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	<title>Pala &#187; Studium</title>
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		<title>Spießigkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Nov 2007 13:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Gentrifizierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Spießigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Via annalist wurde ich auf einen sehr interessanten und soziologisch spannenden Artikel bei der ZEIT aufmerksam, der sich anhand des Berliner Prenzlauer Bergs mit dem Thema Gentrifizierung beschäftigt, aber vor allem auch die Spießigkeit selbsternannter Anti-Spießer aufzeigt: Man kann im Prenzlauer Berg einfach im linken Habitus weiterleben. Das ist ja das Schöne. Man kann sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Via <a href="http://annalist.noblogs.org/post/2007/11/11/zwei-briefe">annalist</a> wurde ich auf einen sehr interessanten und soziologisch spannenden Artikel bei der ZEIT aufmerksam, der sich anhand des Berliner Prenzlauer Bergs mit dem Thema <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung">Gentrifizierung</a> beschäftigt, aber vor allem auch die Spießigkeit selbsternannter Anti-Spießer aufzeigt:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.zeit.de/2007/46/D18-PrenzlauerBerg-46?page=all">Man kann im Prenzlauer Berg einfach im linken Habitus weiterleben. Das ist ja das Schöne. Man kann sich tolerant fühlen, weil Toleranz nicht auf die Probe gestellt wird. (&#8230;) Der Schriftsteller Maxim Biller nennt den Prenzlauer Berg mittlerweile ironisch eine »national befreite Zone«. </a></p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2007/46/D18-PrenzlauerBerg-46?page=all">Der Prenzlauer Berg wirkt vielerorts, als habe es nie so etwas wie eine Unterschichtendebatte gegeben, ein Demografieproblem, Migration. Hier herrscht der Bionade-Biedermeier. Die 100000 Zugezogenen haben eine neue Stadt geschaffen, doch wem kommt diese zivilisatorische Leistung zugute, außer ihnen selbst? Ihr Prenzlauer Berg ist ein Ghetto, das ohne Zaun auskommt &#8211; weil es auch ohne zunehmend hermetisch wirkt. Die Zuwanderung wird über den Preis pro Quadratmeter gesteuert und über den enormen Anpassungsaufwand, dem man sich hier leicht aussetzt. Wer nicht das Richtige isst, trinkt, trägt, hat schnell das Gefühl, der Falsche für diesen Ort zu sein. Man glaubt so offen zu sein und hat sich eingeschlossen.</a></p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2007/46/D18-PrenzlauerBerg-46?page=all">Zwar ist Milieubildung ein normales soziales Phänomen, weltweit sortieren sich die Menschen nach Lebensstil, Bildung, Vermögen &#8211; das Besondere am Prenzlauer Berg aber ist, dass er nicht wahrhaben will, dass er ganz anders ist, als er zu sein glaubt.</a></p></blockquote>
<p>Wie Christian Ulmen so treffend auf den Punkt gebracht hat:</p>
<blockquote><p><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,483035,00.html">Die Definition von Spießigkeit ist für mich, sobald jemand nicht in der Lage ist, über seinen Tellerrand hinauszuschauen. Wenn jemand intolerant ist und anderes nicht zulässt, ist er ein Spießer. Das ist der Hausmeister, der nicht will, dass man draußen Fußball gegen die Garagentore spielt, weil es so laut ist. Oder die Oma, die sich wahnsinnig darüber aufregt, weil ein Punker einen Irokesenhaarschnitt hat, weil sich das nicht anschickt. Das Leben der anderen nicht zu akzeptieren &#8211; das ist spießig, meine ich.</a></p></blockquote>


