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	<title>Pala &#187; Identität</title>
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		<title>Wer mich liebt, mit dem stimmt etwas nicht</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 12:12:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schon Dostojewski machte darauf aufmerksam, daß das Bibelwort »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst« wahrscheinlich andersrum zu verstehen ist &#8211; nämlich in dem Sinne, daß man den Nächsten nur dann lieben kann, wenn man sich selbst liebt. Weniger elegant, dafür um so prägnanter, drückte Marx (Groucho, nicht Karl) dieselbe Idee Jahrzehnte später aus: »Es würde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Schon Dostojewski machte darauf aufmerksam, daß das Bibelwort »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst« wahrscheinlich andersrum zu verstehen ist &#8211; nämlich in dem Sinne, daß man den Nächsten nur dann lieben kann, wenn man sich selbst liebt.</p>
<p>Weniger elegant, dafür um so prägnanter, drückte Marx (Groucho, nicht Karl) dieselbe Idee Jahrzehnte später aus: »Es würde mir nicht im Traum einfallen, einem Klub beizutreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen.« Wenn Sie sich die Mühe nehmen, die Tiefe dieses Witzes zu ergründen, sind Sie bereits gut auf das nun Folgende vorbereitet.</p>
<p>Geliebt zu werden ist auf jeden Fall mysteriös. Nachzufragen, um Klarheit zu schaffen, empfiehlt sich nicht. Bestenfalls kann es der andere Ihnen überhaupt nicht sagen; schlimmstenfalls stellt sich sein Grund als etwas heraus, das Sie selbst bisher nicht für Ihre charmanteste Eigenschaft hielten; zum Beispiel das Muttermal auf Ihrer linken Schulter. Schweigen ist da wieder einmal ganz eindeutig Gold.</p>
<p>Was wir daraus für unser Thema lernen können, zeichnet sich nun schon klarer ab. Nehmen Sie nicht einfach dankbar hin, was Ihnen das Leben durch Ihren (offensichtlich selbst liebenswerten) Partner bietet. Grübeln Sie. Fragen Sie sich, aber nicht ihn, warum. Denn er muß ja irgendeinen Hintergedanken haben. Und den enthüllt er Ihnen bestimmt nicht.</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>In seinem berühmten Werk ›Das Sein und das Nichts‹ bezeichnet Jean Paul Sartre die Liebe als einen vergeblichen Versuch, eine Freiheit als Freiheit zu besitzen. Dazu führt er aus:</p>
<p>»Andererseits kann er [der Liebende] sich aber auch nicht mit jener erhabenen Form von Freiheit zufriedengeben, die eine ungezwungene und freiwillige Verpflichtung ist. Wer würde sich mit einer Liebe begnügen, die sich als reine, dem Vertrauen geschworene Treue darbietet? Wem wäre es recht, wenn er hören müßte: ›Ich liebe dich, weil ich mich freiwillig verpflichtet habe, dich zu lieben, und weil ich mein Wort nicht brechen will; ich liebe dich aus Treue zu mir selbst.‹? So verlangt der Liebende den Schwur und ist über den Schwur unglücklich. Er will von einer Freiheit geliebt werden und verlangt, daß diese Freiheit als solche nicht mehr frei sei.«</p>
<p>[F]ür den Unglücklichkeitsbedarf des Anfängers mag das eben Gesagte ausreichen. Der Fortgeschrittene aber gibt sich damit nicht zufrieden. Aus diesen Zusammenhängen läßt sich nämlich weiteres Kapital schlagen, das allerdings nur den Groucho Marxens unter uns zugänglich ist. Es setzt eben voraus, daß man sich selbst für liebensunwürdig hält. Damit ist jeder, der einen liebt, prompt diskreditiert. Denn wer einen liebt, der keine Liebe verdient, mit dessen Innenleben stimmt etwas nicht. Ein Charakterdefekt wie Masochismus, eine neurotische Bindung an eine kastrierende Mutter, eine morbide Faszination durch das Minderwertige &#8211; von dieser Art sind die Gründe, die sich als Erklärung für die Liebe des oder der Betreffenden anbieten und sie unerträglich machen. (Zur Auswahl der befriedigendsten Diagnose ist eine gewisse Kenntnis der Psychologie oder wenigstens die Teilnahme an Selbsterfahrungsgruppen von großem Wert.)</p>
<p>Und damit ist nicht nur das geliebte Wesen, sondern auch der Liebende selbst und die Liebe als solche in ihrer Schäbigkeit enthüllt. Was kann man schon mehr wünschen?</p>
<p>(&#8230;)</p>
<p>Nur auf den ersten Blick erscheint das absurd, denn die Komplikationen, die mit dieser Auffassung einhergehen, liegen doch so klar auf der Hand. Dies dürfte aber noch niemanden abgehalten haben, oder, wie Shakespeare es in einem seiner Sonette sagt: »Dies weiß jedweder, doch nicht wie man flieht den Himmel, der zu dieser Hölle zieht.« Praktisch verliebe man sich also in hoffnungsloser Weise: in einen verheirateten Partner, einen Priester, einen Filmstar oder eine Opernsängerin. Auf diese Weise reist man hoffnungsfroh, ohne anzukommen, und zweitens bleibt einem die Ernüchterung erspart, feststellen zu müssen, daß der andere gegebenenfalls durchaus bereit ist, in eine Beziehung einzutreten - womit er sofort unattraktiv wird.<br />
<small>(Paul Watzlawick &#8211; Anleitung zum Unglücklichsein)</small></p></blockquote>


