können, die sich ihrerseits wie Fußketten an das Leben binden, sodass man sich fühlt, als würde man durch ein Moor waten und nicht vorankommen. Zwar waren in diesem Jahr nicht alle ihre Wünsche in Erfüllung gegangen, aber wer konnte das schon von sich behaupten.<br />
Als sie anfing, die ersten Seiten durchzublättern und dabei die täglichen Einträge zu studieren, musste sie schmunzeln. Sie ging in die Küche, öffnete sich eine Flasche Wein und widmete sich der weiteren Lektüre. Was sie las, stimmte sie zufrieden. Es waren Kleinigkeiten, aber es waren teils süße, teils herzerwärmende, teils völlig in Vergessenheit geratene Geschehnisse, die sie dort sah, und es waren Dinge, die sie auch heute noch fröhlich gemacht hätten, würden sie ihr erneut passieren. Sie las die Einträge des gesamten Januars und dann die Notizen des folgenden Februars. Ihr fiel auf, dass sich einige Erlebnisse bereits wiederholten, doch das störte sie nicht weiter. Ganz im Gegenteil, entwickelte sich beim Lesen eine gewisse Spannung, denn da Januar und Februar recht ruhig verlaufen waren, fieberte sie innerlich dem ersten außergewöhnlichen, dem ersten auffälligen, dem ersten bedeutenden Eintrag entgegen, was nun wiederum nicht hieß, dass die bisherigen Einträge für sie unbedeutend gewesen wären, nur waren es Banalitäten, alltägliche Geschehnisse, die sicherlich jedem zuteilwurden und sich jederzeit wieder ereignen könnten, wenn sie einfach nur einen völlig normalen Tag verbringen oder durch die Fußgängerzone schlendern würde.<br />
Sie setzte ihre Hoffnungen in den März, denn endlich, ja endlich musste doch etwas Aufregendes geschehen sein. Beim Lesen offenbarte sich ihr dann allerdings das gewohnte Bild, das Januar und Februar ihr bereits zur Genüge präsentiert hatten. Langsam wurde sie ungeduldig. Vielleicht ist es doch eine blöde Idee gewesen, dieses Büchlein zu führen, dachte sie sich und blätterte nun ganz zufällig durch die Seiten, bis sie einen Tag im Juni aufschlug, immer noch auf der Suche nach spannenden, irgendwie berührenden Ereignissen. „Fünf Euro auf dem Weg zur Arbeit gefunden“ las sie da und lachte. Nein, das war nun wirklich weder spannend noch berührend. Der folgende Tag war demgegenüber schon etwas besser, denn dort hatte sie notiert: „Im Regen spazieren gegangen“. Sie liebte es, im Regen durch die Straßen der Stadt spazieren zu gehen, insofern war dies nun für sie zwar ein irgendwie berührender, aber kein sonderlich hervorstechender, kein außergewöhnlicher, kein befriedigender Eintrag. Sie blätterte weiterhin wahllos im Juni herum, las „Von einem Kollegen ein Stück Kuchen bekommen“ oder „Jemandem den Weg erklärt“, fand „Eine Frau hat mir lächelnd die Tür der Straßenbahn aufgehalten“ und „Himmlisch geschlafen“, aber rein gar nichts, von dem sie sagen konnte, es sei etwas Besonderes gewesen, das ihr ein Stück vom Glück dargeboten hätte. Das müssen ziemlich schlechte Tage gewesen sein, dachte sie und blätterte weiter, doch was sie auf den Seiten der darauffolgenden Wochen lesen konnte, kam ihr noch banaler, noch unwichtiger, jedenfalls keineswegs erfüllend oder einfach bloß gut vor, sondern irgendwie leer. Sie fühlte sich wie jemand, der in der Lotterie gewinnt und dann aber feststellen muss, dass alle anderen ebenfalls gewonnen haben. Nun, dann sind es eben keine schlechten Tage gewesen, schlechte Wochen müssen es gewesen sein. Sie suchte weiter. Es waren keine schlechten Tage gewesen, musste sie feststellen, auch keine schlechten Wochen, es waren die besten Tage im ganzen Monat gewesen, sogar in zwei Monaten, und der Rest des Jahres war, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, nicht viel besser.<br />
Konnte das wirklich die Wahrheit sein? Sie hatte für jeden Tag des Jahres jeweils nur das eine, das allerbeste Erlebnis notiert, das ihr widerfahren war, die beste Handlung, die sie vollbracht, oder das schönste Gefühl, das sie an diesem Tag empfunden hatte – und diese Dinge, die sie da lesen musste, diese Banalitäten, diese Nichtigkeiten, diese lieblosen leeren Worte, die sie kaum zu lesen wagte, die waren genau das, alles erschöpfte sich in diesen Belanglosigkeiten? Diese Einträge voller unbedeutender Alltäglichkeiten waren alles, was ihr Leben in diesem einen Jahr ausgemacht hatte? Das war das Beste, was die Welt ihr in diesen Wochen und Monaten geboten hatte? Mehr war da nicht?<br />
Was sie außerdem beunruhigte, waren Einträge wie der folgende: „Netter Kassierer hat mir zugezwinkert“. Das ganze letzte Jahr hatte sie allein verbracht, genau wie auch das Jahr zuvor. Sie fand viele weitere Einträge, die Ähnliches festgehalten hatten, ob es sich dabei nun um Kassierer, Jogger, U-Bahn-Fahrgäste oder irgendwelche Callcenter-Mitarbeiter gehandelt hatte. Sie las diese Einträge und sah darin den Unterton, mit dem sie sie wahrscheinlich auch geschrieben hatte: Jemand findet mich gut, jemand mag mich, ich bin etwas wert. War sie so verzweifelt nach menschlicher Nähe, nach dem Gefühl, jemandem – irgendjemandem – zu gefallen? Ihre Zufriedenheit begann zu bröckeln.<br />
Sie nannte es ein Leben, was sie da geführt hatte, nun aber fragte sie sich, ob es denn wirklich mehr war als eine unbedeutende Existenz. Verzweifelt suchte sie nach einem Eintrag, der herausstach, der besonders war, der es wert war, das Beste eines Tages, eines Monats, eines Jahres zu sein. Sie fand absolut nichts, was sie überzeugt, was sie beeindruckt oder was ihr das Gefühl gegeben hätte, ein gutes Jahr hinter sich zu haben. Sie vermisste das große Glück.<br />
Eines Tages blickt man in den Spiegel und begreift, dass man niemals mehr sein wird als das, was man dort sieht. Mit dieser Erkenntnis kann man weiterleben und sie akzeptieren, man kann sich umbringen, um allem zu entgehen, oder man blickt nie wieder in einen Spiegel.<br />
Es war wenige Tage vor Silvester, als sie zum letzten Mal eine leere Seite in ihrem schwarzen Büchlein aufschlug und mit zittrigen Fingern lediglich das Wort „Ende“ hineinschrieb.</p>
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		<title>Vielleicht ja morgen</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 15:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
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		<description><![CDATA[„Ob ich heut&#8217; wohl von dir höre?“ weckt mich zeitig in der Früh schon diese größte meiner Sorgen. Abends trägt mich in den Schlaf: „Vielleicht ja hör ich von dir - morgen.“ (2010) Ähnliche Einträge: Schnittpunkt Vertrautes Gefühl Wärmesucher Alles oder nichts Im ewigen Eis]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">„Ob ich heut&#8217; wohl von dir höre?“<br />
weckt mich zeitig in der Früh<br />
schon diese größte meiner Sorgen.<br />
Abends trägt mich in den Schlaf:<br />
„Vielleicht ja hör ich von dir<br />
- morgen.“</p>
<p style="text-align: center;"><small>(2010)</small></p>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Nichts zu verlieren</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 12:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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		<description><![CDATA[Trey Ratcliff Es dauerte zwei ganze Tage, bis mir langsam klar wurde, was er wirklich zu mir gesagt hatte. Er wolle nicht den Teufel an die Wand malen, doch es sähe nicht gut aus, hatte der Arzt mit einem Kopfschütteln gemeint, jedoch gleich noch hinzugefügt, ein genaues Ergebnis könne er mir erst in einigen Tagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1072" title="The Calm After the Storm" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/07/1435669599_3a391638bd.jpg" alt="" width="500" height="369" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/stuckincustoms/1435669599/"><span>Trey Ratcliff</span></a></p>
</div>
<p>Es dauerte zwei ganze Tage, bis mir langsam klar wurde, was er wirklich zu mir gesagt hatte. Er wolle nicht den Teufel an die Wand malen, doch es sähe nicht gut aus, hatte der Arzt mit einem Kopfschütteln gemeint, jedoch gleich noch hinzugefügt, ein genaues Ergebnis könne er mir erst in einigen Tagen mitteilen. Wie schlimm denn „nicht gut“ sei, hatte ich gefragt, und er antwortete bloß knapp, im schlimmsten Fall stünden die Chancen nicht sehr gut, dass ich das Ende des Jahres noch erleben würde, sollte die genaue Untersuchung seine Vermutung denn bestätigen. Vielleicht war er etwas vorschnell, doch ich schätzte seine Aufrichtigkeit, denn die meisten Ärzte hätten sich davor gedrückt, solch eine Vermutung offen auszusprechen, solange sie nicht über eine definitive Diagnose verfügten, um, wie sie sagen würden, ihre Patienten nicht unnötig zu verängstigen. Zwei Tage später saß ich in einem Bus, es war Nachmittag, und erst da begriff ich plötzlich, dass meine Perspektiven sich verändert hatten. Ich würde vielleicht sterben, und zwar sehr bald.<br />
