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	<title>Pala &#187; Zitate</title>
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		<title>Symbolische Gewalt (II)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 13:50:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die [gesellschaftlich] gleichermaßen erfahrbaren Formen struktureller und symbolischer Gewalt werden für die Deklassierten und Dequalifizierten umso leidvoller und entwaffnender, als sie unter den Vorzeichen und Verheißungen einer an individueller Selbstverwirklichung und -behauptung orientierten ‚Gesellschaft der Individuen‘ die Schuld für ihr Versagen zwangsläufig bei sich selbst suchen und dann wohl auch entdecken werden müssen. Symbolische Gewalt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die [gesellschaftlich] gleichermaßen erfahrbaren Formen struktureller und symbolischer Gewalt werden für die Deklassierten und Dequalifizierten umso leidvoller und entwaffnender, als sie unter den Vorzeichen und Verheißungen einer an individueller Selbstverwirklichung und -behauptung orientierten ‚Gesellschaft der Individuen‘ die Schuld für ihr Versagen zwangsläufig bei sich selbst suchen und dann wohl auch entdecken werden müssen. Symbolische Gewalt als die subtilste Form der Herrschaft beruht nun einmal auf einem Mechanismus, bei dem die Herrschaftsunterworfenen nicht umhin zu kommen scheinen, anzuerkennen, dass alles mit rechten Dingen zugeht und jeder nach den ihm gegebenen Möglichkeiten und Grenzen seines eigenen Glückes (oder Unglückes) Schmied ist.<br />
<small>(Franz Schultheis &#8211; <em>Reproduktion in der Krise: Fallstudien zur symbolischen Gewalt</em>; in: Barbara Friebertshäuser, Markus Rieger-Ladich &amp; Lothar Wigger &#8211; Reflexive Erziehungswissenschaft)</small></p></blockquote>
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		<title>Was die Lehrer für Leistung halten</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 11:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zeit bis zum Schuljahres-Ende vergeht. Ich bilde mir ein, ich leiste in dieser Zeit etwas. Aber mit Leistung kann einer dies und der andere das meinen. Ich bin der Meinung, ich leiste etwas, was die Lehrer für Leistung halten. Für meinen Vater sind Leistungen die Arbeiten, die ich im Haus und auf den Feldern verrichte (&#8230;) Für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Zeit bis zum Schuljahres-Ende vergeht. Ich bilde mir ein, ich leiste in dieser Zeit etwas. Aber mit Leistung kann einer dies und der andere das meinen. Ich bin der Meinung, ich leiste etwas, was die Lehrer für Leistung halten. Für meinen Vater sind Leistungen die Arbeiten, die ich im Haus und auf den Feldern verrichte (&#8230;) Für die Dorfburschen besteht meine Leistung in der Kumpelei mit ihnen. Für sie bin ich in jener Zeit wenig leistungsfähig. (&#8230;) Es gab nie eine Zeit, in der ich gern in die Schule ging. Ich habe Mustermenschen stets mit etwas Skepsis bestaunt, zum Beispiel diesen Noatnick, der zwei Schulklassen übersprang, und von dem behauptet wird, er habe zwei Lebensjahre eingespart. Ich weiß nicht, ob der liebe Gott bei der Erschaffung des Menschen an die Schule dachte, aber dieser Noatnick ist, als ob ihn Gott bearbeitet hätte, damit er in die Schule passt. Ich hingegen bin neugierig auf alles, was sich außerhalb der Schule zuträgt, aber das trägt mir keine <em>hochen</em> Zensuren ein.<br />
<small>(Erwin Strittmatter &#8211; <em>Der Laden</em>, Band 2)</small></p></blockquote>
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		<title>Emotionale Weitsicht</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2011 17:09:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sie war eine Weitsichtige: Was noch fern war oder schon wieder verabschiedet, das sah sie scharf. Was aber nah war, was sie unmittelbar umgab, das konnte sie nicht genau erkennen und hüllte es deshalb in Stereotype. Ihre Rhetorik war leidenschaftlich in der Erwartung und im Abschied, also bei den Dingen, die noch nicht sind, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Sie war eine Weitsichtige: Was noch fern war oder schon wieder verabschiedet, das sah sie scharf. Was aber nah war, was sie unmittelbar umgab, das konnte sie nicht genau erkennen und hüllte es deshalb in Stereotype. Ihre Rhetorik war leidenschaftlich in der Erwartung und im Abschied, also bei den Dingen, die noch nicht sind, und bei jenen, die nicht mehr waren. Was tun mit uns? Zunächst reisten wir aufeinander zu, um die Nähe, die wir in der Ferne empfunden hatten, mit körperlicher Gegenwart zu beleben, aber allmählich wuchs der Verdacht, dass wir am Ende einen Platz leer finden würden. Ja, wir reisten voller Verlangen, doch verlegen, weil jetzt ein Körper saß, wo ein Phantom gewesen war. (&#8230;) Von außen waren wir ein Paar, von innen ein Arrangement.<br />