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		<title>Nichts zu verlieren</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 12:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[A Tale Of Two Lives]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
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		<description><![CDATA[Trey Ratcliff Es dauerte zwei Tage, bis mir langsam klar wurde, was er wirklich zu mir gesagt hatte. Er wolle nicht den Teufel an die Wand malen, doch es sähe nicht gut aus, hatte der Arzt mit einem Kopfschütteln gemeint, jedoch gleich noch hinzugefügt, ein genaues Ergebnis könne er mir erst in einigen Tagen mitteilen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1072" title="The Calm After the Storm" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/07/1435669599_3a391638bd.jpg" alt="" width="500" height="369" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/stuckincustoms/1435669599/"><span>Trey Ratcliff</span></a></p>
</div>
<p>Es dauerte zwei Tage, bis mir langsam klar wurde, was er wirklich zu mir gesagt hatte. Er wolle nicht den Teufel an die Wand malen, doch es sähe nicht gut aus, hatte der Arzt mit einem Kopfschütteln gemeint, jedoch gleich noch hinzugefügt, ein genaues Ergebnis könne er mir erst in einigen Tagen mitteilen. Wie schlimm denn „nicht gut“ sei, hatte ich gefragt, und er antwortete bloß knapp, im schlimmsten Fall stünden die Chancen nicht sehr gut, dass ich das Ende des Jahres noch erleben würde, sollte die genaue Untersuchung seine Vermutung denn bestätigen. Vielleicht war er etwas vorschnell, doch ich schätzte seine Aufrichtigkeit, denn die meisten Ärzte hätten sich davor gedrückt, solch eine Vermutung offen auszusprechen, solange sie nicht über eine definitive Diagnose verfügten, um, wie sie sagen würden, ihre Patienten nicht unnötig zu verängstigen. Zwei Tage später saß ich in einem Bus, es war Nachmittag, und erst da begriff ich plötzlich, dass meine Perspektiven sich verändert hatten. Ich würde vielleicht sterben, und zwar sehr bald.<br />
Ich sprach mit niemandem darüber, außer mit meinen Eltern. Wieso auch? Noch stand das Ergebnis gar nicht fest, und ich wollte niemanden unnötig beunruhigen, also verhielt ich mich wie jene Ärzte, die ihre Patienten erst einmal im Dunkeln lassen. Ich hätte es nicht ertragen, von Freunden oder von Menschen, die sich dafür hielten, mitleidige Blicke und wohlmeinenden Zuspruch zu erhalten, der bestenfalls gut gemeint und im schlimmsten Fall einfach nur lächerlich ist. Nein, ich behielt es für mich, denn es handelte sich ja um eine höchst private Angelegenheit, die zuallererst bloß mich etwas anging. Und wie sie mich etwas anging!<br />
Was in mir geschah, nachdem ich erst einmal begriffen hatte, wie nun meine Chancen standen und dass ich vielleicht bald sterben würde, kann ich gar nicht so genau beschreiben. Es war jedoch nicht wirklich schlecht, was in mir vor sich ging, so wie man es vielleicht von jemandem erwarten würde, der dem Tod ins Auge blickt, denn genau das tat ich ja, mehr oder weniger. Ich verfiel nicht in tiefe Depression, ich wurde weder apathisch und hoffnungslos, noch begann ich plötzlich, mich für Extremsport zu interessieren, um auf die letzten Tage noch möglichst viele Kicks zu bekommen. Ich blieb, wenn man so sagen kann, oberflächlich betrachtet ziemlich normal.<br />
Unter der Oberfläche jedoch vollzog sich ein Wandel, der zwar nicht besonders spektakulär erschien, aber meinem Leben eine gewisse neue Richtung geben sollte. Bislang hatte ich ein Leben geführt, das sich daran orientierte, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und möglichst wenig aufzufallen, weil Auffallen in der Regel bedeutete, ziemlich schnell in Situationen zu geraten, die sich zu Problemen entwickeln könnten. Ich war der Mann, der immer da, aber nie dabei sein wollte, der immer anwesend, aber nie beteiligt war. Das sollte sich ändern.<br />
Es gab da eine Frau. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass ich in sie verliebt gewesen sei. Ein wenig vielleicht. Aber mehr wollte ich mir nicht erlauben, denn das wäre dann genau solch eine Situation gewesen, die zu Problemen hätte führen können. Wir gingen einige Male aus, ja, aber nur unter Vorwänden, nur mit Begleitung, und nie fiel das Wort Date, geschweige denn ein Kuss. An schlechten Tage fühlte ich mich feige und hasste mich dafür, nicht den Mut aufzubringen, sie einfach zu küssen, doch an guten Tagen klopfte ich mir auf die Schulter, die Sache nicht noch weiter zu vertiefen, würde sie doch sowieso in einer Katastrophe oder jedenfalls irgendwie enden, aber eben enden. Es gab Menschen in meinem Leben, zu denen ich freundlich war, obwohl ich sie nicht ausstehen konnte. Mein Chef zum Beispiel, um ein Klischee zu erfüllen, denn wer mag schon seinen Chef, aber auch Leute in meinem Freundeskreis, Freunde von Freunden, irgendwelche Bekannte sowie natürlich diejenigen, von denen man sich erhofft, für die gespielte Freundlichkeit später im Leben irgendwann einmal etwas zurückzubekommen. Ich war ordentlich und brav, könnte man sagen, denn ich erfüllte Aufgaben, die mir zugetragen wurden, in der Regel ohne zu murren, befolgte die Regeln, auch wenn sie mir noch so unsinnig erschienen, wagte nichts und ordnete mich unter, wo es nur ging, weil alles andere wieder zu Problemen geführt hätte. Es war kein unangenehmes Leben, doch es war ein Leben, das mich auch nicht wirklich befriedigte.<br />
Nach den Worten des Arztes jedoch war alles anders. Meine Perspektive, meine Rolle in der Welt als auch meine Sicht auf mich selbst hatten sich verändert. Ich würde vielleicht bald sterben. Haben wir nicht alle diesen Gedanken in uns, schlicht und einfach das zu tun, was uns wirklich glücklich macht, wenn wir nur noch einen Tag zu leben hätten? Wenn es auch nicht ein einzelner sein sollte, so schienen meine Tage doch gezählt. Wie lange hätte ich noch gehabt? Sechs Monate? Ein Jahr? Was ist in einem solchen Fall der Unterschied zwischen einem Tag und einem Jahr? Oder anders gefragt: Was ist der Unterschied zwischen einem Tag und einem Leben? Wieso tragen wir diese Vorstellung mit uns herum, wir würden plötzlich alles ganz anders leben und erleben, wenn wir definitiv wüssten, es wäre unser letzter Tag? Wenn ich morgen ganz unspektakulär in der Dusche ausrutschen würde, wäre mein letzter Tag dann nicht der heutige, also beliebig? Immer und nie zugleich? Warum ändern so viele Menschen ihr Leben, wenn sie ein mehr oder weniger genaues Datum für ihren Tod erfahren? Verbringen wir unsere Leben vielleicht so unglücklich, so unbefriedigend, weil wir glauben, wir lebten für immer, wir könnten alles noch nachholen, was wir versäumen, und erst das baldige Ende, dieser Gedanke an Endlichkeit bringt uns dazu, unser Leben wahrhaft zu genießen, wenn es dafür schon fast zu spät ist? Ich weiß es nicht.<br />
Was ich jedoch wusste, war, mein Leben sollte anders werden. Ich wollte die wenige Zeit, die mir vielleicht noch blieb, sinnvoll nutzen. In meinem Kopf malte ich mir aus, wie mein Leben in Zukunft aussehen sollte. Zuallererst würde ich sie anrufen und um ein Date bitten, ein klares, eindeutiges Date, um dem Herumlavieren endlich ein Ende zu bereiten. Es wäre riskant, natürlich, aber ich hatte nichts mehr zu verlieren. Vor meinem Chef würde ich nicht länger kriechen, wenn er mich einmal mehr für seine eigene Inkompetenz bestrafte, sondern ihm offen sagen, was ich von ihm halte, und anstatt zu heucheln, würde ich wirklich immer meine ehrliche Meinung zum Ausdruck bringen, auch wenn sie einigen Menschen vielleicht nicht gefallen mag. Ich würde diejenigen Personen meiden, die mir nicht guttun, und würde mir Zeit für Menschen und Dinge nehmen, die mir besonders am Herzen liegen. Ich würde ein besserer Freund sein, ein besserer Sohn, ein besserer Mensch. Das war es, was ich mir vorstellte, was in mir brannte. Ich würde, wenigstens auf meine letzten Tage, endlich das Leben führen, das ich schon die ganze Zeit hätte führen sollen.<br />
Drei Tage später erhielt ich die Ergebnisse. Der Arzt sagte mir, ich hätte riesiges Glück gehabt, und was er damit meinte, war wohl, ich bekäme mein ewiges, undatiertes Leben zurück. Ich ging nach Hause, setzte mich auf meine Couch und verarbeitete, was gerade geschehen war. Ich dachte an die Frau, mit der ich schon seit langer Zeit so gerne ausgehen würde, und verteufelte mich dafür, sie noch immer nicht angerufen zu haben. Dann endlich nahm ich das Telefon in die Hand, wählte die Nummer meiner Eltern, erzählte ihnen von der guten Nachricht, und führte mein Leben weiterhin wie zuvor.</p>