Ich sprach mit niemandem darüber, außer mit meinen Eltern. Wieso auch? Noch stand das Ergebnis gar nicht fest, und ich wollte niemanden unnötig beunruhigen, also verhielt ich mich wie jene Ärzte, die ihre Patienten erst einmal im Dunkeln lassen. Ich hätte es nicht ertragen, von Freunden oder von Menschen, die sich dafür hielten, mitleidige Blicke und wohlmeinenden Zuspruch zu erhalten, der bestenfalls gut gemeint und im schlimmsten Fall einfach nur lächerlich ist. Nein, ich behielt es für mich, denn es handelte sich ja um eine höchst private Angelegenheit, die zuallererst bloß mich etwas anging. Und wie sie mich etwas anging!<br />
Was in mir geschah, nachdem ich erst einmal begriffen hatte, wie nun meine Chancen standen und dass ich vielleicht bald sterben würde, kann ich gar nicht so genau beschreiben. Es war jedoch nicht wirklich schlecht, was in mir vor sich ging, so wie man es vielleicht von jemandem erwarten würde, der dem Tod ins Auge blickt, denn genau das tat ich ja, mehr oder weniger. Ich verfiel nicht in tiefe Depression, ich wurde weder apathisch und hoffnungslos, noch begann ich plötzlich, mich für Extremsport zu interessieren, um auf die letzten Tage noch möglichst viele Kicks zu bekommen. Ich blieb, wenn man so sagen kann, oberflächlich betrachtet ziemlich normal.<br />
Unter der Oberfläche jedoch vollzog sich ein Wandel, der zwar nicht besonders spektakulär erschien, aber meinem Leben eine gewisse neue Richtung geben sollte. Bislang hatte ich ein Leben geführt, das sich daran orientierte, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und möglichst wenig aufzufallen, weil Auffallen in der Regel bedeutete, ziemlich schnell in Situationen zu geraten, die sich zu Problemen entwickeln könnten. Ich war der Mann, der immer da, aber nie dabei sein wollte, der immer anwesend, aber nie beteiligt war. Das sollte sich ändern.<br />
Es gab da eine Frau. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass ich in sie verliebt gewesen sei. Ein wenig vielleicht. Aber mehr wollte ich mir nicht erlauben, denn das wäre dann genau solch eine Situation gewesen, die zu Problemen hätte führen können. Wir gingen einige Male aus, ja, aber nur unter Vorwänden, nur mit Begleitung, und nie fiel das Wort Date, geschweige denn ein Kuss. An schlechten Tage fühlte ich mich feige und hasste mich dafür, nicht den Mut aufzubringen, sie einfach zu küssen, doch an guten Tagen klopfte ich mir auf die Schulter, die Sache nicht noch weiter zu vertiefen, würde sie doch sowieso in einer Katastrophe oder jedenfalls irgendwie enden, aber eben enden. Es gab Menschen in meinem Leben, zu denen ich freundlich war, obwohl ich sie nicht ausstehen konnte. Mein Chef zum Beispiel, um ein Klischee zu erfüllen, denn wer mag schon seinen Chef, aber auch Leute in meinem Freundeskreis, Freunde von Freunden, irgendwelche Bekannte sowie natürlich diejenigen, von denen man sich erhofft, für die gespielte Freundlichkeit später im Leben irgendwann einmal etwas zurückzubekommen. Ich war ordentlich und brav, könnte man sagen, denn ich erfüllte Aufgaben, die mir zugetragen wurden, in der Regel ohne zu murren, befolgte die Regeln, auch wenn sie mir noch so unsinnig erschienen, wagte nichts und ordnete mich unter, wo es nur ging, weil alles andere wieder zu Problemen geführt hätte. Es war kein unangenehmes Leben, doch es war ein Leben, das mich auch nicht wirklich befriedigte.<br />
Nach den Worten des Arztes jedoch war alles anders. Meine Perspektive, meine Rolle in der Welt als auch meine Sicht auf mich selbst hatten sich verändert. Ich würde vielleicht bald sterben. Haben wir nicht alle diesen Gedanken in uns, schlicht und einfach das zu tun, was uns wirklich glücklich macht, wenn wir nur noch einen Tag zu leben hätten? Wenn es auch nicht ein einzelner sein sollte, so schienen meine Tage doch gezählt. Wie lange hätte ich noch gehabt? Sechs Monate? Ein Jahr? Was ist in einem solchen Fall der Unterschied zwischen einem Tag und einem Jahr? Oder anders gefragt: Was ist der Unterschied zwischen einem Tag und einem Leben? Wieso tragen wir diese Vorstellung mit uns herum, wir würden plötzlich alles ganz anders leben und erleben, wenn wir definitiv wüssten, es wäre unser letzter Tag? Wenn ich morgen ganz unspektakulär in der Dusche ausrutschen würde, wäre mein letzter Tag dann nicht der heutige, also beliebig? Immer und nie zugleich? Warum ändern so viele Menschen ihr Leben, wenn sie ein mehr oder weniger genaues Datum für ihren Tod erfahren? Verbringen wir unsere Leben vielleicht so unglücklich, so unbefriedigend, weil wir glauben, wir lebten für immer, wir könnten alles noch nachholen, was wir versäumen, und erst das baldige Ende, dieser Gedanke an Endlichkeit bringt uns dazu, unser Leben wahrhaft zu genießen, wenn es dafür schon fast zu spät ist? Ich weiß es nicht.<br />
Was ich jedoch wusste, war, mein Leben sollte anders werden. Ich wollte die wenige Zeit, die mir vielleicht noch blieb, sinnvoll nutzen. In meinem Kopf malte ich mir aus, wie mein Leben in Zukunft aussehen sollte. Zuallererst würde ich sie anrufen und um ein Date bitten, ein klares, eindeutiges Date, um dem Herumlavieren endlich ein Ende zu bereiten. Es wäre riskant, natürlich, aber ich hatte nichts mehr zu verlieren. Vor meinem Chef würde ich nicht länger kriechen, wenn er mich einmal mehr für seine eigene Inkompetenz bestrafte, sondern ihm offen sagen, was ich von ihm halte, und anstatt zu heucheln, würde ich wirklich immer meine ehrliche Meinung zum Ausdruck bringen, auch wenn sie einigen Menschen vielleicht nicht gefallen mag. Ich würde diejenigen Personen meiden, die mir nicht guttun, und würde mir Zeit für Menschen und Dinge nehmen, die mir besonders am Herzen liegen. Ich würde ein besserer Freund sein, ein besserer Sohn, ein besserer Mensch. Das war es, was ich mir vorstellte, was in mir brannte. Ich würde, wenigstens auf meine letzten Tage, endlich das Leben führen, das ich schon die ganze Zeit hätte führen sollen.<br />
Drei Tage später erhielt ich die Ergebnisse. Der Arzt sagte mir, ich hätte riesiges Glück gehabt, und was er damit meinte, war wohl, ich bekäme mein ewiges, undatiertes Leben zurück. Ich ging nach Hause, setzte mich auf meine Couch und verarbeitete, was gerade geschehen war. Ich dachte an die Frau, mit der ich schon seit langer Zeit so gerne ausgehen würde, und verteufelte mich dafür, sie noch immer nicht angerufen zu haben. Dann endlich nahm ich das Telefon in die Hand, wählte die Nummer meiner Eltern, erzählte ihnen von der guten Nachricht, und führte mein Leben weiterhin wie zuvor.</p>
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		<title>Schnittpunkt</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 18:24:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie sagt, sie läuft ganz gern allein, weil sie das immer schon so trug; einst reicht sie mir vielleicht die Hand: wir könnten, wie ich stets empfand, viel mehr noch als zwei Linien sein - doch heut&#8217; ist das für mich genug. (2010) Ähnliche Einträge: Vielleicht ja morgen Vertrautes Gefühl Alles oder nichts Schneckenhaus Bewusstsein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Sie sagt, sie läuft ganz gern allein,<br />
weil sie das immer schon so trug;<br />
einst reicht sie mir vielleicht die Hand:<br />
wir könnten, wie ich stets empfand,<br />
viel mehr noch als zwei Linien sein -<br />
doch heut&#8217; ist das für mich genug.</p>
<p style="text-align: center;"><small>(2010)</small></p>
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		<title>Furcht vor dem Glück</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jun 2010 12:30:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>
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		<description><![CDATA[It is easiest to accept happiness when it is brought about through things that one can control, that one has achieved after much effort and reason. But the happiness I had reached with Chloe had not come as a result of any personal achievement or effort. It was simply the outcome of having, by a [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>It is easiest to accept happiness when it is brought about through things that one can control, that one has achieved after much effort and reason. But the happiness I had reached with Chloe had not come as a result of any personal achievement or effort. It was simply the outcome of having, by a miracle of divine intervention, found a person whose company was more valuable to me than that of anyone else in the world. Such happiness was dangerous precisely because it was so lacking in self-sufficient permanence. Had I after months of steady labor produced a scientific formula that had rocked the world of molecular biology, I would have had no qualms about accepting the happiness that had ensued from such a discovery. The difficulty of accepting the happiness Chloe represented came from my absence in the causal process leading to it, and hence my lack of control over the happiness-inducing element in my life. It seemed to have been arranged by the gods, and was hence accompanied by all the primitive fear of divine retribution.</p>