<small>(Roger Willemsen &#8211; Die Enden der Welt)</small></p></blockquote>
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		<title>Mehr desselben</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 23:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: »Meinen Schlüssel«. Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: »Nein, nicht hier, sondern dort hinten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: »Meinen Schlüssel«. Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: »Nein, nicht hier, sondern dort hinten &#8211; aber dort ist es viel zu finster.«<br />
Finden Sie das absurd? Wenn ja, suchen auch Sie am falschen Ort. Der Vorteil ist nämlich, daß eine solche Suche zu nichts führt, außer »mehr desselben«, nämlich nichts.<br />
(&#8230;)<br />
Die Bedeutung dieses Mechanismus für unser Thema liegt auf der Hand. Er kann ohne die Notwendigkeit einer Spezialausbildung auch vom Anfänger angewandt werden &#8211; ja, er ist so weit verbreitet, daß er seit den Tagen Freuds Generationen von Spezialisten ein gutes Ein- und Auskommen bietet; wobei allerdings zu bemerken ist, daß sie ihn nicht das Mehr-desselben-Rezept, sondern Neurose nennen.<br />
Doch nicht auf den Namen soll es uns ankommen, sondern auf den Effekt. Dieser aber ist garantiert, solange der Unglücksaspirant sich an zwei einfache Regeln hält: Erstens, es gibt nur eine mögliche, erlaubte, vernünftige, sinnvolle, logische Lösung des Problems, und wenn diese Anstrengungen noch nicht zum Erfolg geführt haben, so beweist das nur, daß er sich noch nicht genügend angestrengt hat. Zweitens, die Annahme, daß es nur diese einzige Lösung gibt, darf selbst nie in Frage gestellt werden; herumprobieren darf man nur an der Anwendung dieser Grundannahme.<br />
<small>(Paul Watzlawick &#8211; Anleitung zum Unglücklichsein)</small></p></blockquote>
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		<title>Legitimierter Schwindel</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 11:02:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die symbolische Macht ist eine Macht, die in dem Maße existiert, wie es ihr gelingt, sich anerkennen zu lassen, sich Anerkennung zu verschaffen; d.h. eine (ökonomische, politische, kulturelle oder andere) Macht, die die Macht hat, sich in ihrer Wahrheit als Macht, als Gewalt, als Willkür verkennen zu lassen. (&#8230;) Die sozialen Akteure und auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die symbolische Macht ist eine Macht, die in dem Maße existiert, wie es ihr gelingt, sich anerkennen zu lassen, sich Anerkennung zu verschaffen; d.h. eine (ökonomische, politische, kulturelle oder andere) Macht, die die Macht hat, sich in ihrer Wahrheit als Macht, als Gewalt, als Willkür verkennen zu lassen. (&#8230;) Die sozialen Akteure und auch die Beherrschten selbst sind in der sozialen Welt (selbst der abstoßendsten und empörendsten) durch eine Beziehung hingenommener Komplizenschaft verbunden, die bewirkt, daß bestimmte Aspekte dieser Welt stets jenseits oder diesseits kritischer Infragestellung stehen.</p>
<p>Was ist schließlich ein Papst, ein Präsident oder ein Generalsekretär anderes als jemand, der sich für einen Papst oder einen Generalsekretär oder genauer: für die Kirche, den Staat, die Partei oder die Nation hält? Das einzige, was ihn von der Figur in der Komödie oder vom Größenwahnsinnigen unterscheidet, ist, daß man ihn im allgemeinen ernst nimmt und ihm damit das Recht auf diese Art von »legitimem Schwindel«, wie Austin sagt, zuerkennt. Glauben Sie mir, die Welt so betrachtet, d.h. so wie sie ist, ist ziemlich komisch. Aber man hat ja oft gesagt, daß das Komische und das Tragische sich berühren.<br />
<small>(Pierre Bourdieu &#8211; <em>Die verborgenen Mechanismen der Macht enthüllen</em>, in: Die verborgenen Mechanismen der Macht)</small></p></blockquote>