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		<title>Selbstzurückweisung</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 15:15:29 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>When we look at someone (an angel) from a position of unrequited love and imagine the pleasures that being in heaven with them might bring us, we are prone to overlook a significant danger: how soon their attractions might pale if they began to love us back. We fall in love because we long to escape from ourselves with someone as ideal as we are corrupt. But what if such a being were one day to turn around and love us back? We can only be shocked. How could they be as divine as we had hoped when they have the bad taste to approve of someone like us? If in order to love we must believe that the beloved surpasses us in some way, does not a cruel paradox emerge when we witness this love returned? &#8220;<em>If s/he really is so wonderful, how could s/he love someone like</em> me?&#8221;<br />
<small>(Alain de Botton &#8211; On Love)</small></p></blockquote>


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		<title>Perfection in everything</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 14:58:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[»The island was packed with tourists, but we rented motorcycles and&#8230;« Chloe&#8217;s holiday story was dull, but its dullness no longer counted against it. I had ceased to consider it according to the secular logic of ordinary conversations. I no longer needed to locate within it either insight or humor; what mattered was not so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>»<em>The island was packed with tourists, but we rented motorcycles and</em>&#8230;« Chloe&#8217;s holiday story was dull, but its dullness no longer counted against it. I had ceased to consider it according to the secular logic of ordinary conversations. I no longer needed to locate within it either insight or humor; what mattered was not so much <em>what</em> she was saying as the fact <em>she</em> was saying it &#8211; and that I had decided to find perfection in everything she could utter. I felt ready to follow her into every anecdote (»<em>There was this shop that served fresh olives</em>&#8230;«); I was ready to love every one of her jokes that had missed its punch line, every reflection that had lost its thread. I felt ready to abandon self-absorption for the sake of consummate empathy, to catalogue every one of Chloe&#8217;s memories, to become a historian of her childhood, to learn of all her loves and fears. Everything that could have possibly have played itself out within her mind and body had promptly grown fascinating.<br />
<small>(Alain de Botton &#8211; On Love)</small></p></blockquote>