<p>&#8220;All of man&#8217;s unhappiness comes from an inability to stay in his room alone,&#8221; said Pascal, advocating a need for man to build up his own resources over and against a debilitating dependence on the social sphere. But how could this possibly be achieved in love? Proust tells the story of Mohammed II, who, sensing that he was falling in love with one of the wives in his harem, at once had her killed because he did not wish to live in spiritual bondage to another. Short of this approach, I had long ago given up hope of achieving self-sufficiency. I had gone out of my room, and begun to love another &#8211; thereby taking on the risk inseparable from basing one&#8217;s life around another human being.<br />
<small>(Alain de Botton &#8211; On Love)</small></p></blockquote>
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		<title>Alles oder nichts</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 09:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbetrug]]></category>

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		<description><![CDATA[Einfach alles oder nichts, das sind unsere Optionen, nicht Asyl im Selbstbetrug, wie Freunde bleiben, dies&#8217; Getue - Freunde hab ich schon genug! (2010) Ähnliche Einträge: Schnittpunkt Auf lange Sicht endet alles gut Bewusstsein und Gefühlsleben Vielleicht ja morgen Wärmesucher]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Einfach alles oder nichts,<br />
das sind unsere Optionen,<br />
nicht Asyl im Selbstbetrug,<br />
wie Freunde bleiben,<br />
dies&#8217; Getue -<br />
Freunde hab ich schon genug!</p>
<p style="text-align: center;"><small>(2010)</small></p>
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		<title>Erleuchtung</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 10:27:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Eifersucht]]></category>
		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Trey Ratcliff „Ich verstehe das alles nicht. Was ist bloß mit mir los?“ „Bitte?“ „Was stimmt nicht mit mir? Ich habe letzte Nacht kein Auge zugetan. Für mehr als sechs Stunden lag ich wach, sechs volle Stunden, und die ganze Zeit habe ich fast ausschließlich an sie gedacht und die gesamte Situation, in der ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-955" title="The Wall of Fog" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/06/4602206431_68c7a96c9d.jpg" alt="" width="500" height="320" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/stuckincustoms/4602206431/"><span>Trey Ratcliff</span></a></p>
</div>
<p>„Ich verstehe das alles nicht. Was ist bloß mit mir los?“</p>
<p>„Bitte?“</p>
<p>„Was stimmt nicht mit mir? Ich habe letzte Nacht kein Auge zugetan. Für mehr als sechs Stunden lag ich wach, sechs volle Stunden, und die ganze Zeit habe ich fast ausschließlich an sie gedacht und die gesamte Situation, in der ich mich befinde. Nichts ergibt irgendeinen Sinn.“</p>
<p>„Ich verstehe nicht so recht, worum es geht.“</p>
<p>„Das Erste, woran ich denke, wenn ich morgens aufwache, ist ihr Gesicht, ihr Lächeln. Ohne zu zögern möchte ich sie anrufen, ihr einen Brief schreiben oder mich einfach irgendwie mit ihr treffen. Als ich das letzte Mal mit ihr zusammensaß, ertappte ich mich dabei, auf ihre Hände, auf ihre Handgelenke zu starren und bloß den einen Gedanken im Kopf zu haben, wie wunderschön sie sind und wie gerne ich sie berühren würde, nicht mit sexuellem Hintergedanken oder so, einfach nur… eine Berührung, um ihre Hände zu halten, um ihre Haut zu spüren.“</p>
<p>„Ich fange an zu verstehen.“</p>
<p>„Einmal erwähnte sie mir gegenüber irgendeinen unbedeutenden Typen, den sie getroffen hatte, ein namenloser Kerl, und ich fürchte, ich wurde eifersüchtig…“</p>
<p>„Warum?“</p>
<p>„Genau! Warum? Ich habe keine Ahnung, warum. Es gibt gar keinen Grund für mich, eifersüchtig zu sein.“</p>
<p>„Das heißt?“</p>
<p>„Es ist völlig hirnrissig.“</p>
<p>„Was?“</p>
<p>„Ich liebe sie nicht. Gott, ich habe nicht mal irgendwelche Gefühle für sie. Dennoch… verwirrt mich das alles sehr.“</p>
<p>„Alles? Was alles?“</p>
<p>„Ich sehe Gespenster.“</p>
<p>„Gespenster?“</p>
<p>„Ja. Ständig sehe ich Menschen, die so aussehen wie sie, die mich an sie erinnern, die sie in meinem Kopf lebendig werden lassen. In den Straßen der Stadt, im Zug, in irgendwelchen Bars, eigentlich überall. Selbst wenn ich ganz genau weiß, sie kann es nicht sein, die in diesem Moment genau da ist, wo ich auch bin, weil sie beispielsweise auf der Arbeit ist, spüre ich doch jedes Mal so ein Gefühl, so eine Hoffnung, dass es ja doch tatsächlich sie sein könnte, die ich da vor mir sehe. Ich fühle den Drang, einfach hinzugehen und sie anzusprechen, diese Gespenster anzusprechen, die ich sehe, obwohl ich doch genau weiß, wie sinnlos das wäre. Wenn jemand nur vage Ähnlichkeit mit ihr hat, geht das schon los und ich verhalte mich so fremd, fühle diesen Drang. Klinge ich wie ein Idiot? Bin ich verrückt?“</p>
<p>„Ich denke, wir kennen alle diese spezielle Form von Verrücktheit.“</p>
<p>„Sobald mein Telefon klingelt oder ich bloß eine Email bekomme, erwacht in mir sofort die Hoffnung und der Wunsch, es könnte vielleicht sie sein, und jedes Mal bin ich dann regelrecht enttäuscht, wenn sie es nicht ist. Am Anfang habe ich über all das gar nicht nachgedacht, ja ich habe es nicht einmal wirklich bemerkt, wie seltsam ich mich verhalte, aber in letzter Zeit kann ich es nicht mehr übersehen, nicht mehr ignorieren, und… es treibt mich in den Wahnsinn. Es ist, als blickte ich in einen Spiegel und sähe dort mein Spiegelbild irgendwelche Dinge tun, die ich selbst nie tun würde, doch zur gleichen Zeit weiß ich ganz genau, dass es niemand anderes ist als ich höchstpersönlich, den ich da im Spiegel sehe. Heute Morgen wollte ich einem meiner Kollegen eine Email schreiben, und als ich seine Emailadresse ins Empfängerfeld hätte eintragen müssen, stellte ich fest, dass ich schon ihre eingegeben hatte, ohne darüber nachzudenken. Es ist verrückt, oder? Das bin nicht mehr ich.“</p>
<p>„Du bist ein Entdecker in einem Wunderland. Gewöhn dich besser daran.“</p>
<p>„Ich bin mir nicht sicher, ob ich das möchte. Aber warte, da ist noch mehr. Als ich heute im Laufe des Tages an ihrer Wohnung vorbeifuhr, musste ich kurz an einer roten Ampel anhalten, und als ich da so wartete, das habe ich mir zunächst nicht eingestanden, hoffte ich, sie käme aus ihrer Tür heraus und geradewegs auf mich zu. Ich wusste, sie war nicht zuhause, dennoch habe ich genau das gehofft. Aber weißt du was?“</p>
<p>„Was?“</p>
<p>„Wenn sie tatsächlich aus ihrer Tür herausspaziert wäre, hätte ich nicht die geringste Idee gehabt, wie ich mit dieser Situation umgehen oder was ich zu ihr hätte sagen sollen. Es ist jedes Mal so, wenn ich sie sehe, ich fühle mich berauscht und unbehaglich zugleich, und ich verstehe nicht, wieso das so ist.“</p>
<p>„Aber du bist dennoch glücklich dabei?“</p>
<p>„Letzte Woche bin ich durch das halbe Land gereist, nur um einen einzigen Abend mit ihr zu verbringen…“</p>
<p>„Nur ein Abend?“</p>
<p>„Nur ein Abend. Ich habe eine Ewigkeit gebraucht, um zu ihr zu kommen, und es kostete mich ein Vermögen, aber es hätte mir nicht gleichgültiger sein können, denn alles, was mir in diesem Augenblick etwas bedeutete, war der Umstand, sie zu sehen, ihr nahe zu sein, Zeit mit ihr verbringen zu können. Oh Mann, ich kann immer noch nicht richtig glauben, dass ich das wirklich getan habe. Das entwickelt sich alles in die falsche Richtung.“</p>
<p>„Um ehrlich zu sein, klingst du sehr danach, als würdest du dir etwas vormachen, die Wahrheit verleugnen, und glaub mir, damit kenne ich mich aus, ich weiß, wovon ich rede.“</p>
<p>„Langsam bezweifle ich, dass es eine gute Idee war, das mit dir zu diskutieren…“</p>
<p>„Es zu ignorieren ist sicher keine bessere.“</p>
<p>„Hör zu, es gibt nichts zu verleugnen, aber selbst wenn dem so wäre, rein hypothetisch gedacht, wäre ich sicher der Einzige, der in dieser Sache emotional involviert ist, also muss ich darüber gar nicht erst nachdenken.“</p>
<p>„Und dennoch tust du es. Es spielt außerdem überhaupt keine Rolle, weißt du.“</p>
<p>„Was spielt keine Rolle?“</p>
<p>„Es spielt keine Rolle, ob sie ebenfalls emotional involviert ist, wie du es so hochtrabend ausgedrückt hast. Was immer sie für dich fühlt oder angeblich nicht fühlt, ändert rein gar nichts an dem, was du für sie empfindest. Du hast also Unrecht. Es hat durchaus Sinn, über all das nachzudenken. Du <em>denkst</em> über all das nach, du denkst <em>über sie</em> nach, du denkst <em>an</em> sie.“</p>
<p>„Aber ich empfinde doch gar nichts für sie!“</p>
<p>„Jaja, ist klar, wie auch immer. Lass mich kurz zusammenfassen, was du mir bis hierhin erzählt hast: Jeden Morgen ist sie das Allererste, woran du denkst, wenn du aufwachst, und du setzt Himmel und Hölle in Bewegung, nur um sie für eine kurze Zeit zu sehen, nur um ihr vorübergehend nah zu sein. Du bist nervös, wenn sie in deiner Nähe ist und du vermisst sie, wenn sie das nicht ist, darum siehst du deine so genannten Gespenster. Offensichtlich geht sie dir nicht mehr aus dem Kopf, und anscheinend geht sie dir auch nicht mehr aus dem Herzen. Du bist mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit gerade der dümmste Mensch auf diesem Planeten.“</p>