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		<title>Seminarien</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2005 16:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war einmal ein junger König, der über das kleine Königreich Seminarien herrschte. Die Bevölkerung Seminariens war nicht sehr groß, doch kamen in Seminarien seit Anbeginn der Zeit die verschiedensten Menschen harmonisch miteinander aus. Eines Tages stellte der junge König seinen Untertanen eine folgenschwere Frage. Er wandte sich ernst an sein Volk und fragte: &#8220;Untertanen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war einmal ein junger König, der über das kleine Königreich <em>Seminarien</em> herrschte. Die Bevölkerung Seminariens war nicht sehr groß, doch kamen in <em>Seminarien</em> seit Anbeginn der Zeit die verschiedensten Menschen harmonisch miteinander aus.</p>
<p>Eines Tages stellte der junge König seinen Untertanen eine folgenschwere Frage. Er wandte sich ernst an sein Volk und fragte: &#8220;Untertanen, habt ihr die Schriftstücke, die euch zu lesen aufgetragen waren, gewissenhaft rezipiert?&#8221;</p>
<p>Seine Untertanen, stets brave und ehrliche Leute, antworteten größtenteils mit einem wahrheitsgemäßen Nein. Da wurde der junge König sehr wütend und sprach: &#8220;Das Boot ist voll, wir sind hier in Seminarien, und in Seminarien wollen wir nur solche Leute haben, die auch ordentlich arbeiten! Der Rest von euch wird sogleich abgeschoben. Wache!&#8221;</p>
<p>Der junge König zog nicht in Betracht, dass ein Teil seiner bis dahin treuen Untertanen nur aus dem Grund nach Seminarien gekommen war, um sich auf die groß-kaiserliche Vordiplomsprüfung vorzubereiten. Sie wollten durch Anwesenheit in <em>Seminarien</em> lediglich ihr Wissen auffrischen und verzichteten daher darauf, die Schriftstücke wie gewünscht zu rezipieren.</p>
<p>Ein anderer Teil seiner Untertanen hatte das groß-kaiserliche Prüfungssystem durchschaut und beabsichtigte nun, es durch Anwesenheit in <em>Seminarien</em> mit seinen eigenen Waffen zu schlagen - doch das Durchschauen, Austricksen und mit-den-eigenen-Waffen-Schlagen war in <em>Seminarien</em> verboten!</p>
<p>So kam es, dass nach des Königs barschen Worten die Bevölkerung <em>Seminariens</em> auf ein Drittel ihrer Größe zusammenschrumpfte. Der König hatte durch seine Prinzipienreiterei sein eigenes Reich ruiniert. Von diesem Augenblick an fanden sich lediglich diejenigen in <em>Seminarien</em> zusammen, die entweder gelogen oder die Schriftstücke tatsächlich rezipiert hatten.</p>
<p>Und die Moral von der Geschicht&#8217;: Ehrlich ist man&#8230; besser nicht.</p>


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		<title>Von wandelnden Lexika und anderen Unsinnigkeiten</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2005 13:28:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Studium]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Es geht hier nicht ums Auswendiglernen, sondern ums Verstehen. Ach so. Das ist sympathisch. Dann darf ich doch sicherlich die Bücher mit in die Prüfungen nehmen, wo es doch tatsächlich vernünftigerweise ums Verstehen geht, und muss mein Denkvermögen nicht unter einem Berg von unnützen Informationen begraben, die als information overkill den Blick auf alles Restliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es geht hier nicht ums <em>Auswendiglernen</em>, sondern ums <em>Verstehen</em>.</p></blockquote>
<p>Ach so. Das ist sympathisch. Dann darf ich doch sicherlich die Bücher mit in die Prüfungen nehmen, wo es doch tatsächlich vernünftigerweise ums <em>Verstehen</em> geht, und muss mein Denkvermögen nicht unter einem Berg von unnützen Informationen begraben, die als information overkill den Blick auf alles Restliche versperren, denn das macht irgendwann blöd im Kopf.</p>
<p>Was? Ach: Darf ich nicht? Huch. Geht es also doch ums <em>Auswendiglernen</em>. <em>Verstehe</em>. Nicht mehr sympathisch. Ich dachte, solchen Sinnloskram hätte ich mit dem Abitur hinter mir gelassen. Man wird aber auch überall enttäuscht.</p>
<p>Mir dünkt, es handelt sich dabei um grobes Unverständnis gegenüber Büchern. Das Schöne an Büchern ist schließlich, dass sie sich durchaus einige Tage halten. Häufig länger als einzelne Menschen. Man muss also nicht aus großer Angst, das Buch könnte sich über Nacht heimlich auflösen und spurlos verschwinden, den Inhalt völlig stupide auswendiglernen und das dann idiotischerweise als &#8220;Verstehen&#8221; verkaufen, sondern kann &#8211; eine wahrlich große Errungenschaft der Menschheit &#8211; darin nachschlagen, wann immer und so oft man möchte. Weltoffene Menschen werden den Begriff &#8220;Nachschlagewerk&#8221; vielleicht schon einmal kennengelernt haben.<br />
Ein Prinzip, das so einfach ist, dass es jeder verstehen dürfte: Was gebraucht wird, was tatsächlich konkrete Anwendung findet, das wird sich auch gemerkt. Ganz automatisch, denn so funktioniert das Gehirn nun einmal. Was nicht, das nicht. Simpel.</p>


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