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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 11:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Auge war von jeher weitsichtiger als alle anderen Sinne, und es erzählte von den Wundern der Welt. Aber die andern Organe nahmen das Auge nicht ernst, weil es von fernen Landschaften schwärmte, die das Ohr nicht hörte, die Nase nicht roch, die Zunge nicht schmeckte, Hand und Fuß auch nicht fühlten. Doch eines Tages [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das Auge war von jeher weitsichtiger als alle anderen Sinne, und es erzählte von den Wundern der Welt. Aber die andern Organe nahmen das Auge nicht ernst, weil es von fernen Landschaften schwärmte, die das Ohr nicht hörte, die Nase nicht roch, die Zunge nicht schmeckte, Hand und Fuß auch nicht fühlten.<br />
Doch eines Tages sagte das Auge: »Vorsicht, hier ist eine Grube!«<br />
»Fängst du schon wieder an«, höhnten einstimmig Hand und Fuß. »Wir fühlen keine Grube!«<br />
»Ich rieche sie auch nicht!« sagte großmäulig die Nase.<br />
»Eine Grube? Schmecke ich nicht!« widersprach auch der Mund.<br />
»Ehrlich gesagt, ich höre sie ebenfalls nicht!« meldete sich zuletzt noch, wiewohl etwas höflicher als die andern, das Ohr zu Wort.<br />
Es dauerte nicht lange, da stürzte der Fuß und riß Hand und Mund, Nase und Ohr und auch das Auge mit sich hinab. Der Sturz sorgte bei allen für Schmerzen. Und das Auge litt wie die andern und weinte. An diesem Tag waren die anderen Sinne bereit, die Bedeutung der Weitsicht zu akzeptieren.<br />
<small>(Rafik Schami &#8211; Loblied und andere Olivenkerne)</small></p></blockquote>


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		<title>Gefühlskiller</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 10:50:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Giampaolo Macorig Ihr seid die lieblosesten Menschen, die ich kenne. Ihr guckt euch Sendungen an, in denen Menschen, die in ihrem Leben noch nie eine ernsthafte Partnerschaft erlebt haben, einmal von der Liebe sprechen, von dem, was das nun für sie ist, und ihr, ihr macht euch über sie lustig, weil sie in euren Augen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-893" title="The way out? (from Hell)" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/05/197398590_a80070dbf6.jpg" alt="" width="500" height="374" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/gmacorig/197398590/"><span>Giampaolo Macorig</span></a></p>
</div>
<p>Ihr seid die lieblosesten Menschen, die ich kenne. Ihr guckt euch Sendungen an, in denen Menschen, die in ihrem Leben noch nie eine ernsthafte Partnerschaft erlebt haben, einmal von der Liebe sprechen, von dem, was das nun für sie ist, und ihr, ihr macht euch über sie lustig, weil sie in euren Augen so unglaublich peinlich sind. Sie mögen peinlich sein, doch noch peinlicher seid schließlich ihr, die ihr euch hämisch über so etwas amüsiert, mag es gestellt sein oder nicht, auf sie herabblickt, ihre Vorstellung von Liebe und Gefühlen in den Dreck zieht, und das bisschen Glück, das diese Menschen für sich haben, erst auf den Boden werft und dann mit Füßen tretet. Ihr wendet euch ab, wenn sich zwei Menschen küssen, ihr verabscheut jegliches Verhalten, das Anderen zeigt, dass man ein Pärchen ist, ihr würdet sie am liebsten trennen, allesamt, ihrem Glück ein Ende bereiten, denn für euch ist das kein Glück, was ihr da seht, also kann es das für andere doch auch nicht sein. Ihr seid Gefühlsspießer – wenn ihr nicht könnt, sollen alle anderen auch nicht dürfen.<br />
Ihr wollt sie nicht, die Liebe, sagt ihr dann und wiederholt das wie ein Mantra. Wen wollt ihr damit überzeugen, die Welt oder am Ende bloß euch selbst? Anstatt sie als Geschenk anzunehmen, selbst wenn ihr euch vielleicht doch Anderes just wünscht, blockt ihr sie ab, zerredet sie und macht sie klein. Wer immer euch mal liebt, den stoßt ihr eiskalt weg. Das Übel, sagt ihr, wollt ihr an der Wurzel ausradieren. Hört ihr euch manchmal selbst beim Reden zu? Ihr verschanzt euch hinter Zynismus, der bequem ist, hinter Traumgebilden, die naiv sind, oder hinter dem, was ihr Vernunft nennt, was doch bloß Angst in anderem Kleide ist. Ihr findet so viele gute Gründe, euch nicht auf jemanden einzulassen, so viele schlaue Rationalisierungen, und nicht einen einzigen Grund dafür. Ihr begreift nicht, dass ihr umsonst sucht, denn es gibt gar keinen Grund dafür, weil das Dafür doch eines Grundes nicht bedarf: „Ich liebe dich, weil…“, das sagt kein Mensch, der wahrhaft liebt. Auf der anderen Seite verstecken sich Millionen Gründe dagegen, und ihr, ihr findet sie alle. Ihr wollt sie unbedingt finden. Dann wägt ihr ab: Kein Grund dafür, so viele dagegen, ihr zieht Bilanz und rechnet aus, als ob es um den Einkauf geht. Und ihr, die ihr so lieblos sprecht, ihr wagt es dann, euch über jene lauthals zu brüskieren, die sich schlicht glücklich in Gefühlen baden?<br />
Wenn es nicht Liebe auf den ersten Blick ist, die euch umhaut, die von euch Besitz ergreift, dann wollt ihr sie nicht haben. Seid ehrlich zu euch selbst: Wie oft habt ihr das schon erlebt? Für euch ist Liebe wie die magische Bohne, aus der ganz plötzlich eine Ranke bis zum Himmel wächst. Dass es auch anders geht, dass Liebe auch als zartes Pflänzchen reifen kann, das reichlich Zeit zum Wachsen braucht, das kommt euch gar nicht in den Sinn, denn wenn dann doch mal etwas keimt, kommt ihr gleich mit der Sichel an. Ihr seid so abgebrüht. Ihr wollt Pärchen im Park vergiften und amüsiert euch übers Glück der Anderen. Wie kann man da Respekt vor euch haben? Ihr seid umgeben von Liebe, sie klopft sogar an eure Tür, und alles, was ihr dafür übrig habt, ist Hohn aus eurer Burg. Ihr informiert euch über bio-chemische Prozesse, ihr theoretisiert das Gefühl, doch Theorie wird euch nicht küssen, wird euch niemals nur umarmen oder euch je Wärme spenden. Ihr phantasiert so gern von riesigen Gefühlen, verfolgt Schimären, lest in Büchern über sie, von denen ihr in Wahrheit keine Ahnung habt, weil ihr doch nicht einmal die kleinen schätzt. Ihr lehnt sie ab, ihr macht sie schlecht, stets wollt ihr sie zerstören, ihr untergrabt und verschandelt sie, wo immer ihr sie seht, ihr gönnt den Anderen kein Glück. Wenn unerwartet Liebe zu euch kommt, so schlagt ihr sie wie einen zugelaufenen Hund, weil ihr doch lieber weiterhin in eurer Festung wohnt. Ist’s da ein Wunder, wenn die Liebe euch nichts gibt? Ist eure Abgebrühtheit, euer Hass, die ganze Missgunst und das kalte Herz, kurz all eure Verbitterung nicht vielmehr Ausdruck eurer eigenen Enttäuschung? Wie wollt ihr jemals glücklich sein, wenn ihr den Schmerz so konserviert?</p>