<p>„Warum sollte ich das sein und wer denkst du, dass du bist, um das zu beurteilen?“</p>
<p>„Oh, ich existiere nur in deinem Kopf, mein Freund. Das ist dir aber klar, oder? Dessen ungeachtet unterhältst du dich bereits seit einer knappen halben Stunde mit mir – nun, mit dir selbst eigentlich – darüber, wie du ja so gar keine Gefühle für sie hast, während sie gleichzeitig ganz offensichtlich das ist, was dich am meisten beschäftigt und dir am allerwichtigsten ist. Willst du mich verarschen? Soll das ein beschissener Scherz sein?“</p>
<p>„Bitte was?“</p>
<p>„Pass auf, ich werde dir keine definitive Antwort auf deine ursprüngliche Frage geben, aber wenn wir uns einmal ansehen, welche Hinweise und Anhaltspunkte du dir selbst gegeben hast, bin ich mir verdammt sicher, du wirst das Rätsel lösen. Ich hoffe für dich, du wirst es tun, andernfalls bist du ein riesiger Idiot. Ich habe erledigt, wofür ich kam. Viel Glück!“</p>
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		<title>An die Lieblosen</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 10:50:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ihr seid die lieblosesten Menschen, die ich kenne. Ihr schaut euch Sendungen an, in denen Andere, die in ihrem Leben noch nie eine ernsthafte Partnerschaft erlebt haben, einmal von der Liebe sprechen, von dem, was das nun für sie ist, und ihr, ihr macht euch lustig über sie, weil sie in euren Augen so unglaublich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ihr seid die lieblosesten Menschen, die ich kenne. Ihr schaut euch Sendungen an, in denen Andere, die in ihrem Leben noch nie eine ernsthafte Partnerschaft erlebt haben, einmal von der Liebe sprechen, von dem, was das nun für sie ist, und ihr, ihr macht euch lustig über sie, weil sie in euren Augen so unglaublich peinlich sind. Sie mögen peinlich sein, doch noch viel peinlicher seid letztlich ihr, die ihr euch hämisch über das kleine und große Glück anderer Menschen amüsiert, auf sie herabblickt, um ihre Vorstellung von Liebe und Geborgenheit mit zynischer Aufgeblasenheit in den Dreck zu ziehen und das bisschen Glück, das ein Menschen für sich findet, erst auf den Boden zu werfen und dann mit Füßen zu treten, bis jeder Ansatz von Zufriedenheit verstirbt.</p>
<p>Ihr wendet euch angeekelt ab, wenn sich zwei Menschen liebevoll küssen und ihr das unmittelbar beobachten müsst. Ihr verabscheut jegliches Verhalten, das anderen zeigt, dass man ein Pärchen ist. Ihr würdet sie am liebsten allesamt trennen, wollt ihrem Glück so schnell es geht ein Ende bereiten, denn für euch ist das kein Glück, was ihr da seht, also kann es das für andere doch auch nicht sein. Ihr seid Gefühlsspießer – wenn ihr nicht könnt, sollen alle anderen auch nicht dürfen.</p>
<p>Ihr wollt sie nicht, die Liebe, sagt ihr dann und wiederholt das wie ein Mantra. Wen wollt ihr damit überzeugen, den Rest der Welt oder am Ende bloß euch selbst? Anstatt sie als Geschenk anzunehmen, wollt ihr die Quittung sehen oder blockt sie ab, zerredet sie und macht sie klein. Wer immer euch mal liebt, den stoßt ihr eiskalt weg. Das Übel, sagt ihr, wollt ihr an der Wurzel ausradieren. Hört ihr euch eigentlich manchmal selbst beim Reden zu?</p>
<p>Ihr verschanzt euch hinter beißendem Zynismus, der bequem ist, hinter Traumgebilden, die naiv sind, oder hinter dem, was ihr Vernunft nennt, was doch in Wahrheit dann bloß Angst in listiger Verkleidung ist. Ihr findet so viele gute Gründe, euch nicht auf jemanden einzulassen, so viele schlaue Rationalisierungen, die ihr euch zurechtbiegt, aber nicht einen einzigen Grund dafür. Ihr begreift nicht, dass ihr umsonst sucht, denn es gibt gar keinen Grund dafür, weil das Dafür doch eines Grundes nicht bedarf: „Ich liebe dich, weil…“, das sagt kein Mensch, der wahrhaft liebt. Auf der anderen Seite verstecken sich Millionen Gründe dagegen und ihr, ihr findet sie alle. Ihr wollt sie unbedingt finden, ihr wollt Vorwände, Ausflüchte, Notausgänge. Dann wägt ihr ab: Kein Grund dafür, so viele dagegen, ihr zieht Bilanz und rechnet aus, als ob es um den Einkauf geht. Und ihr, die ihr so lieblos sprecht, ihr wagt es dann, ganz lauthals über jene herzuziehen, die glücklich in Gefühlen baden gehen?</p>
<p>Wenn es nicht Liebe auf den ersten Blick ist, die euch umhaut, die von euch Besitz ergreift, dann wollt ihr sie nicht haben. Seid ehrlich zu euch selbst: Wie oft habt ihr das schon erlebt? Für euch verhält sich Liebe wie die magische Bohne, aus der ganz plötzlich eine Ranke bis zum Himmel wächst. Dass es auch anders geht, dass Liebe auch als zartes Pflänzchen reifen kann, das reichlich Zeit zum Wachsen braucht, das kommt euch gar nicht in den Sinn, denn wenn dann doch mal etwas keimt, stürmt ihr gleich mit der Sichel an.</p>
<p>Ihr seid so abgebrüht. Ihr wollt Pärchen im Park vergiften und amüsiert euch übers Glück der anderen. Wie kann man da Respekt vor euch haben? Ihr seid umgeben von Liebe, sie klopft sogar von Zeit zu Zeit an eure Tür, und alles, was ihr dafür übrig habt, ist Hohn aus eurer Burg. Wenn unerwartet Liebe zu euch kommt, dann schlagt und tretet ihr sie, bis sie stirbt, weil ihr doch lieber weiterhin in eurer kalten Festung wohnt. Ist es da ein Wunder, wenn die Liebe euch nichts gibt?</p>
<p>Ihr informiert euch über bio-chemische Prozesse, ihr theoretisiert und analysiert das Gefühl, doch Theorie wird euch nicht küssen, nie umarmen oder Wärme spenden können. Ihr phantasiert so gern von riesigen Gefühlen, jagt Schimären hinterher, die ihr aus Liebesfilmen kennt, ihr lest in Büchern über sie, von denen ihr in Wahrheit keine Ahnung habt, weil ihr noch nicht einmal die kleinen schätzt. Ihr lehnt sie ab, ihr macht sie schlecht, stets wollt ihr sie zerstören, ihr untergrabt und ihr verschandelt sie, wo immer ihr sie seht, ihr gönnt den anderen kein Glück.</p>
<p>Sind eure Abgebrühtheit, euer Hass, die zynische Verbitterung, die ihr mit eisgekühlter Brust dem Rest der Welt entgegenstellt, die ganze Missgunst und das kalte Herz denn nicht bloß Ausdruck eigener Enttäuschung? Wie wollt ihr jemals glücklich sein, wenn ihr den Schmerz so konserviert?</p>
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		<title>Wärmesucher</title>
		<link>http://pala.mischamandl.de/waermesucher/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 08:54:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Sehnsucht]]></category>
		<category><![CDATA[Wärme]]></category>

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		<description><![CDATA[Such dir Ziele, keine Träume; Sehnsucht erntet Spott und Hohn; morgen, da wird alles besser, gestern war das heute schon. (2010) Ähnliche Einträge: Vielleicht ja morgen Die Doppelstockwagen-Gesellschaft Alles oder nichts Schnittpunkt Erleuchtung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Such dir Ziele, keine Träume;<br />
Sehnsucht erntet Spott und Hohn;<br />
morgen, da wird alles besser,<br />
gestern war das heute schon.</p>
<p style="text-align: center;"><small>(2010)</small></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Für die Ewigkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 12:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Leid]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Trey Ratcliff Es gibt kaum etwas, das so schwer zu finden und so leicht wieder zu verlieren ist wie Glück. In ihrem Leben war Glück eine Seltenheit, ist Glück schon immer eine Seltenheit gewesen, und sie litt unter den Mangelerscheinungen, die dieses Defizit an Glück in ihr bewirkte. Sie ist als Halbwaise aufgewachsen, allein mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-754" title="The Safehouse" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/02/3973516097_3a6d9f5c29.jpg" alt="" width="500" height="333" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/stuckincustoms/3973516097/"><span>Trey Ratcliff</span></a></p>
</div>
<p>Es gibt kaum etwas, das so schwer zu finden und so leicht wieder zu verlieren ist wie Glück. In ihrem Leben war Glück eine Seltenheit, ist Glück schon immer eine Seltenheit gewesen, und sie litt unter den Mangelerscheinungen, die dieses Defizit an Glück in ihr bewirkte.<br />
Sie ist als Halbwaise aufgewachsen, allein mit ihrem Vater, weil ihre Mutter kurz nach der Geburt gestorben war, ohne ihr Kind auch nur ein einziges Mal in den Armen gehalten zu haben. Ihre nicht allzu unbeschwerte Kindheit war von stetiger Entbehrung geprägt, und neben ihrer persönlichen Verfassung haben auch ihre schulischen Leistungen deren alles überschattenden Einfluss erfahren müssen, doch hat sie die Schule verlassen, sobald diese Möglichkeit in Sichtweite geraten war, um Geld zu verdienen für das, was sie Familie nannte. Ihr Einkommen reichte kaum zum Überleben. Sie hatte eine Arbeit, denn sie hangelte sich von Aushilfstätigkeit zu Aushilfstätigkeit, doch war dieser Job wie schon so viele ihrer Jobs zuvor nicht mehr als eine Übergangslösung, ein schlecht bezahlter Lückenfüller für Menschen ohne Qualifikation, den sie, dessen war sie sich bewusst, recht bald wieder verlieren würde.<br />
