Inne­res von der Stange

Wer anders sein will, als er ist, der tut mir leid. Sein Wunsch ist ehren­wert, doch abge­dro­schen. Ich for­mu­lie­re tas­tend eine The­se: Die Men­schen­see­le mit allem Drum und Dran ist seri­el­ler Kitsch. Das Inners­te erwirbt sich jeder von der Stan­ge. Nichts von Mys­te­ri­um, nur Schmalz. Mit vio­let­ten Fin­ger­nä­geln kom­men sie zu mir, mit ori­gi­nel­len Kai­ser-Wil­helm-Schnäu­zen, abgren­zungs­wü­tig schwän­zeln sie her­um und füh­len sich weiß Gott wie ein­zig­ar­tig. Dann öff­nen sie den Mund und hus­ten Abzieh­bild­chen aus. Und was sie spü­ren, wün­schen, träu­men, das macht sie grau­sam gleich und hundsgewöhnlich.
Das Unver­wech­sel­ba­re an dir ist dei­ne Nase, die Kaprio­len dei­nes Her­zens aber sind ein Gassenhauer.
(Mar­kus Wer­ner – Froschnacht)

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