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		<title>Ein gutes Leben</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 09:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[What if you had one day perfectly healthy, I asked? What would you do? &#8220;Twenty-four hours?&#8221; Twenty-four hours. &#8220;Let&#8217;s see&#8230; I&#8217;d get up in the morning, do my exercises, have a lovely breakfast of sweet rolls and tea, go for a swim, then have my friends come over for a nice lunch. I&#8217;d have them [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>What if you had one day perfectly healthy, I asked? What would you do?<br />
&#8220;Twenty-four hours?&#8221;<br />
Twenty-four hours.<br />
&#8220;Let&#8217;s see&#8230; I&#8217;d get up in the morning, do my exercises, have a lovely breakfast of sweet rolls and tea, go for a swim, then have my friends come over for a nice lunch. I&#8217;d have them come one or two at a time so we could talk about their families, their issues, talk about how much we mean to each other.<br />
&#8220;Then I&#8217;d like to go for a walk, in a garden with some trees, watch their colors, watch the birds, take in the nature that I haven&#8217;t seen in so long now.<br />
&#8220;In the evening, we&#8217;d all go together to a restaurant with some great pasta, maybe some duck &#8211; I love duck &#8211; and then we&#8217;d dance the rest of the night. I&#8217;d dance with all the wonderful dance partners out there, until I was exhausted. And then I&#8217;d go home and have a deep, wonderful sleep.&#8221;<br />
That&#8217;s it?<br />
&#8220;That&#8217;s it.&#8221;<br />
It was so simple. So average. I was actually a little disappointed. I figured he&#8217;d fly to Italy or have lunch with the President or romp on the seashore or try every exotic thing he could think of. After all these months, lying there, unable to move a leg or a foot &#8211; how could he find perfection in such an average day?<br />
Then I realized this was the whole point.<br />
<small>(Mitch Albom &#8211; Tuesdays with Morrie)</small></p></blockquote>


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		<title>Beschleunigtes Leben</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 01:47:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Bewusstsein der Zeitlichkeit setzt sich der Knacks durch. Auch wo er nicht identifiziert wird, bricht er sich Bahn in den zuwiderlaufenden Kräften, etwa im Versuch, seiner Arbeit mit einer Beschleunigung des Lebensgefühls zu begegnen. Mach schnell, und du wirst ihn mit bloßem Auge, mit bloßem inneren Auge, nicht mehr wahrnehmen. Die Geschwindigkeit wird den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Im Bewusstsein der Zeitlichkeit setzt sich der Knacks durch. Auch wo er nicht identifiziert wird, bricht er sich Bahn in den zuwiderlaufenden Kräften, etwa im Versuch, seiner Arbeit mit einer Beschleunigung des Lebensgefühls zu begegnen. Mach schnell, und du wirst ihn mit bloßem Auge, mit bloßem inneren Auge, nicht mehr wahrnehmen. Die Geschwindigkeit wird den Knacks dahinraffen.<br />
Hat die Sprache diese Beschleunigung mit vollzogen? Und ob: In den Siebzigern beantwortete man die Frage »How are you« mit »good«, in den Achtzigern antwortete man auf die gleiche Frage mit »busy«.<br />
Was war geschehen? Die Beschleunigung verriet sich in Komparativen. Der Schnellzug verschwand, er war nicht schnell genug; der Eilbrief verschwand, denn schon das Eilen selbst klingt gemächlich: Altmodische Vokabeln, sie erinnern an die langsame Art, schnell zu sein.<br />
Stattdessen wurden die Indizien der Beschleunigung moralisch: was schnell war, war gut. Es war gut, »auf der Überholspur« zu leben, es war »in«, Fast Food zu mögen, aber Fast Food ist eigentlich Fast Eat, und es erreichte rasch das eigene Heim. Mit der 5-Minuten-Terrine erreicht die Küche ohne Koch und ohne Ritual die Haushalte. Alles beschleunigt: Schnellrasur, Schnellimbiss, Schnelllifting, Schnelltankstelle, Schnellrestaurant, Schnellreinigung wie juristische Schnellverfahren. Es geht schneller: Die einzige Musiksendung auf der Höhe der Zeit hieß »Fast Forward«, die Droge der urbanen Jugend »Speed«. Dies alles arbeitet an der Fiktion des gewonnenen Lebens, es sagt, wenn du schneller bist, schneller reist, Zeit sparst, wirst du am Ende mehr davon haben.<br />
(&#8230;)<br />
Wir haben keine Zeit. Wir haben alle keine Zeit. Wir haben sie schon deshalb nicht, damit wir uns nicht zu gut fühlen. Bruch, Knacks, Ermüdung, Scheitern, Kollaps: Unsere ruinösen Ich-Reste sollen nicht erscheinen, nicht aufbrechen, nicht mitsprechen.<br />
<small>(Roger Willemsen &#8211; Der Knacks)</small></p></blockquote>