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		<title>Normalität</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Aug 2011 13:23:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Noch die inhumansten Arbeits- und Lebensbedingungen können als sinnhaft und attraktiv erlebt werden durch das stillschweigende Einverständnis von Menschen, die durch inhumane Existenzbedingungen darauf vorbereitet worden sind, sie zu akzeptieren. (Margarete Steinrücke, in: Pierre Bourdieu - Der Tote packt den Lebenden) Ähnliche Einträge: Wenn die Dinge ihre Besitzer besitzen Politik und Medienmacht Die Welt so sehen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Noch die inhumansten Arbeits- und Lebensbedingungen können als sinnhaft und attraktiv erlebt werden durch das stillschweigende Einverständnis von Menschen, die durch inhumane Existenzbedingungen darauf vorbereitet worden sind, sie zu akzeptieren.<br />
<small>(Margarete Steinrücke, in: Pierre Bourdieu - Der Tote packt den Lebenden)</small></p></blockquote>
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		<title>Schule als Ideologie</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 13:33:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Betrachtet man die Entwicklungsdynamik von Bildungssystemen, dann drängt sich die Vermutung auf, dass die Schule selbst sozial selektiv auf die Sozialisationspraktiken einwirkt und systematisch die Praktiken bestimmter Bevölkerungsgruppen abwertet. Sie entwickelt formale Leistungskriterien, die sich als unfähig erweisen, die Differenz milieuspezifischer Erfahrungen und Befähigungen zu erkennen, sondern ganz im Gegenteil einer unflexiblen und notwendig diskriminierenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Betrachtet man die Entwicklungsdynamik von Bildungssystemen, dann drängt sich die Vermutung auf, dass die Schule selbst sozial selektiv auf die Sozialisationspraktiken einwirkt und systematisch die Praktiken bestimmter Bevölkerungsgruppen abwertet. Sie entwickelt formale Leistungskriterien, die sich als unfähig erweisen, die Differenz milieuspezifischer Erfahrungen und Befähigungen zu erkennen, sondern ganz im Gegenteil einer unflexiblen und notwendig diskriminierenden Defizitlogik verhaftet bleiben. Gemessen wird daher nicht das Können, sondern die Abweichung des Könnens von den politisch gesetzten Leistungsstandards. Eine solche Bewertungslogik dient nicht der Bildung des einzelnen, sondern allein der Selektion Heranwachsender. Diese Bewertungslogik entfaltet ihre verheerende Wirkung auf die Betroffenen nicht nur dadurch, dass sie den Heranwachsenden bestimmte Optionen der Entwicklung bzw. der Entfaltung ihrer Persönlichkeit vorenthält. Mehr noch: Die Schüler werden im Hinblick auf ihre je eigene Leistungsfähigkeit und in der Wertschätzung ihrer Person systematisch abgewertet, degradiert und damit zu quasi-pathologischen Fällen einer Gesellschaft, die am Wohlergehen ihrer Kinder oftmals nur dann ein Interesse zu haben scheint, wenn diese aus „gutem“ Hause kommen.<br />
<small>(Matthias Grundmann &#8211; Handlungsbefähigung und Milieu)</small></p></blockquote>
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		<title>Der Wahnsinn der Normalität</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jul 2011 10:37:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was Psychiatrie und Psychologie als Geisteskrankheit vorführen, ist an die Vorstellung gebunden, daß es sich dabei um zunehmenden Realitätsverlust handelt. Mehr oder weniger Realitätsbezug &#8211; danach wird alles menschliche Verhalten klassifiziert. »Realität« wird dabei ausschließlich als äußere Realität verstanden. In der Tat ist der Realitätsbezug &#8211; sein Fehlen oder der Grad der Ergebenheit an die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Was Psychiatrie und Psychologie als Geisteskrankheit vorführen, ist an die Vorstellung gebunden, daß es sich dabei um zunehmenden Realitätsverlust handelt. Mehr oder weniger Realitätsbezug &#8211; danach wird alles menschliche Verhalten klassifiziert. »Realität« wird dabei ausschließlich als äußere Realität verstanden.<br />