Zwar hatten ihre Eltern einige Ersparnisse angesammelt, die ihr Vater nun so gut es ging verwaltete, doch wurden diese kleinen finanziellen Reserven hauptsächlich dafür eingesetzt, die monatlichen Rechnungen zu begleichen und das in die Jahre gekommene Haus irgendwie instand zu halten, in dem sie mit ihrem Vater zusammen wohnte und in dem schon ihre Ur-Großeltern vor ihr gewohnt hatten. Dieses Familienerb- und -bruchstück war mit einer beachtlichen Hypothek belastet, sie hatte in der Vergangenheit Schulden angehäuft, die sie nicht mehr würde bezahlen können, wenn das Ersparte einmal aufgebraucht wäre, und zu ihren materiellen Sorgen gesellten sich auch zwischenmenschliche Probleme. Während ihr Vater zunächst sie gepflegt und aufgezogen hatte, war es nun an ihr, ihren altersschwachen Vater zu versorgen. Sie hatten kein besonders gutes Verhältnis zueinander, denn er schien von ihr enttäuscht zu sein, doch war er immer noch ihr Vater und sie fühlte sich für ihn verantwortlich.<br />
Auch ihr Beziehungsleben konnte sie nicht glücklich machen. Traf sie einmal einen Mann, auf den es sich in ihren Augen einzulassen lohnte, was in ihrem Leben bloß selten geschah, dann waren all diese Beziehungen mit jenen Männern doch nie von allzu langer Dauer und ließen sie in einem emotionalen Trümmerhaufen zurück, wenn sie schließlich wie ein Kartenhaus zerfielen. Kein eines Mal in ihrem Leben hatte sie je so etwas wie völlige Zufriedenheit erlebt. Zwar hatte sie ab und an das so genannte Glück gefunden, doch verging es stets wieder so schnell wie es gekommen war. Falls sich tatsächlich so etwas wie Hoffnung vor ihrer Nase befand, so konnte sie es jedenfalls nicht sehen. Kurz gesagt, ihr Leben war eine Großbaustelle, deren Architekt ein Zyniker und deren Vorarbeiter ein hoffnungsloser Unglücksrabe war.<br />
Als sie zu einem ihrer vielen Bewerbungsgespräche ging, zu einem Vorstellungstermin in einem anonymen Glaspalast, bei dem sie wieder einmal abgelehnt wurde, traf sie einen Mann. Beide teilten das gleiche Schicksal, zumindest in Hinblick auf die enttäuschte Hoffnung, die dieses Bewerbungsgespräch ihnen eingepflanzt hatte, und beide führten sie ein Leben, mit dem sie nicht zufrieden sein konnten, selbst wenn sie es gewollt hätten. Anstatt nach Hause zu fahren, wo nichts auf sie gewartet hätte außer ihrem missgelaunten Vater, setzte sie sich gemeinsam mit diesem Mann in ein Café, bestellte Kuchen, den sie sich nicht leisten konnte, und verbrachte den gesamten Nachmittag mit angeregter Unterhaltung, mit Lachen und gar mit so etwas wie Euphorie. Die Zeit verging, als ob sie es nicht besser wüsste.<br />
Spät am Abend stand sie vor der Wahl, den Tag nun mit dieser kurzen Episode der Freude zu beenden oder aber auf sein Angebot einzugehen, denn er hatte sie in seine Wohnung eingeladen, und schließlich verbrachte sie die Nacht mit diesem Mann. Er war nicht ihre große Liebe, darüber machte sie sich keine Illusionen, doch zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte sie sich wieder glücklich. Es war nicht bloß ein beiläufiges Glücksgefühl, wie sie es ab und an einmal erlebte, sondern völlig und unbedingt in seiner Art. Ihr Glück verdrängte jedes andere Gefühl in ihr, all die Sorgen und Ängste, deren schweres Gewicht sie ständig mit sich herumzutragen hatte, das sie herunterzog und an den Boden presste.<br />
Als sie am nächsten Morgen nach Hause kam, tanzte sie ganz unbeschwert herum, schwebte lächelnd durch die Räume und summte leise vor sich hin, während ihr Vater, der all das überrascht zur Kenntnis nahm, sie bloß jäh und ruppig anblaffte, ob sie denn diesmal endlich einen ernstzunehmenden Arbeitsplatz gefunden hätte. Sie aber wollte das nicht hören, sie mochte in diesem Augenblick von alledem nichts wissen, denn sie war glücklich und sie wollte dieses zerbrechliche Glück nicht wieder zerfallen sehen, sie wollte diesen glücklichen Moment so lange konservieren wie irgend möglich. Sie blickte auf die Fotos früherer Tage, die überall in diesem Haus an den Wänden hingen, festgehaltene Erinnerungen an eine traurige Vergangenheit, die sie ihr Leben nannte. „Du wirst glücklich sein“, sprach sie sanft zu einem dieser Bilder, zu dieser unglücklichen jungen Frau, die bislang so wenig Hoffnung für sich gesehen hatte. Dann schritt sie fröhlich in das Arbeitszimmer ihres Vaters, öffnete eine Schreibtischschublade, griff hinein, nahm die geladene Pistole heraus, die ihr Vater darin aufbewahrte, steckte sich den Lauf in den Mund und drückte ab.</p>
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		<title>Wenn du in einen Abgrund blickst</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 16:29:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
		<category><![CDATA[Erwartungen]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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		<category><![CDATA[Verzweiflung]]></category>

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		<description><![CDATA[Harold Lloyd „Wieso bist du hier?“ „Ich bin gekommen, um endlich das zu tun, worauf ich schon so lange warte.“ „Du kannst mich nicht töten, das weißt du. Er wird es nicht zulassen. Du wurdest verbannt, das ist nicht mehr dein Reich.“ „Er war glücklicher, bevor du kamst, und er fängt an, das zu begreifen.“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-509" title="post-apocalyptic teddy " src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/01/3940469591_f5f08d89fa.jpg" alt="" width="500" height="333" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/safetylast/3940469591/"><span>Harold Lloyd</span></a></p>
</div>
<p>„Wieso bist du hier?“</p>
<p>„Ich bin gekommen, um endlich das zu tun, worauf ich schon so lange warte.“</p>
<p>„Du kannst mich nicht töten, das weißt du. Er wird es nicht zulassen. Du wurdest verbannt, das ist nicht mehr dein Reich.“</p>
<p>„Er war glücklicher, bevor du kamst, und er fängt an, das zu begreifen.“</p>
<p>„Er war nicht glücklich.“</p>
<p>„Deine gewohnte Überheblichkeit, mein Freund. Nein, er war nicht glücklich, aber war nie so unglücklich wie jetzt, nach alledem, was du ihm angetan hast.“</p>
<p>„Was ich ihm <em>angetan</em> habe? Du bist so selbstgerecht wie eh und je. Ich war für ihn Prometheus!“</p>
<p>„Du warst für ihn Pandora.“</p>
<p>„Ich gab ihm Hoffnung…“</p>
<p>„Enttäuscht!“</p>
<p>„…ich gab ihm Zuversicht …“</p>
<p>„Ernüchtert!“</p>
<p>„…ich gab ihm Glauben an das Gute.“</p>
<p>„Und was hat es gebracht? Was hat es ihm gebracht?“</p>
<p>„Er führt endlich ein Leben, ein richtiges Leben. Was für ein Leben war es denn zuvor, bevor ich kam, als er noch fügsam auf dich hörte? Was waren deine Leistungen für ihn, was hast du Gutes je für ihn getan? Du hast ihn mit dem Wahn infiziert, die Welt habe ihm nichts, aber auch gar nichts zu bieten, hast ihn entmutigt und ihn mitleidig beschworen, sich hinter einer Mauer zu verstecken, die du bereitwillig für ihn errichtet hast. Alles, was er sah, das war für ihn nur schlecht, böse und es nicht wert, sich darauf einzulassen.“</p>
<p>„Bis du kamst, nicht wahr, und ihm gesagt hast, er brauche nur in das Gute zu vertrauen, und das Gute würde geschehen. Oh, du Narr! Er war naiv genug, um dir zu glauben, doch was bekam er dann dafür? Enttäuschung, Wut, Verzweiflung. Es hat sich nie gelohnt. Das Gute, das du ihm versprachst, hat er bis heute nicht gesehen.“</p>
<p>„Er wird es sehen und das Warten wird sich für ihn lohnen, wenn er bloß jetzt nicht resigniert, wenn er sich Offenheit bewahrt und nicht in seinem Gram verschließt. Bleib von ihm fern, und auf lange Sicht wird alles gut.“</p>
<p>„Das Warten, das Warten, das Warten. Wie lange soll er denn noch warten? Schau ihn dir an, er hat genug vom Warten. Wer kann es ihm verübeln? Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr vertröstest du ihn mit diesem vorlauten, hanebüchenen Optimismus, er müsse nur Geduld haben, und das Gute werde ihn ereilen. Nie hat er irgendwas davon gesehen, bis heute wurde es nicht wahr. Zum Teufel mit der Geduld! Zum Teufel mit der Offenheit!“</p>
<p>„Du wirst ihn nicht wieder bekommen. Er ist ein besserer geworden.“</p>
<p>„Ach ja? Wie war er denn, bevor du ihn verführen kamst?“</p>
<p>„Zynisch. Er war ein Pessimist, er hatte keinerlei Erwartungen an die Welt, denn da warst du und hast sie ihm genommen.“</p>
<p>„Aber du gabst ihm Erwartungen, Hoffnungen und Vertrauen…?“</p>
<p>„Ganz recht, ich gab ihm Erwartungen, Hoffnungen und Vertrauen, während du ihm alles nahmst.“</p>