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		<title>I am not sad</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 20:19:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[He awoke each morning with the desire to do right, to be a good and meaningful person, to be, as simple as it sounded and as impossible as it actually was, happy. And during the course of each day his heart would descend from his chest into his stomach. By early afternoon he was overcome [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>He awoke each morning with the desire to do right, to be a good and meaningful person, to be, as simple as it sounded and as impossible as it actually was, happy. And during the course of each day his heart would descend from his chest into his stomach. By early afternoon he was overcome by the feeling that nothing was right, or nothing was right for him, and by the desire to be alone. By evening he was fulfilled: alone in the magnitude of his grief, alone in his aimless guilt, alone even in his loneliness. ›<em>I am not sad</em>‹, he would repeat to himself over and over, ›<em>I am not sad</em>‹. As if he might one day convince himself. Or fool himself. Or convince others &#8211; the only thing worse than being sad is for others to know that you are sad. ›<em>I am not sad</em>‹. ›<em>I am not sad</em>‹. Because his life had unlimited potential for happiness, insofar as it was an empty white room. He would fall asleep with his heart at the foot of his bed, like some domesticated animal that was no part of him at all. And each morning he would wake with it again in the cupboard of his rib cage, having become a little heavier, a little weaker, but still pumping. And by midafternoon he was again overcome with the desire to be somewhere else, someone else, someone else somewhere else. ›<em>I am not sad</em>‹.<br />
<small>(Jonathan Safran Foer &#8211; Everything is Illuminated)</small></p></blockquote>


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		<title>In der Wahrheit leben</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 17:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was heißt das, »in der Wahrheit leben«? Eine negative Definition ist einfach: es heißt, nicht zu lügen, sich nicht zu verstecken, nichts zu verheimlichen. Seit Franz Sabina kennt, lebt er in der Lüge. Er erzählt seiner Frau von einem Kongreß in Amsterdam, der nie stattgefunden, von Vorlesungen in Madrid, die er nie gehalten hat, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Was heißt das, »in der Wahrheit leben«? Eine negative Definition ist einfach: es heißt, nicht zu lügen, sich nicht zu verstecken, nichts zu verheimlichen. Seit Franz Sabina kennt, lebt er in der Lüge. Er erzählt seiner Frau von einem Kongreß in Amsterdam, der nie stattgefunden, von Vorlesungen in Madrid, die er nie gehalten hat, und er hat Angst, mit Sabina in den Straßen von Genf spazierenzugehen. Es amüsiert ihn, zu lügen und sich zu verstecken, denn er hat es sonst nie getan. Er ist dabei angenehm aufgeregt, wie ein Klassenprimus, der beschließt, endlich einmal die Schule zu schwänzen.<br />
Für Sabina ist »in der Wahrheit leben«, weder sich selbst noch andere zu belügen, nur unter der Voraussetzung möglich, daß man ohne Publikum lebt. Von dem Moment an, wo jemand unserem Tun zuschaut, passen wir uns wohl oder übel den Augen an, die uns beobachten, und alles, was wir tun, wird unwahr. Ein Publikum zu haben, an ein Publikum zu denken, heißt, in der Lüge zu leben. Sabina verachtet die Literatur, in der ein Autor alle Intimitäten über sich und seine Freunde verrät. Wer seine Intimität verliert, der hat alles verloren, denkt Sabina. Und wer freiwillig darauf verzichtet, der ist ein Monstrum. Darum leidet Sabina nicht im geringsten darunter, daß sie ihre Liebe verheimlichen muß. Im Gegenteil, nur so kann sie »in der Wahrheit leben«.<br />
Franz dagegen ist überzeugt, daß in der Trennung des Lebens in eine private und eine öffentliche Sphäre die Quelle aller Lügen liegt: Man ist ein anderer im Privatleben als in der Öffentlichkeit. »In der Wahrheit leben« bedeutet für ihn, die Barriere zwischen Privat und Öffentlichkeit niederzureißen. Er zitiert gern den Satz von André Breton, der besagt, daß er gern »in einem Glashaus« gelebt hätte, »wo es keine Geheimnisse gibt und das allen Blicken offensteht«.<br />
<small>(Milan Kundera &#8211; Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins)</small></p></blockquote>


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		<title>Significance</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 16:04:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[I read the first chapter of A Brief History of Time when Dad was still alive, and I got incredibly heavy boots about how relatively insignificant life is, and how, compared to the universe and compared to time, it didn&#8217;t even matter if I existed at all. When Dad was tucking me in that night [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>I read the first chapter of <em>A Brief History of Time</em> when Dad was still alive, and I got incredibly heavy boots about how relatively insignificant life is, and how, compared to the universe and compared to time, it didn&#8217;t even matter if I existed at all. When Dad was tucking me in that night and we were talking about the book, I asked if he could think of a solution to that problem. &#8221;Which problem?&#8221; &#8220;The problem of how relatively insignificant we are.&#8221; He said, &#8220;Well, what would happen if a plane dropped you in the middle of the Sahara Desert and you picked up a single grain of sand with tweezers and moved it one millimeter?&#8221; I said, &#8220;I&#8217;d probably die of dehydration.&#8221; He said, &#8220;I just mean right then, when you moved that single grain of sand. What would that mean?&#8221; I said, &#8220;I dunno, what?&#8221; He said, &#8220;Think about it.&#8221; I thought about it. &#8220;I guess I would have moved a grain of sand.&#8221; &#8220;Which would mean?&#8221; &#8220;Which would mean I moved a grain of sand?&#8221; &#8220;Which would mean you changed the Sahara.&#8221; &#8220;So?&#8221; &#8220;<em>So?</em> So the Sahara is a vast desert. And it has existed for millions of years. And you changed it!&#8221; &#8220;That&#8217;s true!&#8221; I said, sitting up. &#8220;I changed the Sahara!&#8221; &#8220;Which means?&#8221; he said. &#8220;What? Tell me.&#8221; &#8220;Well, I&#8217;m not talking about painting the <em>Mona Lisa</em> or curing cancer. I&#8217;m just talking about moving that one grain of sand one millimeter.&#8221; &#8220;Yeah?&#8221; &#8220;If you <em>hadn&#8217;t</em> done it, human history would have been one way&#8230;&#8221; &#8220;Uh-huh?&#8221; &#8220;But you <em>did</em> do it, <em>so</em>&#8230;?&#8221; I stood in the bed, pointed my fingers at the fake stars, and screamed: &#8220;I changed the course of human history!&#8221; &#8220;That&#8217;s right.&#8221; &#8220;I changed the universe!&#8221; &#8220;You did.&#8221; &#8220;I&#8217;m God!&#8221; &#8220;You&#8217;re an atheist.&#8221; &#8220;I don&#8217;t exist!&#8221; I fell back onto the bed, into his arms, and we cracked up together.<br />
<small>(Jonathan Safran Foer &#8211; Extremely Loud &amp; Incredibly Close)</small></p></blockquote>