In der Tat ist der Realitätsbezug &#8211; sein Fehlen oder der Grad der Ergebenheit an die äußere Realität &#8211; ein Raster, in das man Menschen einordnen kann und das uns ermöglicht, eine Klassifizierung vorzunehmen vom psychotischen Verhalten über die Neurose zur Normalität. Doch ein solches Schema verdeckt, daß es auch noch eine andere Art von Krankheit gibt, die viel gefährlicher ist als die, die vom Verlust des Realitätsbezugs gekennzeichnet ist.<br />
Diese andere Art von Krankheit zu <em>sehen</em> erfordert einen Wechsel der Blickrichtung und eine Abkehr von den herkömmlichen Kategorien. Dann wird man sehen, daß sich hinter der Orientierung an der »Realität«, die gemeinhin das Kriterium für Gesundheit ist, eine tiefere und weniger augenfällige Pathologie verbirgt: die des »normalen« Verhaltens, die Pathologie der Anpassung als Folge der Preisgabe des Selbst.<br />
<small>(Arno Gruen &#8211; Der Wahnsinn der Normalität)</small></p></blockquote>
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		<title>Ehrlichkeit der Sprache</title>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 07:13:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man zitiert immer wieder Talleyrands Satz, die Sprache sei dazu da, die Gedanken des Diplomaten (oder eines schlauen und fragwürdigen Menschen überhaupt) zu verbergen. Aber genau das Gegenteil hiervon ist richtig. Was jemand willentlich verbergen will, sei es nur vor andern, sei es vor sich selber, auch was er unbewußt in sich trägt: die Sprache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Man zitiert immer wieder Talleyrands Satz, die Sprache sei dazu da, die Gedanken des Diplomaten (oder eines schlauen und fragwürdigen Menschen überhaupt) zu verbergen. Aber genau das Gegenteil hiervon ist richtig. Was jemand willentlich verbergen will, sei es nur vor andern, sei es vor sich selber, auch was er unbewußt in sich trägt: die Sprache bringt es an den Tag. Das ist wohl auch der Sinn der Sentenz: <em>Le style c&#8217;est l&#8217;homme</em>; die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein &#8211; im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.<br />
<small>(Victor Klemperer &#8211; LTI)</small></p></blockquote>
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		<title>Symbolische Gewalt</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 08:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das symbolische Kapital besteht aus einem beliebigen Merkmal, Körperkraft, Reichtum, Kampferprobtheit, das wie eine echte magische Kraft symbolische Wirkung entfaltet, sobald es von sozialen Akteuren wahrgenommen wird, die über die zum Wahrnehmen, Erkennen und Anerkennen dieser Eigenschaft nötigen Wahrnehmungs- und Bewertungskategorien verfügen: Ein Merkmal, das, weil es auf sozial geschaffene »kollektive Erwartungen« trifft, auf Glauben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das symbolische Kapital besteht aus einem beliebigen Merkmal, Körperkraft, Reichtum, Kampferprobtheit, das wie eine echte <em>magische Kraft</em> symbolische Wirkung entfaltet, sobald es von sozialen Akteuren wahrgenommen wird, die über die zum Wahrnehmen, Erkennen und Anerkennen dieser Eigenschaft nötigen Wahrnehmungs- und Bewertungskategorien verfügen: Ein Merkmal, das, weil es auf sozial geschaffene »kollektive Erwartungen« trifft, auf Glauben, eine Art Fernwirkung ausübt, die keines Körperkontakts bedarf. Man gibt einen Befehl, und es wird ihm gehorcht: Dies ist ein zutiefst magischer Akt. (&#8230;) Damit der symbolische Akt eine derartige, ohne sichtbare Verausgabung von Energie erzielte magische Wirkung ausüben kann, muß ihm eine oft unsichtbare und jedenfalls vergessene, verdrängte Arbeit vorangegangen sein und bei den Adressaten dieses Erzwingungs- und Befehlsaktes diejenigen Dispositionen erzeugt haben, deren es bedarf, damit sie, ohne daß sich ihnen die Frage des Gehorsams überhaupt stellte, das Gefühl haben, gehorchen zu müssen. Die symbolische Gewalt ist jene Gewalt, die, indem sie sich auf die »kollektiven Erwartungen« stützt, auf einen sozial begründeten und verinnerlichten Glauben, Unterwerfungen erpreßt, die als solche gar nicht wahrgenommen werden.<br />
<small>(Pierre Bourdieu &#8211; <em>Die Ökonomie der symbolischen Güter</em>, in: Praktische Vernunft)</small></p></blockquote>
