Die Pro­ble­me:

  • immer mehr Ver­kehr, Ver­kehr, Ver­kehr und immer mehr Stau, Stau, Stau 🚛🚓🚗🚚🚛🚗🚐🚗🚑🛻
  • immer mehr Unfäl­le und Bei­na­he-Unfäl­le, eini­ge davon mit schwe­ren Folgen 🚑🚓🚒
  • immer mehr aggres­si­ve Auto­fah­ren­de, die pöbeln, hupen, bedrängen 🤬
  • immer mehr Raser, die die Stra­ße mit der Auto­bahn ver­wech­seln 🏁🏎️
  • immer mehr super­lau­te LKW, die mor­gens um 04:00 Uhr mit 70 km/h durch irgend­wel­che Schlag­lö­cher fah­ren und so laut sind, dass man senk­recht im Bett steht 🚨📢
  • immer mehr Schwer­last­ver­kehr, der die Häu­ser wackeln lässt 🚚🚛
  • immer mehr Lärm und Fein­staub 💀☠️🔊

Die Lösun­gen?

  • Umge­hungs­tra­ße – seit Jahr­zehn­ten ein mys­ti­sches Gebil­de wie die Regen­bo­gen­brü­cke, das in vie­len Erzäh­lun­gen erwähnt und in Wahl­kämp­fen stolz her­vor­ge­holt, aber noch nie ernst­haft ange­gan­gen wor­den ist. Irgend­was spricht immer dage­gen, denn bei Pri­vat­ge­län­de kann man nix tun, oder es ist zu teu­er. Über­haupt ist nur eine Hand­voll Anwoh­ner betrof­fen, für die machen wir so was nicht, und außer­dem braucht man für die glei­che Stre­cke dann 30 Sekun­den län­ger, wer kann das ernst­haft wollen? 😩
  • Tem­po 30 – ein wei­te­res Fabel­we­sen der Ver­kehrsmy­tho­lo­gie. Lei­der nicht umsetz­bar, weil immer irgend­wer anders zustän­dig ist und über­haupt wür­de dadurch ja alles ver­lang­samt und siche­rer und lei­ser, wer kann das ernst­haft wol­len? Unterm Strich sowie­so müßig, weil sich schon heu­te kaum jemand an die “Tem­po 50”-Beschränkung hält. 🤡
  • Blit­zer – gut für die Stadt­kas­se, aber nicht umsetz­bar, weil man die nicht ein­fach so auf­stel­len kann, da muss man erst mal sehen und ach die gan­zen Regeln. Wenn pro Tag fünf Men­schen ster­ben kann man das viel­leicht mal erwä­gen, aber ande­rer­seits regen sich dann die Raser auf und wer kann das ernst­haft wollen? 😩

Ent­schleu­ni­gung – aber wie?

Wie also kann ein wenig Ent­schleu­ni­gung auf die Stra­ße kom­men? Klar, man könn­te Bar­ri­ka­den errich­ten oder sich auf die Stra­ße kle­ben, Müll­ton­nen zweck­ent­frem­den oder ein­fach beschis­sen par­ken, aber das ist alles anstren­gend und ver­bo­ten – das will nun wirk­lich niemand! 😱

Jedoch hat die Stadt zum Glück ent­lang der Stra­ße meh­re­re opti­sche Ver­kehrsent­schleu­ni­ger auf­ge­stellt (vul­go: Fuß­gän­ger­am­peln, kon­kret Bedarfs­am­peln). Mit die­sen Ver­kehrsent­schleu­ni­gern lässt sich der Ver­kehr her­vor­ra­gend ent­schleu­ni­gen, wäh­rend sie sich gleich­zei­tig auch noch zum Über­que­ren der Stra­ße nut­zen las­sen. Grandios! 🥰😍

🚶🚦🚙🛻🚗🚕🚐🚚🚗🚛

Die­se Stand­or­te für opti­sche Ver­kehrsent­schleu­ni­ger gibt es:

[HIER FOLGT KARTE]

Wer ein biss­chen Zeit hat, kann sich den bevor­zug­ten Ver­kehrsent­schleu­ni­ger suchen und belie­big oft die Stra­ße über­que­ren, hin und her, hin und her, hin und her, so weit die Füße tra­gen. 🏃🏽‍♀️🚶🧑‍🦽🤸🕺🏃💃

Die Stra­ße soll­te dabei unbe­dingt über­quert wer­den, weil es sonst miss­bräuch­li­che Nut­zung der Ent­schleu­ni­gungs­an­la­ge wäre, und wer kann das ernst­haft wollen? 🤷🏻

Wer aber, der nicht ideo­lo­gisch ver­bohrt ist, könn­te ernst­haft etwas dage­gen haben, wenn man ein­fach über die Stra­ße gehen möch­te und dazu einen der dafür vor­ge­se­he­nen Ver­kehrsent­schleu­ni­ger nutzt? Ein­fach den ein­la­den­den Tas­ter drü­cken und rüber­ge­hen, weil es drü­ben gera­de son­nig ist, weil man drü­ben eine Mün­ze auf dem Boden wähnt, weil man auf der ande­ren Sei­te etwas ver­ges­sen hat, weil man drü­ben einen Bekann­ten sieht (der viel­leicht gera­de erst rüber­ge­gan­gen ist), weil drü­ben ein Schmet­ter­ling fliegt, weil drü­ben der Bord­stein grau­er ist und so wei­ter und so fort; die Grün­de und Anläs­se sind unend­lich und lei­der, lei­der auch sehr häu­fig, sodass man oft die Stra­ßen­sei­te wech­seln muss. 🤯