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		<title>In deinem Bunker</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Mar 2010 19:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[A Tale Of Two Lives]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
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		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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		<description><![CDATA[Melody Kramer Wer von Geheimnissen lebt, verschreibt sein Leben der ständigen Angst vor Offenbarung. Heute weiß ich, du hattest eine selbstzerstörerische Vorstellung, die jeden Zug deines Handelns bestimmte, der du treu warst wie einem Dogma, die unsere Beziehung prägte und wodurch sie letztlich auch zum Scheitern kam. Du warst so sehr von diesem Grundsatz überzeugt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="bildquelle" style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-839" title="Einzelhaft" src="http://pala.mischamandl.de/wp-content/uploads/2010/03/prison.jpg" alt="" width="500" height="333" />
<p><a class="cc" href="http://www.flickr.com/photos/mjkmjk/3402540619/"><span>Melody Kramer</span></a></p>
</div>
<p>Wer von Geheimnissen lebt, verschreibt sein Leben der ständigen Angst vor Offenbarung. Heute weiß ich, du hattest eine selbstzerstörerische Vorstellung, die jeden Zug deines Handelns bestimmte, der du treu warst wie einem Dogma, die unsere Beziehung prägte und wodurch sie letztlich auch zum Scheitern kam. Du warst so sehr von diesem Grundsatz überzeugt, den du dir aus Gründen kultiviert hattest, die mir für immer verborgen bleiben werden, dass für dich die Konsequenzen deiner Überzeugung weder überschaubar waren noch beachtenswert erschienen. Jede ernsthafte Verbindung zwischen zwei Menschen könne nur Bestand haben, so predigtest du mir und jedem anderen, der das Unglück hatte, dieses Thema einmal anzuschneiden, wenn man die Impulse und Geheimnisse des Anderen nicht hinterfrage. Was du mit diesem Satz zum Ausdruck brachtest, das hieß in letzter Konsequenz, dem Anderen stets ein Fremder noch zu sein, den Abstand niemals zu verlieren. Aber was waren deine Geheimnisse? Es war vor allem Angst, muss ich im Rückblick heute sagen. Du hattest Angst, ich könnte alles über dich erfahren, so als gäbe es ein festes Kontingent an Informationen über eine lebendige Person. Du hattest Angst, ich könnte das Interesse an dir ganz schnell wieder verlieren, wenn du mir nicht länger ein Mysterium offerierst, als wäre eine solche Geheimnislosigkeit jemals zwischen Menschen möglich.<br />
Da waren keine gefährlichen, keine schlimmen und keine bestürzenden Geheimnisse, die du vor mir beschütztest, die du aus Scham hinter einer Nebelwand hättest verstecken müssen, sondern nur dieses eine, deine tief verwurzelte Angst, ohne streng gehütete Geheimnisse für einen anderen, für mich, auf einmal völlig uninteressant zu erscheinen. Du hattest Angst, du würdest dann berechenbar, du hattest Angst, du wärest dann durchschaut, wärst für mich fertig, ich würde dann an dir nichts mehr entdecken wollen und gar nichts mehr entdecken können. Bei jeder Gelegenheit, bei jeder noch so banalen Meinungsverschiedenheit, deren Diskussion du aus dem Weg gingst, hast du mich immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig dir deine Geheimnisse sind, und du machtest mir wildeste Szenen, wenn ich es je wagte, irgendeine deiner Handlungen auch nur im Ansatz zu hinterfragen. Es war für dich bequem. Du führtest dich auf wie eine Regierung unter Paranoia, die jede Anfrage mit einem schnippischen Verweis auf nationale Sicherheit verwehrt, weil ihre lästige Bevölkerung das alles gar nicht wissen muss. Wolltest du etwas nicht erklären &#8211; vielleicht konntest du es dir selbst gar nicht erklären -, dann deklariertest du es als Geheimnis, dein Geheimnis, und ich durfte es nicht hinterfragen, hätte das doch bloß bedeutet, ich würde dich nicht lieben. Das war dein Vorwurf, noch jedes Mal, wenn du deine Geheimnisse in Gefahr geraten sahst. „Du musst das nicht verstehen“, sagtest du anlässlich jeder Irritation, wenn mir deine Handlungen ein Rätsel aufgaben, und genau das freute dich daran, denn es war ein weiteres Geheimnis, das ich nicht ergründen konnte, das ich nicht ergründen durfte.<br />
Du öffnetest dich nur in kleinen, penibel abgegrenzten Stücken, du teiltest mir nur mit, was du mir mitteilen wolltest, all die guten Dinge, die schönen Seiten, all das, von dem du dachtest, es würde dich am besten präsentieren, und spartest dir den Rest für einen anderen Tag, der jedoch niemals kam. Das war deine Vorstellung von Kommunikation. Stets hieltest du etwas vor mir zurück, vermiedest die offene Diskussion, ja, jede Konfrontation, weil dies für dich zugleich bedeutete, sich einer möglichen Verletzung frei zu offenbaren, die dir so unvermeidlich schien, wenn dein Geheimnisbunker dich nicht mehr beschützt. Dein Verhalten, dessen Selbstschutz dich so isolierte, rationalisiertest du für dich mit der umgekehrten Fantasie, mir damit einen Dienst zu tun, da jede Offenlegung deiner selbst für mich vielleicht verletzend sei. Du hattest so viel Angst vor diesen Chimären, so viel Furcht vor Fraktur, dass du die wirklichen Verletzungen gar nicht wahrgenommen hast, die deine forcierte Geheimniskrämerei letztendlich dir und mir zufügte.<br />
Aber wer von uns war es nun, der nicht liebte? Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt, so sagt man, und was du für dich aus diesem Sprichwort mitnahmst, das war die Vorstellung, bei Liebe handele es sich um eine Art von Krieg. Jedes Geheimnis, das du mir offenbartest, stellte für dich ein kapitulierendes Eingeständnis dar, eine verlorene Schlacht, eine schleichende Verschiebung der Front hin zu dir, was am Ende zu deiner Niederlage in diesem Krieg führen würde und führen müsste, denn es war ja Liebe, und Liebe war Krieg, und Krieg bedeutete, dass einer am Ende der Verlierer sei. Du warst nicht gewillt, dich wirklich auf einen anderen Menschen einzulassen, sonst hättest du gewusst, dass du dein Spiel mit den Geheimnissen doch gar nicht brauchst, damit dich jemand liebt. Du machtest dich durch sie bloß künstlich interessant. Alles an dir verstecktest du in einem Panzerschrank, und du wachtest über ihn mit Kerberos&#8217; Verbissenheit, weil in dir die Befürchtung wuchs, ich würde dich ganz unbarmherzig ausplündern und zurücklassen, wenn ich denn erst den Code zu deinem Leben weiß. Begreifst du, dass das keine Liebe ist? Du hegtest nie den Wunsch, von mir verstanden zu werden, du wolltest dich nie öffnen, nie unsere Welten miteinander teilen. Das ist das Gegenteil von Liebe. Immer hattest du die Furcht, ich würde dich verlassen, wären da nicht mehr die Geheimnisse an dir, die mich für alle Ewigkeit wie einen fanatischen Schatzsucher an dich binden. Hättest du dich wirklich auf mich eingelassen, hättest du verstanden, was denn wirklich Liebe ist, dann hättest du den Köder nicht gebraucht. Liebe braucht keine Geheimnisse. Liebe akzeptiert Geheimnisse, aber sie hat sie nicht nötig, weil es für Liebende ohnehin auf ewig Neues zu entdecken gibt, solange man einander liebt. Liebe sucht, entdeckt, erforscht, ohne dass du etwas wegschließen musst, weil der geliebte Mensch an sich doch das Geheimnis ist, das Liebende so gern ergründen, solange ihre Liebe währt. Noch heute hoffe ich für dich, dass du das irgendwann verstehst.</p>