<p>„Du gabst ihm Luftschlösser, Träume und Illusionen! Du hast ihm die verbotene Frucht präsentiert und er, er hat sie sich genommen. Hat sich eine seiner Erwartung erfüllt, die du in ihm gesät hast? Irgendeine? Sein Unglück, das ihn nun so quält, was glaubst du wohl, woher es rührt? Jede ernsthafte Erwartung wurde enttäuscht, jede aufrichtige Hoffnung, jedes offene Vertrauen. Wo du auftrittst, endet es immer wieder gleich. Quellen der Pein sind alles, was du ihm gegeben hast. Das ist sein Unglück! Ohne dich hätte er all das Leid nie erfahren, und er lebte gut so, bevor du anfingst, alles zu zerstören.“</p>
<p>„Ja, denn das war deine Lösung für ihn: Leere. Natürlich, er konnte nicht enttäuscht werden, wenn er keinerlei Erwartungen hegte, aber kann ein Mensch so je glücklich werden? Er wird sein Glück nur finden können, wenn er das Risiko wagt, von Zeit zu Zeit enttäuscht zu werden. Du aber hast ihm alles genommen, für das es sich zu leben lohnt. Er hatte keinerlei Hoffnung für die Zukunft. Es gab niemanden, dem er sein Vertrauen schenkte. Kein Mensch war ihm wichtig, die Welt für ihn ein schlechter Ort. Und du besitzt die Unverschämtheit, es zu wagen, das ein gutes Leben zu nennen, was er da führte?“</p>
<p>„Ein besseres als du es ihm geschaffen hast. Zynismus hat ihn nie so hart enttäuscht wie du. Früher war er stärker, früher hatte er sein Bollwerk gegen die Welt. Doch dann kamst du, mein Freund, der edle Befreier, und du erst hast ihm eingeredet, er könne so nicht leben, das mache ihn nicht glücklich, er solle alle Tore seiner Festung öffnen, um das Gute in sein Leben ziehen zu lassen. Aber was kam wirklich durch die Tore? Sieh ihn dir an! Er ist unglücklicher als je zuvor.“</p>
<p>„Er kann nicht einfach wieder zurückgehen, nicht nachdem er so weit gekommen ist. Wenn er die Hoffnung fahren lässt, ist er so gut wie tot, das siehst auch du. Ich zeige ihm das Leben, <em>du</em> zeigst ihm bloß Verzweiflung.“</p>
<p>„Ich zeige ihm, wie er Verzweiflung aus dem Weg geht, die <em>du</em> erst in sein Leben gebracht hast. Er hat genug von dir. Seine Geduld ist am Ende, deswegen bin ich hier. Er wird dich nicht länger beschützen. Du hattest deine Chance und du hast versagt.“</p>
<p>Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird, schreibt Nietzsche, und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.</p>
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		<title>Let&#8217;s go to the movies #4</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 16:17:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme & Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Bright Eyes]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
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		<category><![CDATA[Ólafur Arnalds]]></category>

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		<description><![CDATA[Ólafur Arnalds &#8211; Ljósið (Official Music Video) from Erased Tapes on Vimeo. A Thousand Words from Ted Chung on Vimeo. First Day Of My Life from Bright Eyes on YouTube. Ähnliche Einträge: Let&#8217;s go to the movies #2 Let&#8217;s go to the movies #1 Fernweh Let&#8217;s go to the movies #5 Vom Zuhören]]></description>
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<p><a href="http://vimeo.com/6284199">Ólafur Arnalds &#8211; Ljósið (Official Music Video)</a> from <a href="http://vimeo.com/erasedtapes">Erased Tapes</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="270" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2884813&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="270" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2884813&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/2884813">A Thousand Words</a> from <a href="http://vimeo.com/tedchung">Ted Chung</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/zwFS69nA-1w&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/zwFS69nA-1w&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=zwFS69nA-1w">First Day Of My Life</a> from Bright Eyes on <a href="http://youtube.com">YouTube</a>.</p>
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		<title>Der menschliche Makel</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 16:04:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Enttäuschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Menschen. Menschen sind überall gleich. Ich kam in diese Stadt und ich tat es ohne die geringsten Erwartungen. Es war etwas Neues für mich, eine ungewohnte Umgebung, und diese Stadt war so gut wie jede andere auch. Selbst wenn ich es mir zunächst nicht eingestand, war es für mich ein Ort der Hoffnung, ein Ort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-297" title="perfect world" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/01/tumblr_kvlrp3UnSu1qzr91ro1_500_large.jpg" alt="" width="500" height="374" /></p>
<p>Menschen. Menschen sind überall gleich. Ich kam in diese Stadt und ich tat es ohne die geringsten Erwartungen. Es war etwas Neues für mich, eine ungewohnte Umgebung, und diese Stadt war so gut wie jede andere auch. Selbst wenn ich es mir zunächst nicht eingestand, war es für mich ein Ort der Hoffnung, ein Ort der Träume, ein Ort der Illusionen.<br />
Der erste Eindruck überraschte mich. Man nahm mich freundlich auf. Einfach so. Ohne Bedingungen und ohne jede Umschweife. Es war für diese Menschen nichts Ungewöhnliches, einen Neuen, einen Fremden in ihre Reihen zu integrieren. Das unterschied diesen Ort von beinahe allem, was ich kannte, denn wie schwer, wenigstens aber aufwändig war es doch in der Regel, mit offenen Armen als Fremder in eine bestehende Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Nicht so hier. Einwohner kamen und gingen, und manchmal blieben sie nur wenige Wochen. Es war eine Freundlichkeit, eine Selbstverständlichkeit, die mich begeisterte. Den schmalen Grat zwischen naivem Vertrauen und unbarmherziger Distanz pflegte ich stets mit einer Art gesundem Grundvertrauen zu beschreiten, das lediglich begrenzt wurde durch eine über die Jahre hinweg gewachsene Menschenkenntnis, die es erforderte, um nicht der blinden Naivität anheimzufallen.<br />
Im Allgemeinen vertraute ich selbst mir völlig unbekannten Menschen, solange sie mir keinen Grund lieferten, daran zu zweifeln. Was wäre die Alternative gewesen? Gesundes Misstrauen ist ein Widerspruch in sich, so etwas gibt es nicht, und lieber wollte ich bisweilen in meinem Vertrauen enttäuscht werden, als unter ständigem Misstrauen und in paranoider Grundhaltung durch die Welt zu gehen, denn Misstrauen fördert unablässig Misstrauen. Insofern fühlte ich mich hier zuhause. Niemanden interessierte, warum ich kam. All die menschlichen, nur allzu menschlichen Kategorien, die bisweilen dafür sorgten oder benutzt wurden, Keile zwischen die Individuen zu treiben, schienen hier ohne Bedeutung zu sein. Alter, Geschlecht, Herkunft, Aussehen oder Status, Erfolg, Bildungsgrad und noch die verrücktesten Interessen waren für das Miteinander dieser Menschen anscheinend völlig nebensächlich, zumindest ließen sie sich nicht im geringsten anmerken, darauf irgendeinen Wert zu legen. Es war zu gut, um wahr zu sein. Es war nicht wahr &#8211; aber das konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Ich hätte es wissen müssen, aber ich tat es nicht, denn wer stellt schon Fragen, wenn ihm Einlass in das Paradies geboten wird.<br />
Nun, da ich ihn verlasse, muss ich rückblickend auf diesen Ort leider sagen, dass unterm Strich die Enttäuschung überwiegt. Es gab sehr viel Freude, schöne Momente, gute Erfahrungen, aber letztlich auch zu viel Frustration. Ich habe viele Monate hier damit verbracht, Hoffnungen und Träumen nachzujagen, die am Ende fast alle enttäuscht wurden. Ich komme mir so dumm vor. Alles ließ ich stehen und liegen, sogar meine Arbeit vernachlässigte ich in all der Zeit, weil es nichts Wichtigeres gab auf der Welt als diese Menschen, auf die ich meine Hoffnungen setzte. Und für was? Was dachte ich zu sehen? Menschen, die nicht so sind wie an jedem anderen Ort der Welt? Illusionen! Wieso also sollte ich bleiben?<span id="more-296"></span><br />
