Die Menschen verlernen das Schenken. Der Verletzung des Tauschprinzips haftet etwas Widersinniges und Unglaubwürdiges an; da und dort mustern selbst Kinder mißtrauisch den Geber, als wäre das Geschenk nur ein Trick, um ihnen Bürsten oder Seife zu verkaufen. […] Der Verfall des Schenkens spiegelt sich in der peinlichen Erfindung der Geschenkartikel, die bereits darauf angelegt sind, daß man nicht weiß, was man schenken soll, weil man es eigentlich gar nicht will. Diese Waren sind beziehungslos wie ihre Käufer. Sie waren Ladenhüter schon am ersten Tag. Ähnlich der Vorbehalt des Umtauschs, der dem Beschenkten bedeutet: hier hast du deinen Kram, fang damit an, was du willst, wenn dir´s nicht paßt, ist es mir einerlei, nimm dir etwas anderes dafür.
(Theodor W. Adorno – Minima Moralia)
Was ist die gesellschaftliche Funktion der Fachsprache? Ich habe gesagt, echte Kommunikation sei Gemeinsamkeit und Veränderung. Die Fachsprache ist nicht unschuldig. Der Mann, der sie spricht, der vor uns von Rollen und auf der Basis von Wechselbeziehungen funktionierenden Gruppen schwatzt, und von Wertvorstellungen und den Zielen des Lehrplans und besserer Übereinstimmung und übergeordneten und untergeordneten Personen, der hat die Absicht, uns auf Distanz zu halten; er will seine Spezialität – sein kleines Stück eines im Wesentlichen unteilbaren Ganzen – eben als Spezialität für sich behalten. Er hat kein Interesse daran, sich uns anzunähern, uns seine Fähigkeiten zu vermitteln, sondern über uns zu stehen und uns zu manipulieren. Kurzum, er will ein »Experte« bleiben. Der Philosoph möchte, im Gegensatz dazu, dass alle Menschen zu Philosophen werden. Seine Redeweise erzeugt Gleichheit. Er hat die Absicht, sich uns anzunähern und uns die Fähigkeit zum selbstständigen Denken und Handeln zu vermitteln.
(George Dennison – The Lives of Children; zitiert nach: John Holt – Kinder lernen selbstständig oder gar nicht(s)
Matt is a 29-year-old deadbeat from Connecticut who used to think that all he ever wanted to do in life was make and play videogames. He achieved this goal pretty early and enjoyed it for a while, but eventually realized there might be other stuff he was missing out on. In February of 2003, he quit his job in Brisbane, Australia and used the money he’d saved to wander around the planet until it ran out.
(Wherethehellismatt.com)
Education… now seems to me perhaps the most authoritarian and dangerous of all the social inventions of mankind. It is the deepest foundation of the modern slave state, in which most people feel themselves to be nothing but producers, consumers, spectators, and ‘fans,’ driven more and more, in all parts of their lives, by greed, envy, and fear. My concern is not to improve ‘education’ but to do away with it, to end the ugly and antihuman business of people-shaping and to allow and help people to shape themselves.
(John Holt zum Thema Un-/Deschooling)
Zugweisheiten – Gesammeltes aus dem ÖPNV. Repräsentative Zitate, die die gesamte Gesellschaft widerspiegeln.
Moderne Kommunikationsmittel:
Du bist ja im ICQ auch immer away…
– Jo klar, ich bin auch so ein Away-Faker. Nur ‘online’ ist irgendwie Scheiße. Das macht so einen Noob-Eindruck, die kennen nur ‘ein’ und ‘aus’.
Siehe da, die Situation am Lohnsklavenmarkt scheint sich deutlich verändert zu haben:
Ich hab’ jetzt eine Bewerbung abgeschickt. Wenn die mich nich’ nehmen, bin ich voll im Arsch, dann reicht die Zeit nich’ mehr für noch ‘ne Bewerbung…
Oder ist das Gegenteil der Fall und der Kampf um Arbeitsplätze wird immer härter?
Ich würde ja echt gerne mal mit ‘ner Walther PPK bei uns durch die Abteilung gehen…
– Ja, ja, das sind so Allmachtsphantasien…
Nein, das wäre eine gute Methode zur Effizienzsteigerung der Firma.
In dieser Frage wird weitere empirische Forschung nötig sein.

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