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		<title>Gute Sklaven</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 22:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[B. Traven]]></category>
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		<description><![CDATA[Und niemand versteht besser anzutreiben, niemand versteht höhnischer zu sagen: »Schlapper Hund! Solltest mich mal sehen!« als der Mit-Tote, als der Mit-Prolet, als der Mit-Hungernde, als der Mit-Gepeitschte. Selbst die Galeerensklaven haben ihren Stolz und ihr Ehrgefühl, sie haben den Stolz, gute Galeerensklaven zu sein und ›nun einmal zu zeigen‹, was sie können. Wenn das Auge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Und niemand versteht besser anzutreiben, niemand versteht höhnischer zu sagen: »Schlapper Hund! Solltest mich mal sehen!« als der Mit-Tote, als der Mit-Prolet, als der Mit-Hungernde, als der Mit-Gepeitschte. Selbst die Galeerensklaven haben ihren Stolz und ihr Ehrgefühl, sie haben den Stolz, gute Galeerensklaven zu sein und ›nun einmal zu zeigen‹, was sie können. Wenn das Auge des Kommandorufers, der mit der Peitsche die Reihen entlanggeht, wohlgefällig auf ihm ruht, so ist er beglückt, als hätte ihm ein Kaiser persönlich einen Orden an die Brust geheftet.<br />
<small>(B. Traven &#8211; Das Totenschiff)</small></p></blockquote>


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		<title>Der irreparable Mensch</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Mar 2010 14:07:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der irreparable Mensch ist der Mensch, der das Chaos hinter sich hat, und die Ordnung in der Marotte, in der Konvention, in den Tröstungen der Gewohnheit, im Tic, in der Routine, im Stil findet. Er wird nichts mehr. Kultivierte er früher vielleicht noch das aufklärerische Ideal, das Ich-Gebilde müsse stetig, plausibel, aus sich heraus entwickelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Der irreparable Mensch ist der Mensch, der das Chaos hinter sich hat, und die Ordnung in der Marotte, in der Konvention, in den Tröstungen der Gewohnheit, im Tic, in der Routine, im Stil findet. Er wird nichts mehr. Kultivierte er früher vielleicht noch das aufklärerische Ideal, das Ich-Gebilde müsse stetig, plausibel, aus sich heraus entwickelt aufsteigen, so blamiert das Selbstbild im Knacks jede Vorstellung einer sich zielgerichtet entwickelnden Persönlichkeit. Am Ende erweist er sich als allenfalls amüsierbar.<br />
<small>(Roger Willemsen &#8211; Der Knacks)</small></p></blockquote>


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		<title>Das Ende der Liebe</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Mar 2010 08:47:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<description><![CDATA[Unsere Meinung, dass wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind &#8211; nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Unsere Meinung, dass wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind &#8211; nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns. Er muß es sein. Wir können nicht mehr! Wir kündigen ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen. Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfaßbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, dass unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei. „Du bist nicht“, sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte, „wofür ich dich gehalten habe“. Und wofür hat man sich denn gehalten? Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat.<br />
<small>(Max Frisch &#8211; Tagebuch 1946-1949)</small></p></blockquote>


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