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		<title>Versteckte Destruktivität</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 11:28:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[An dieser Stelle ist es nötig, etwas zur soziologischen Sicht des menschlichen Seins zu sagen. Kriminalität wird zum Beispiel als eine Folge der Armut gesehen. Doch dies erklärt nicht, warum die Mehrheit nicht kriminell wird. Daraus wiederum kann man aber nicht schlußfolgern, Armut hätte keinen Zusammenhang mit Kriminalität. Man kommt nicht umhin, einiges zu differenzieren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>An dieser Stelle ist es nötig, etwas zur soziologischen Sicht des menschlichen Seins zu sagen. Kriminalität wird zum Beispiel als eine Folge der Armut gesehen. Doch dies erklärt nicht, warum die Mehrheit nicht kriminell wird. Daraus wiederum kann man aber nicht schlußfolgern, Armut hätte keinen Zusammenhang mit Kriminalität. Man kommt nicht umhin, einiges zu differenzieren. Wenn ein Hungriger stiehlt, handelt er nicht aus Habgier; und wenn er dabei, ohne es zu wollen, jemanden umbringt, ist es kein vorsätzlicher Mord. Andererseits gehören die Reichen und Mächtigen zu jenen in unserer Gesellschaft, die Kriege anzetteln, die Lebensgrundlage anderer Menschen zerstören, Natur und Menschen vergiften. Sie aber sitzen nicht in den Gefängnissen. Kriminalstatistiken verzeichnen nur deshalb mehr Arme als Reiche, weil solche Statistiken der Ideologie der Reichen und Mächtigen unterliegen und weil sie nicht alle Formen von Destruktivität aufführen.<br />
<small>(Arno Gruen &#8211; Der Wahnsinn der Normalität)</small></p></blockquote>
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		<title>Über das Schreiben</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 22:32:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Selbst wenn wir wissen, daß ein nie zustande kommendes Werk schlecht sein wird, ein nie begonnenes ist noch schlechter! Ein zustande gekommenes Werk ist zumindest entstanden. Kein Meisterwerk vielleicht, aber es existiert, wenn auch kümmerlich wie die Pflanze im einzigen Blumentopf meiner gebrechlichen Nachbarin. Diese Pflanze ist ihre Freude, und hin und wieder auch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Selbst wenn wir wissen, daß ein nie zustande kommendes Werk schlecht sein wird, ein nie begonnenes ist noch schlechter! Ein zustande gekommenes Werk ist zumindest entstanden. Kein Meisterwerk vielleicht, aber es existiert, wenn auch kümmerlich wie die Pflanze im einzigen Blumentopf meiner gebrechlichen Nachbarin. Diese Pflanze ist ihre Freude, und hin und wieder auch die meine. Was ich schreibe und als schlecht erkenne, kann dennoch die eine oder andere verwundete, traurige Seele für Augenblicke noch Schlechteres vergessen lassen. Ob es mir nun genügt oder nicht, es nützt auf irgendeine Art, und so ist das ganze Leben.<br />
<small>(Fernando Pessoa &#8211; Das Buch der Unruhe)</small></p></blockquote>
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		<title>Was ist Klassenkampf?</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Nov 2010 12:01:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn vom Klassenkampf die Rede ist, denkt man niemals an seine ganz alltäglichen Formen, an die rücksichtslose gegenseitige Verächtlichmachung, an die Arroganz, an die erdrückenden Prahlereien mit dem »Erfolg« der Kinder, mit den Ferien, mit den Autos oder anderen Prestigeobjekten, an verletzende Gleichgültigkeit, an Beleidigungen usw.: Soziale Verarmung und Vorurteile &#8211; letztere sind die traurigsten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wenn vom Klassenkampf die Rede ist, denkt man niemals an seine ganz alltäglichen Formen, an die rücksichtslose gegenseitige Verächtlichmachung, an die Arroganz, an die erdrückenden Prahlereien mit dem »Erfolg« der Kinder, mit den Ferien, mit den Autos oder anderen Prestigeobjekten, an verletzende Gleichgültigkeit, an Beleidigungen usw.: Soziale Verarmung und Vorurteile &#8211; letztere sind die traurigsten aller sozialen Leidenschaften &#8211; werden in diesen alltäglichen Kämpfen geboren, in denen stets die Würde und die Selbstachtung der beteiligten Menschen auf dem Spiel stehen. Das Leben ändern, das müßte auch heißen, die vielen kleinen Nichtigkeiten zu ändern, die das Leben der Leute ausmachen und die heute gänzlich als Privatangelegenheit angesehen und dem Geschwätz der Moralisten überlassen werden.<br />