Je häu­fi­ger wir die Stra­ße über­que­ren, und je mehr Über­que­rer wir sind, des­to grö­ßer die Ent­schleu­ni­gung. Wir wol­len jedoch kei­ne Demons­tra­ti­on, Ver­samm­lung oder Ver­an­stal­tung sein, son­dern ein­fach nur die Stra­ße über­que­ren, daher ver­ab­re­den wir uns nicht und bil­den kei­ne Grup­pen, sonst gibt es Auf­la­gen und Poli­zei 🚓🚨👮 – und wer kann das ernst­haft wollen?

[kon­kre­te Stra­ßen­na­men und Loca­ti­ons für die­se Hand­lungs­an­re­gung fol­gen, jeder kann das Kon­zept aber auch bei sich lokal umset­zen, da es nichts kos­tet, legal und zugleich wohl­tu­end ist]

In der Regio­nal­bahn, eine wah­re Bege­ben­heit. Zwei älte­re Her­ren betre­ten den Dop­pel­stock­wa­gen und suchen sich einen Sitz­platz im obe­ren Bereich:

#1: Das sind doch schö­ne Plät­ze. Ich mag es hier oben.

#2: Aber du weißt: Wenn man erst ein­mal oben ist …

#1: … will man nicht wie­der runter?

#2: Das auch. Vor allem aber will man immer höher. Wie Schil­ler schon sag­te: »Stre­ben wir nicht all­zu hoch hin­auf, daß wir zu tief nicht fal­len mögen«.

#1: Nun, das ist eben Risi­ko. Ich glau­be, risi­ko­be­wuss­te Men­schen sit­zen oben, anstatt unten in der Mas­se unterzugehen.

#2: Aber man braucht die da unten, um sich hier oben bes­ser füh­len zu können.

PAU­SE

#1: Ich mag die Aus­sicht hier oben. Man sieht so weit. Unten sieht man nur Büsche.

#2: Man sieht viel­leicht mehr, aber sieht man auch besser?

#1: Ich den­ke schon. Man kann ande­ren bes­ser hel­fen, wenn man oben ist. Man hat mehr Mög­lich­kei­ten und einen bes­se­ren Überblick.

#2: Da habe ich ande­re Erfah­run­gen: Oben sieht man über alles hin­weg. Solan­ge die von unten nicht nach oben kom­men, nimmt man sie nicht wahr.

#1: Da hast du Recht. Aber es scheint, die haben sich mit ihrem Platz da unten abgefunden.

#2: Viel­leicht weil sie noch nie oben waren.

#1: Das kann sein.

Fazit: So ein­fach kann man die Gesell­schaft grob zusam­men­fas­sen. Wäh­rend ges­tern noch vom so genann­ten Fahr­stuhl­ef­fekt gespro­chen wur­de, kommt es nun durch Auf­lö­sung der Mit­tel­schicht zur Doppelstockwagen-Gesellschaft.

Im Zug:

Mädel1 so: Dein bes­ter Freund ist ja voll häss­lich! Mei­ner sieht wenigs­tens noch ganz gut aus… Ich hätt’ mir da an dei­ner Stel­le ’nen Gut­aus­se­hen­den gesucht.

Mädel2: Aber das ist doch nicht mein Freund – der muss gut aus­se­hen! Bei einem bes­ten Freund zäh­len die inne­ren Werte.

Mädel1 wie­der: Das stimmt, die inne­ren Wer­te. *Pau­se* Aber bei mei­nem Freund zäh­len auch die inne­ren Wer­te! Ich bin nich’ nur mit dem zusam­men, weil er gut aussieht.

Mädel2 dann so: Neee. Für so ne Bezie­hung mit inne­ren Wer­ten bin ich noch nich’ alt genug…

Zug­weis­hei­ten – Gesam­mel­tes aus dem ÖPNV. Reprä­sen­ta­ti­ve Zita­te, die die gesam­te Gesell­schaft widerspiegeln.

Moder­ne Kommunikationsmittel:

Du bist ja im ICQ auch immer away…
– Jo klar, ich bin auch so ein Away-Faker. Nur ‘online’ ist irgend­wie Schei­ße. Das macht so einen Noob-Ein­druck, die ken­nen nur ‘ein’ und ‘aus’.

Sie­he da, die Situa­ti­on am Lohn­skla­ven­markt scheint sich deut­lich ver­än­dert zu haben:

Ich hab’ jetzt eine Bewer­bung abge­schickt. Wenn die mich nich’ neh­men, bin ich voll im Arsch, dann reicht die Zeit nich’ mehr für noch ‘ne Bewerbung…

Oder ist das Gegen­teil der Fall und der Kampf um Arbeits­plät­ze wird immer härter?

Ich wür­de ja echt ger­ne mal mit ‘ner Walt­her PPK bei uns durch die Abtei­lung gehen…
– Ja, ja, das sind so Allmachtsphantasien…
Nein, das wäre eine gute Metho­de zur Effi­zi­enz­stei­ge­rung der Firma.

In die­ser Fra­ge wird wei­te­re empi­ri­sche For­schung nötig sein.