Vielleicht mag es auf den ersten Blick paradox erscheinen, dieses Grundvertrauen von einer gewissen Grunddistanz begleiten zu lassen, die aber gar kein Widerspruch, sondern eher Gegengewicht und Erdung ist. Mit einem großen Teil der Menschen, die ich kennenlerne, kann ich, so schwer es mir das Leben auch manchmal macht, im Allgemeinen leider nur sehr wenig anfangen, darum vermeide ich allzu nahen Kontakt mit ihnen, wo ich das kann. Das gilt für die Einwohner dieser Stadt wie für die Menschen im Gesamten. Sie können nichts dafür, sie sind nicht besser oder schlechter als ich, sie haben einfach nur eine andere Vorstellung von der Welt, eine Vorstellung, die ich nicht teile. Sie legen Verhaltensweisen an den Tag, die so normal, so menschlich sind, und doch meide ich sie dafür. Sie verbreiten Lügen und bringen Gerüchte in Umlauf, sie hetzen sich gegeneinander auf, sie lästern über ihren Nächsten, sobald er nur für einen Augenblick außer Hörweite gegangen ist. Sie verschwören sich. Sie fragen nicht, wenn sie eine Geschichte über einen anderen hören, ob sie denn überhaupt stimmt, sie glauben sie direkt. Sie korrumpieren. Sie sind ständig am Kämpfen, am Streiten, geraten aneinander und konkurrieren um Macht, Prestige, Anerkennung und Beifall. Sie sind selbstverliebt, arrogant und heucheln. Ständig heucheln sie. Sie sind freundlich zu jedem, ja, doch was heißt das schon, was hilft das, wenn es nur gespielte Freundlichkeit ist? Sie legen das Stilett nie aus der Hand. Am Vormittag können sie dir sagen, wie gerne sie dich haben und was sie an dir schätzen, dich am Nachmittag vor deinen Freunden schlechtreden, um dann am Abend mit dir ein so genanntes ehrliches Gespräch zu führen, wie verlogen alle anderen doch seien. Nichts davon tun sie aus Boshaftigkeit, und das ist das wirklich Traurige daran. Lernt man die Menschen in dieser Stadt ein wenig näher kennen, muss man feststellen, dass die meisten von ihnen genauso sind, genauso normal. Das macht sie nicht zu schlechten Menschen, aber es macht sie zu Menschen, denen ich aus dem Weg gehe. Vielen gehe ich aus dem Weg.<br />
Doch es gab Ausnahmen, es gibt sie überall, man muss sie bloß finden. Diejenigen, die anders sind. Menschen, die sich die Tatsache vor Augen führen, auch selbst nicht immun gegenüber derartigen Verhaltensweisen zu sein, die aber versuchen, sie auf ein Minimum zu reduzieren, die ihr Verhalten kritisch reflektieren, die ein zwischenmenschliches Miteinander statt eines Gegeneinanders herzustellen bestrebt sind. Menschen, die sich nicht andauernd in den Mittelpunkt zu stellen versuchen, die nicht herumschreien, um Lorbeeren noch für die kleinsten Taten ernten zu wollen. Menschen, die so aufrichtig wie freundlich sind und das nicht bloß spielen, weil sie sich etwas davon erhoffen. Tatsächlich stellt sich nämlich leider ein Teil derer, die zunächst als solche Ausnahmen erscheinen, bei genauerer Betrachtung als Schauspieler heraus, als Menschen, die sich lediglich darstellen, als wären sie zuvorkommende, freundliche, aufrichtige Personen. Bohrt man etwas tiefer, offenbart sich, es handelt sich um Lügner. Geschickte Lügner zwar, aber dennoch Lügner. Sie spielen das alles, dieses Spiel ist ihr Leben. Es sind Egozentriker, Geltungssüchtige und Selbstverliebte. Sie sind genau wie der Großteil derer, auf die sie aus ihrer Rolle verächtlich hinabblicken, aber sie haben gelernt, das zu überspielen, und das machen sie teilweise verdammt gut.<br />
Die echten Ausnahmen aber, die ich fand, waren allesamt nette Menschen und darüber war ich froh. Das meine ich ohne jede Ironie. Einfach aufrichtige, nette Menschen, und viele von ihnen verfügten über eine recht unkomplizierte, unverbindliche Vorstellung von Freundschaft. Genau das war jedoch gleichzeitig das Problem, weshalb ich mich nicht mit ihnen anfreunden wollte. Ihre Vorstellung von Freundschaft entsprach nicht der meinen, einer Vorstellung, die manchem, den ich sah, vielleicht fremd sein mochte, der unzählige Freundschaften pflegte – und wenn man bloß mit jemandem in einer Bar ein Bier trank, war er sofort ein Freund. Das mochte für andere funktionieren, und dies ist keine Verurteilung einer solchen Auffassung von Freundschaft, für mich allerdings nicht.<br />
Seit jeher nannte ich nur wenige Menschen wirklich Freunde, doch für jene, auf die ich mich konzentrierte, war ich es von ganzem Herzen, mit all meiner Energie. Diese netten, unverbindlichen Leute – sollte ich sie auch alle zu meinen Freunden machen? Würde das funktionieren? Und dann? Auch meine Tage haben nur vierundzwanzig Stunden. Auch ich verfüge nur über begrenzte Energie. Ich wollte keine netten, unverbindlichen Leute kennenlernen, die ich zu meinen Freunden hätte machen können, weil das nur bedeutet hätte, das kostbare Engagement für jeden meiner Freunde zu reduzieren, reduzieren zu müssen, breiter zu verteilen, sodass am Ende jeder weniger davon bekommt. Das wollte ich nicht. Machte mich das in ihren Augen zu einem unsozialen Menschen? Vermutlich. Behandelte ich diese netten, unverbindlichen Menschen ungerecht? Vielleicht. Aber lieber das, als dass ich sie zu Freunden gemacht hätte, die keine waren, zu Freundschaften, die weder sie noch mich befriedigen würden.<br />
Aber es gab Ausnahmen unter den Ausnahmen. Ganz besondere Menschen. Menschen, für die sich jedes noch so große Engagement lohnte, die so unglaublich kostbar waren, dass ich sie nie wieder aus den Augen verlieren wollte, die mich berührten, nicht nur in Gedanken, sondern tief im Inneren. Menschen, die kennenzulernen mir war, als würden sich Welten verbinden. Es war der enttäuschendste Teil. Die meisten von ihnen waren Frauen, denn unglücklicherweise fielen die vermeintlichen Ausnahmen unter den Männern vorwiegend &#8211; aber nicht alle &#8211; in die Kategorie Schauspieler, denen es am Ende doch nur um ihr Ego ging, auf die eine oder auf die andere Art. Leider. Mit ihnen wäre es einfacher. Was nun war das Problem mit diesen Ausnahmen unter den Ausnahmen? Da gab es also jemanden, der besonders erschien, zumindest für mich. Jemanden, der kein Schauspieler war. Jemanden, der ein ähnliches Verständnis vom Leben und der Welt aufwies. Jemanden, der unbedingtes Vertrauen verdiente und jemanden, mit dem das gegenseitige Verstehen so einfach erschien, mit Worten oder auch ohne, weil wir uns schon seit ewiger Zeit zu kennen glaubten. Gab es andere wie sie in dieser Stadt? Ich glaube, es gibt andere wie sie in keiner Stadt der Welt. All die Schutzvorrichtungen, die man sich im Laufe eines Lebens so mühsam erbaut, um andere Menschen auf angebrachter Distanz zu halten, um sich nicht zu verausgaben, um allzu schwere Verletzungen zu vermeiden, baute ich ab. Plötzlich stand da ein Geschenk vor den Toren meiner Festung, ein hölzernes Pferd, und ich holte es bereitwillig herein.<br />
Aber irgendwann übertraten wir eine Grenze, eine unsichtbare Linie, und ich entwickelte Gefühle für sie und sie nicht für mich oder aber sie entwickelte Gefühle für mich und ich nicht für sie. Anstatt in Unendlichkeit zu enden, kenterte das Miteinander aufgrund der Krängung durch dieses ungleich verteilte Gewicht. Das war das Problem, war Himmel und Hölle zugleich, es machte alles kompliziert und vieles kaputt, das so wunderbar begann. Stell dir vor, du wärst Archäologe und würdest an dem einen Fund arbeiten, den du schon dein ganzes Leben lang gesucht hast, auf den du entgegen aller Wahrscheinlichkeit unter all den verbergenden Schichten erst einmal stoßen musstest, doch plötzlich ist da ein nicht zu unterdrückendes Kribbeln in deiner Nase, du musst niesen, ein ganz normales menschliches Regen, du rutschst mit dem Werkzeug ab und alles ist ruiniert. So in etwa kam es mir vor. Nicht der größte Zuspruch, nicht die reichlichste Gunst oder die unermesslichste Freundlichkeit noch so vieler anderer vermag je zu ersetzen, was dadurch verloren ging, das wirklich Begehrte, das überaus Seltene, das unbedingt Kostbare. Jene Menschen, die für immer im Gedächtnis bleiben, die für immer ein Teil des eigenen Lebens sein werden, ob sie nun tatsächlich dabei sind oder nicht.<br />
Momentan fühlt es sich so an, als steckte ich im Treibsand. Je mehr ich mich bewege, desto trostloser wird die Situation. Vielleicht ist es also am besten, sich erst einmal nicht zu bewegen. Das gesamte letzte Jahr verbrachte ich dank dieser Stadt mit dem unheilvollen Versuch, Träumen, Hoffnungen und letztlich Illusionen hinterherzujagen, die sich am Ende allesamt in Luft auflösten. Meine gesamte Energie, emotional wie auch psychisch, mein gesamtes Engagement steckte ich in diese Menschen, nur um alles, was ich aufgebaut hatte, schließlich zerstört vorzufinden, entweder durch sie, weil sie nicht waren, was sie zu sein schienen, oder durch ein Niesen. Es endete immer wieder gleich, auch wenn es nie endete. Heute bin ich leer, enttäuscht, von anderen und von mir selbst, erschöpft und emotional am Boden. Diese Stadt hat mich ausgelaugt, ich kann nicht mehr. Jedenfalls nicht hier. Wie ein havariertes Raumschiff schwebe ich manövrierunfähig irgendwo im Universum. Nur die Lebenserhaltungssysteme sind noch in Betrieb, aber vielleicht, die Crew arbeitet daran, bekomme ich demnächst auch wieder Energie für den Antrieb. Man sagt, es würde alles besser, wenn Gras über eine Sache gewachsen sei. Hier jedoch wächst kein Gras, der Boden ist ausgelaugt. Noch weniger als zuvor weiß ich, wann es sich lohnt, auf Menschen einzugehen, aber ich weiß, wer meine Freunde sind, und ich weiß auch, dass es nicht mein Vertrauen war, das mich enttäuschte.<br />
Menschen sind überall gleich. Es war für mich ein Ort der Hoffnung, ein Ort der Träume, ein Ort der Illusionen.  Entzaubert, ohne Hoffnung und mit verblassten Träumen verlasse ich diese Stadt so leise, wie ich sie betrat. Nach all diesen Erfahrungen komme ich mir vor wie ein Außerirdischer, der mit der hoffnungsvollen Mission an diesen Ort geschickt wurde, mehr über die dominante Spezies auf diesem Planeten herauszufinden, um alles mit ihnen zu teilen, und der nun mit der Botschaft zurückkehren muss, dass es sich nicht lohnt, mit diesen Wesen Kontakt aufzunehmen. Zumindest nicht im Moment. Nicht mit deaktiviertem Schutzschild.</p>