<small>(Pierre Bourdieu &#8211; <em>Politik, Bildung und Sprache</em>, in: Die verborgenen Mechanismen der Macht)</small></p></blockquote>
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		<title>Enthüllen und demaskieren</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Sep 2010 13:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wahrscheinlichkeit einer Handlung oder eines Phänomens zu kennen, kann auch heißen, die Chancen jener Aktionen zu vergrößern, die darauf abzielen, die Realisierung eben dieses Phänomens zu verhindern. Aber das ist nicht alles. Viele soziale Mechanismen sind nur deshalb so wirksam, weil sie verkannt und unterschätzt werden. Das ist zum Beispiel bei den »Mechanismen« der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Die Wahrscheinlichkeit einer Handlung oder eines Phänomens zu kennen, kann auch heißen, die Chancen jener Aktionen zu vergrößern, die darauf abzielen, die Realisierung eben dieses Phänomens zu verhindern. Aber das ist nicht alles. Viele soziale Mechanismen sind nur deshalb so wirksam, weil sie verkannt und unterschätzt werden. Das ist zum Beispiel bei den »Mechanismen« der Fall, die die Kinder aus denjenigen Familien, die ökonomisch und kulturell am stärksten benachteiligt sind, aus der Schule herausdrängen: Man beobachtet, wie gerade die Familien, die kulturell benachteiligt und Opfer der sozialen Ungleichheit sind, am stärksten daran glauben, daß Begabung und Tüchtigkeit die einzig ausschlaggebenden Faktoren für den Schulerfolg sind. Man sieht also, daß feine Wissenschaft, die enthüllt und demaskiert &#8211; »es gibt nur eine Wissenschaft, und das ist die Wissenschaft vom Verborgenen«, sagt Bachelard &#8211; aus sich heraus wichtige Veränderungen bewirken kann. Dies gilt natürlich nur unter der Bedingung, daß die Betroffenen, deren Interesse am stärksten auf diese Veränderungen drängen, auch an diesen wissenschaftlichen Einsichten teilhaben.<br />
<small>(Pierre Bourdieu &#8211; <em>Politik, Bildung und Sprache</em>, in: Die verborgenen Mechanismen der Macht)</small></p></blockquote>
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		<title>Love it is that wins the day</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 01:25:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mischa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>

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		<description><![CDATA[I used to be a hopeless romantic. I am still a hopeless romantic. I used to believe that love was the highest value. I still believe that love is the highest value. I don&#8217;t expect to be happy. I don&#8217;t imagine that I will find love, whatever that means, or that if I do find [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>I used to be a hopeless romantic. I am still a hopeless romantic. I used to believe that love was the highest value. I still believe that love is the highest value. I don&#8217;t expect to be happy. I don&#8217;t imagine that I will find love, whatever that means, or that if I do find it, it will make me happy. I don&#8217;t think of love as the answer or the solution. I think of love as a force of nature &#8211; as strong as the sun, as necessary, as impersonal, as gigantic, as impossible, as scorching as it is warming, as drought-making as it is life-giving. And when it burns out, the planet dies.<br />
My little orbit of life circles love. I daren&#8217;t get any closer. I&#8217;m not a mystic seeking final communion. I don&#8217;t go out without SPF 15. I protect myself.<br />
But today, when the sun is everywhere, and everything solid is nothing but its own shadow, I know that the real things in life, the things I remember, the things I turn over in my hands, are not houses, bank accounts, prizes or promotions. What I remember is love &#8211; all love - love of this dirt road, this sunrise, a day by the river, the stranger I met in a café. Myself, even, which is the hardest thing of all to love, because love and selfishness are not the same thing. It is easy to be selfish. It is hard to love who I am. No wonder I am surprised if you do.<br />
But love it is that wins the day.<br />
<small>(Jeanette Winterson &#8211; Lighthousekeeping)</small></p></blockquote>
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