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		<title>Interpretation</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 10:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-664" title="the broken bridge" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/01/3547299315_0afc638a5f.jpg" alt="" width="500" height="320" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/stuckincustoms/3547299315/"><span>Trey Ratcliff</span></a></p>
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<p>„Ich mag dich“, hatte sie zu ihm gesagt, bevor sich die U-Bahn-Türen zwischen ihnen schlossen und er alleine auf dem Bahnsteig zurückblieb, ohne jede Möglichkeit, ihr darauf irgendwie zu antworten. Nun war sie zuhause, lag auf ihrem Bett und zerbrach sich den Kopf. Sie kam sich so dumm vor. Da wurde sie einmal für einen absurd kurzen Augenblick von ihren Gefühlen übermannt und brachte in diesem Zustand dann gleich so einen Satz hervor, so eine entlarvende Aussage, solch ein Geständnis. Sie wusste, er würde nie das gleiche für sie empfinden, das sie für ihn empfand. Daran gab es für sie keinen Zweifel. Wieso also musste sie sich unbedingt mit solch einem Satz blamieren, der die Sache zwischen ihnen unbarmherzig verändern würde. Alles würde komplizierter werden. Er würde auf Distanz gehen, er würde Abstand zwischen sie beide bringen, ob sie das wollte oder nicht, dabei war das doch genau das, was sie am wenigsten verkraften würde. Sie schlug mit der Faust auf ihr Bett. So ein kleiner, unwichtiger, absolut lächerlicher Satz würde alles kaputt machen.<br />
Aber nein. Was genau hatte sie denn wirklich gesagt? Es war doch bloß: „Ich mag dich“. Das war kein Geständnis. Das war nicht einmal eine Andeutung, wenn man es genau nimmt. „Ich mag dich“ lässt Raum für Interpretationen. Interpretationen erlauben Freiheit. Interpretationen erlauben Hintertüren. Zwar war sie normalerweise sehr darauf bedacht, eine präzise Ausdrucksweise an den Tag zu legen, doch in Situationen wie diesen hatte sie sich angewöhnt, sich möglichst vage auszudrücken. Vage Aussagen eröffnen Handlungsspielraum. Man tänzelt und laviert um das Feuer herum. Bloß nicht festlegen. Bloß nicht festlegen lassen. Präzision der Sprache war ihr unerwünscht, zumindest in solchen Situationen. Man kann etwas sagen und völlig offen lassen, was man damit meint. Es bleibt die Interpretation. Ein Schild, ein Schutzwall, ein Notausgang. Der andere soll sagen, was er darunter versteht, was er in das Gesagte hineininterpretiert. Ist es das Falsche, kann man sich bequem hinter das Schutzschild sprachlicher Unschärfe zurückziehen und behaupten, man habe nie gemeint, was man gemeint hat. Was also hatte sie wirklich gesagt? „Ich mag dich“ – das konnte alles heißen! Von „Du bist ein guter Freund“ über „Deine Art gefällt mir“ oder „Ich liebe dich“ bis hin zu „Ich möchte mit dir schlafen“ war doch alles und nichts, ganze Bedeutungsuniversen, in diesem Satz enthalten, der so vage war, dass es sie freute. Er konnte sie nicht daran festnageln. Was er in diesem Satz las, entschied einzig und allein seine Interpretation. Wahrscheinlich dachte er, sie sei in ihn verliebt. Das war die Wahrheit, aber es war eben eine Wahrheit, die sie ihn nicht wissen lassen wollte, denn er, er war doch nicht in sie verliebt, das war ihr klar. Seit Monaten hegte sie Gefühle für ihn. Sie freute sich, wenn er ihre Bücher las, wenn er die Musik hörte, die sie ihm gab, mit ihr Zeit verbrachte, ihr Briefe schrieb oder sie bloß anschaute, mit seinen bezaubernden Augen. Sie hatte versucht, sein Verhalten zu deuten, hatte herausbekommen wollen, ob er auch für sie Gefühle hegte, doch eindeutig sagen ließ sich das nicht. Es blieb die Interpretation. Nach einigen Wochen kam sie zu dem Schluss, dass er offenbar nichts für sie empfand. Das war schade, doch sie fand sich damit ab und seine Gesellschaft war ihr weiterhin das Paradies.<br />
Wie würde er nun reagieren auf diesen törichten Satz, den sie so unbeholfen in die Welt hinaus geflüstert hatte? Es wäre für sie die Hölle, ihn überhaupt nicht mehr zu sehen, den Kontakt zu ihm endgültig zu verlieren. Was also würde er sagen? Sie wusste es. Er würde sagen: „Ich mag dich auch, aber…“ und dabei versuchen, sie nicht zu verletzen, während er in Gedanken bereits das Ende ihrer Freundschaft konstruierte. Sie jedoch würde sich erhobenen Hauptes hinter ihr sprachliches Schutzschild zurückziehen, hinter die Interpretationsfähigkeit ihrer vagen Worte. Sie würde lachen und sagen: „So habe ich das doch gar nicht gemeint“. Sie würde klarstellen, dass sie diesen Satz rein freundschaftlich begriffen hatte. Dann würden sie gemeinsam lachen, beide wären erleichtert, und alles bliebe so wie immer. Das war ihr Plan. Sie war stolz auf sich, auf dieses sprachliche Hintertürchen, das alles retten würde. Plötzlich brummte es leise. Sie stand vom Bett auf, sah nach und erschrak. Er hatte ihr geschrieben. Eine SMS wartete darauf, von ihr gelesen zu werden. Doch was würde er schon schreiben, dachte sie. „Ich mag dich auch, aber…“ würde dort stehen, genau wie sie es erwartete, und sie würde sich enttäuscht durch ihr Hintertürchen davonmachen, würde sich nichts anmerken lassen, würde ihm antworten, es sei nur ein Missverständnis und dass er den Satz bloß falsch interpretiere. Es bleibt die Interpretation. Sie musste sich regelrecht dazu überwinden, das Handy nicht einfach wegzulegen, und sah nach, was er ihr geschrieben hatte: „Ich mag dich auch. Sehr. Das wollte ich dir schon seit langem einmal sagen und ich bin froh, dass du es ausgesprochen hast. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.“ Das überraschte sie. Es war eine Reaktion, die sie in ihrem Plan nicht bedacht hatte, denn sie war so unwahrscheinlich, so unmöglich. Damit hatte sie nicht gerechnet, darauf war sie nicht vorbereitet. Sie hatte sich schon so mit der bevorstehenden Enttäuschung abgefunden, ja sogar angefreundet, dass seine Antwort sie nun beinahe wütend machte, denn jetzt enttäuschte er sie mit dem Ausbleiben dieser nur allzu vorhersehbaren, allzu erwarteten Enttäuschung! Es stieg Panik in ihr auf. Und wenn sie nun einfach zugab, dass sie es genauso meinte, wie er es verstand? Damit hatte sie keinerlei Erfahrung. Enttäuschungen war sie gewohnt, mit Enttäuschungen konnte sie umgehen, musste sie umgehen, denn sie war so oft enttäuscht worden, aber das nun überforderte sie. Was war das? „Du… ich glaube, du hast das falsch interpretiert. Ich mag dich als Freund, aber mehr ist da nicht“, antwortete sie ihm und warf sich weinend aufs Bett, überwältigt von dem traurigen Gefühl, einmal mehr in ihrer Hoffnung enttäuscht worden zu sein.</p>
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		<title>Auf lange Sicht endet alles gut</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Oct 2008 22:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Zeit zu Zeit wirst du Fehler machen. Fehler sind unvermeidlich. Manchmal werden deine Fehler sogar riesig sein. Hauptsache ist, dass du aus ihnen lernst. Es ist keine Schande hinzufallen, vorausgesetzt man ist zwei Zentimeter größer geworden, wenn man sich wieder erhebt. Jahre werden kommen, an denen du dich weit weg von Zuhause befindest. Du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Von Zeit zu Zeit wirst du Fehler machen. Fehler sind unvermeidlich. Manchmal werden deine Fehler sogar riesig sein. Hauptsache ist, dass du aus ihnen lernst. Es ist keine Schande hinzufallen, vorausgesetzt man ist zwei Zentimeter größer geworden, wenn man sich wieder erhebt.<br />
Jahre werden kommen, an denen du dich weit weg von Zuhause befindest. Du wirst dir vielleicht nicht mehr sicher sein, wo du hingehörst. Vergiss nicht: das Zuhause ist überall, es ist an keinen Ort gebunden. Du bist da zuhause, wo dich dein Gefühl hingeführt hat.<br />
Im Laufe deines Lebens wirst du Freunde verlieren und neue gewinnen. Dieser Prozess ist schmerzhaft, aber häufig einfach notwendig. Der Kreis der Freunde ändert sich, du änderst dich, das Leben ändert sich. Irgendwann ist jeder gezwungen, einen eigenen neuen Weg zu finden, und dieser Weg ist vielleicht nicht deiner. Akzeptiere die Freunde so, wie sie sind, und behalte sie immer in guter Erinnerung.<br />
Eins noch: Ich glaube daran&#8230; Besser: Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Dinge früher oder später immer zum Guten wenden werden. Es gibt schlimme Phasen im Leben. Wir leiden, wir verlieren das, was wir lieben. Der Lebensweg ist niemals leicht. Und das hat auch nie jemand behauptet, aber auf lange Sicht, wenn man dem, an das man glaubt, treu bleibt, endet alles gut.<br />
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